Kann Wer stiehlt mir die Show? als Brettspiel funktionieren? Meine Kinder sind der Meinung „Ja“, denn sie haben mir die Adaption der beliebten Joko-&-ProSieben-Sendung zum Vatertag geschenkt. Es war längst überfällig, dass das Brettspiel einzieht, denn erstens hat das Spiel von Ravensburger bisher eine sehr ordentliche Rückmeldung aus der Bubble bekommen, zweitens sind besonders meine Mädels sehr positiv zu Quizspielen à la Bezzerwizzer und Hitster eingestellt und drittens gefällt mir persönlich unter den vielen schlechten TV-Formaten Wer stiehlt mir die Show? richtig gut. Auch wenn ich persönlich zu 90 % On-Demand schaue, bleibe ich oft für zwei bis drei Werbeblöcke bei dem genialen Joko und dieser Show hängen. Und wer das Intro von Rea Garvey (Laut aufdrehen) gesehen hat, der weiß genau warum. Ich würde die Show gerne lieber und länger schauen, aber ähnlich wie bei Hitster im TV nerven mich häufig lange Wartezeiten und der Abriss im Flow durch Werbeblöcke oder eine langatmige Moderation. Ein Glück, dass ich das jetzt mit Wer stiehlt mir die Show? als Brettspiel selber in die Hand nehmen kann.
Kurzcheck: Darum geht es in Wer stiehlt mir die Show?
Passend zum TV-Format spielt man in dem Familienspiel für 3-5 Spielende sechs Runden untereinander, bis man im epischen Finale Joko bzw. irgendeinem anderen Mitspielenden, der sich als würdig erweist, gegenübersteht. In den sechs Spielrunden vorher sammelt ihr in verschiedenen Kategorien Punkte und Münzen, um das Finale zu bestreiten. Wer in den Spielrunden die meisten Münzen gesammelt hat, also die meisten Runden gewinnen konnte, wird Joko, der Sieger des Halbfinales wird der Herausforderer. Angefangen von den bekannten „Leichten Fünf“, wird der Sieger einer Spielrunde auch gleichzeitig der Moderator und wählt aus drei möglichen Spielen pro Spielstufe eins aus.
Moderation
„So Hannah, keine Zwischenfragen mehr. Ich habe alles erklärt, die Frage ist gestellt. Ich schließe die Runde in 5, 4, 3…“, sagt Lissy knallhart an. Hannah schmollt ein wenig, aber Lissy moderiert das Spiel „Lebe schnell, stirb langsam“ einfach stringent und sehr gut. Und irgendwie ist das auch Karma, denn Hannah, die die vorherige Spielrunde moderierte, bekommt einfach ihre Quittung, denn ähnlich „knallhart“ moderierte sie ihre Spielrunde auch. Die Moderation ist neben den guten Spielen auch das Salz in der Aufschmuck-Suppe, denn Wer stiehlt mir die Show? lebt von dem Zusammenspiel von Moderator und Quizzern.
Wermutstropfen
Normalerweise komme ich nicht so schnell zu negativen Aspekten, aber hier passt es einfach ganz gut. Wer stiehlt mir die Show? ist ein Fest für exakt fünf Spielende. Gerade weil die Show und die Spiele auch für fünf Personen ausgelegt sind. Einer moderiert, vier raten hinter den sehr genialen Papppulten, auf die man den Namen und die entsprechenden Spielstände notieren kann. Das ist mega stylisch und sehr nah am TV-Format gelöst. Auch der Buzzer und die Antworttafel sind zweckmäßig und passend zum Spiel designt. Das Highlight ist aber der Würfel, der neben der Spieleerklärung und Beispielen auch immer passende Moderationstipps parat hält und sichtbar in der Mitte der Show platziert wird. Kommen wir zurück zur Spieleranzahl. Das Spiel „Ich weiß, dass du nichts weißt“ gibt uns Siegpunkte, wenn wir auf den Spieler tippen, der die Antwort nicht weiß. Wenn bei drei Spielenden einer der Moderator ist, dann ist logisch, dass die beiden anderen sich gegenseitig wählen. Okay, die Anleitung weist exakt darauf hin, aber nimmt so schon vier Spiele automatisch raus. Das ist uncool, allerdings auch nicht tragisch, denn der Sweetspot sind eben fünf Spieler.
