Lesezeit: 4 Minuten
Es gibt diese Brettspielmomente. Ich finde sie völlig faszinierend und ich glaube, dass ist genau die Magie, die die Brettspiele ausmachen. Parks war so ein Moment bei mir. Warum? Nun, wir hatten eine Runde Arche Nova gespielt und anschließend hat Marco eben diese kleine Schachtel Parks ausgepackt und ein paar Sätze dazu erklärt. Von wegen Wanderung, Parks besuchen, Fotos machen usw. Ich wandere jetzt nicht sehr gerne und spazieren ist für mich sehr übel. Deswegen hat mich dieses Thema eher semi abgeholt. Aber es war ähnlich wie bei Die Insel der Katzen. Als die Schachtel geöffnet wurde, hat sich die ganze Magie eines Spiels entfaltet, hat ihren Zauber und ihre Begeisterung auf mich gelegt und die Liebe des Autors war greifbar. Folgt mir auf diese kleine Wanderung.

Darum geht es in Parks

Ihr seid Wanderer und müsst in vier Jahreszeiten, welche die Spielrunden markieren, einen Wanderweg bewandern. Dafür stehen euch zwei Wanderer zur Verfügung. Der Wanderweg wird jede Jahreszeit zufällig ausgelegt und ist unterteilt in viele Aktionsfelder. Mit diesen Aktionsfeldern ist auch die Mechanik des Spiels verknüpft. Setzte ich meinen Wanderer aka Worker auf einen Abschnitt des Wanderwegs, bekomme ich Ressourcen und Aktionen, blockiere aber auch gleichzeitig diesen Abschnitt für alle anderen Wanderer. Lediglich das Lagerfeuer, das immer am Ende des Weges neu entfacht wird, ermöglichst es, ein Feld mit einem anderen Wanderer zu teilen. Danach wird es leider gelöscht und steht in dieser Wanderung nicht mehr zur Verfügung. Die Ressourcen, die ich auf meiner Wanderung einsammele sind ebenso thematisch wie schön. Sonne, Meer, Gebirge, Tal und Wildtiere. Diese Ressourcen benötige ich, um die Parks zu besuche, quasi um Eintritt zu bezahlen, meinen Wanderer mit Specials upzugraden oder meine Feldflasche zu füllen. Die Möglichkeiten sind trotz des simplen Prinzips vielfältig.

Spielbrett, mit dem Wanderweg unten

Was für ein Trip

Das, was in dieser Schachtel an Material und Liebe steckt, ist Scythe Niveau. Als Ordnungs-Monk drehe ich zu Beginn durch, weil alles seinen Platz hat. Dann fasse ich das Material an und drehe ein zweites Mal durch. Die hochwertigsten, wasserfestesten Karten ever, die Anleitung eben auf solchem Papier gedruckt. Alle Ressourcen aus Holz und gebeizt. Unfassbar. Hier hat Feuerland richtig was Tolles produziert und so sollte es bei jedem Spiel sein. Auch wenn ich dafür 50€ bezahlen muss. Es stört mich nicht. Erstens, weil das Spiel eh Marco bezahlt hat und zweitens, weil ich es auch bezahlt hätte. Und die Optik alleine ist so schön. Die 48 Nationalparkkarten sind originalgetreu, mit Flavourtext und Linksammlung in der Anleitung. Hier waren absolute Profis am Werk.

Links die Wanderer, bereit zu starten.

Nur schicke Optik?

Nein! Die Mechanik ist ebenso simpel wie gut. Die Aktionsfelder wohl dosiert und die zufällige Auslage verändert jede Wanderung. Ich möchte auf meiner Wanderung möglichst viele Nationalparks besuchen und möglichst meinen geheimen Auftrag für Siegpunkte erfüllen. Dafür muss ich aber passende Ressourcen ergattern. Was ist aber, wenn Luis Trenker hier vor mir genau das Feld blockiert, was ich haben möchte? Wandere ich schnell, damit ich vorne weg entscheiden kann und mir die Boni auf den Karten sichere? Oder Bummel ich hinten und besuche jedes Feld? Auch das ist thematisch sehr stark. Die Wanderung besteht in der ersten Jahreszeit aus dem Einstieg, dem Ausstieg und sechs weiteren Streckenabschnitten. Ich kann direkt vom Einstieg zum Ausstieg rennen oder ich kann jeden einzelnen Abschnitt genießen und mir anschauen. Zudem habe ich immer die Möglichkeit zu wählen. Welcher Wanderer bewegt sich denn jetzt?