Ab geht die Luzi
Lissy sitzt am Handy und macht das, was sie mit ihren 15 Jahren am besten kann: Social Networken. Beim „Feuerwerk der Emotionen“ schickt ihr exakt drei Emojis an Personen, die dann die fiktive oder reale Person raten müssen. Ich aktiviere meinen Freund Dennis. Hier das Protokoll:
Ich: „Dennis, wir spielen gerade mit der Familie ein Spiel. Wer stiehlt mir die Show?, du musst mir helfen.“
Dennis: „Leg los.“
Ich: „Ich suche eine Person. Ich darf aber nur drei Emojis senden.“
Dennis: „Oki.“
Ich: „🗜️ 🎮 🇮🇹“ Dennis: „Gigi Buffon, nein… Mario.“
Ich: „Nur die erste Antwort zählt, Mario wäre richtig gewesen. Weiter Dennis, zweite Person:“
Ich: „🥂 👠 👸“
Dennis: „Cinderella.“
Ich: „Jaaaa, los Dennis, Person 3:“
Ich: „👸 ⛏️ 7️⃣“ Dennis: „Schneewittchen.“
Ich: „Stark Bro, du bist der Beste. Ich muss weiterspielen, geiles Spiel.“
Dennis: „Viel Erfolg, muss unbedingt mal bei mir auf den Tisch.“
Nun, ich habe in der Spielzahl exakt diese zwei Antworten generiert. Lissy im gleichen Zeitraum einfach mal sieben, denn sie hat Multitasking parallel alles angeschrieben, was geht. Hannah flucht die ganze Zeit vor sich hin: „Fuck, keiner meiner Leute ist online!“ Wer stiehlt mir die Show? will unterhalten und nicht immer ernst genommen werden. Aber irgendwie schon.
Viele Geschichten
Wer stiehlt mir die Show? erzählt viele Geschichten. Irgendwie passiert in jeder Runde was Cooles und Witziges, und so ist es auch irgendwie kaum verwunderlich, dass das Spiel sehr häufig auf den Tisch kommt. Entsprechend dünn finde ich allerdings als Vielspieler die 50 beiliegenden Quizkarten. Auf diesen sind für alle Runden alle Fragen abgebildet. Theoretisch kann man eine ganze Show also mit ca. fünf Quizkarten moderieren, denn mehr als fünf Fragen pro Kategorie braucht man nicht. Höchstens im Finale, denn hier können maximal zehn Runden gespielt werden. Übrigens wieder eine sehr lustige Geschichte: Als ich das Finale gegen Jakob spiele, merkt dieser irgendwann trocken an: „Toll, jetzt meldet sich mein Dad und fragt, ob alles gut ist und warum ich ihm Emojis schicke.“ Das Spiel war Kategorie 5 und schon 15 Minuten vorbei.
Fazit
Wer stiehlt mir die Show? ist beste Samstagabend-Unterhaltung auf dem Brettspieltisch. Die Umsetzung der beliebten ProSieben-Fernsehshow lebt von den sehr coolen, witzigen und sich nicht abnutzenden Quizkategorien und dem genialen Spiel der wechselnden Moderationen. Jeder Spieler hat die Chance, seinen eigenen Stil ins Spiel einzubringen, und sorgt dadurch für beste Unterhaltung und witzige Momente. Gleichzeitig sind die Spielkategorien sehr originell und zeitgemäß aufgearbeitet. Allerdings zündet der Spielspaß perfekt nur für fünf Spielende. Ist das Spiel noch bei vier Spielenden zu empfehlen, lohnt es sich nicht, wenn nur drei die Quizshow spielen. Die Spielkategorien und das ganze Konzept sind einfach für eine saubere Adaption der Fernsehshow ausgelegt. Und die ist einfach für fünf Menschen. Punkt.
Das Flair der Show wird durch die Pulte und die Münzen, die Moderationskarte und den Buzzer stylisch auf den Tisch gebracht, ohne überproduziert zu wirken. Lediglich die 50 Quizkarten finde ich persönlich etwas dünn und hoffe, dass Ravensburger hier noch Nachschub bereitstellt. Für den absolut schmalen Kurs des Brettspiels und die geniale Umsetzung lohnt sich Wer stiehlt mir die Show? total. Ein mega Spiel. Danke Mädels für dieses tolle Vatertagsgeschenk!

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