 

Eine Vielzahl an Möglichkeiten

Das ermöglicht mir viele Möglichkeiten und das Spiel selber bietet zusätzliche. Der Fotoapparat gehört mir. Aber Marco will ihn mir immer wegnehmen. Dafür gibt es ein Feld. Also „kämpfen“ wir beide jede Jahreszeit um dieses Feld, denn jedes Foto, welches ich für zwei Ressourcen schießen kann, ist ein Siegpunkt. Kati ist davon unbeeindruckt und sammelt in jeder Jahreszeit zwei bis drei besuchte Nationalparks. Dafür sammelt sie geschickt Ressourcen ein. Je mehr Siegpunkte ein Park bringt, desto mehr Ressourcen benötige ich für den „Eintritt“ in den Park. Dabei weicht sie einmal von ihrem Muster ab, Gebirgsparks zu sammeln und schnappt sich einen Wasser-Nationalpark. Als ich am Spielende frage: „Warum machst du das? Der Park hat dir doch für die Wertung kaum was gebracht.“, ist ihre Erklärung so einfach und beschreibt das Spiel perfekt: „Das ist mein Lieblingspark, der ist so schön, den mag ich einfach haben.“

Meine Auslage

Fazit

Parks hat eine einfache Mechanik und ist schnell zu lernen. Es hat wenige Spielregeln, die einfach zu verstehen und umzusetzen sind. Trotzdem bietet Parks eine Vielzahl an Möglichkeiten und ist dabei nie langweilig. Gerade bei vier Spielern ist es echt haarig, weil häufig Felder besetzt sind. Dieses Spiel ist zudem das perfekte Spiel für Nichtspieler. Alle haben Spaß am Tisch, erlernen es schnell und es ist trotzdem für alle extrem motivierend und herausfordernd. Dabei ist das Material die absolute Oberklasse. Die Spielzeit ist mit 40-70 Minuten perfekt für ein bis zwei Runden oder als kleines Spiel nach einem Größerem. Parks hat mich mehr als 1000%ig überzeugt und ist thematisch so liebevoll, dass ich jetzt auch gerne wandere. Allerdings nur auf dem Spielbrett. Parks ist für mich ein absoluter Pflichtkauf und gehört in jede guten Spielesammlung.

Parks

50€
8.6

AUSSTATTUNG

9.7/10

SPIELIDEE

8.0/10

SPIELSPASS

8.1/10

Kurzfakten

  • Benchmark Material
  • Einfache, gut vernetzte Mechanik
  • Trotzdem sehr motivierend
  • Perfektes Spiel für Spieler und Nicht/ Neuspieler
  • leicht zu lernen
  • keine Downtime und angenehme Spielzeit

Spielinformationen

  • Genre: Workerplacement
  • Personen: 1-5
  • Alter: 10+
  • Dauer: 40-70 Minuten
  • Autor: Henry Audubon
Redakteur bei Brett & Pad | + Letzte Artikel

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7 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Rheinwürfeler
    21. Februar 2022 9:25

    Ich kann jeden Satz von dir unterschreiben. Ich feiere das Spiel noch heute ab und seit dem ich die Erweiterung gespielt habe, ist das noch das Sahnehäubchen oben drauf.
    Ich bin kein Fan von Erweiterungen, aber das bei Parks ist spielerisch wirklich toll und kaufe eigentlich konsequent keine. Aber da konnte ich nicht wiederstehen.
    Material muss ich nichts zu sagen. Auch dort Edelklasse.

    Rheinwuerfeler

    Antworten
  • AUSSTATTUNG

    10

    SPIELIDEE

    7.5

    SPIELSPASS

    10

    Eins der schönsten Spiele ever, fas auch spielerisch etwas zu bieten hat. Die Erweiterung ein must have.

    Antworten
  • Parks ist MIT der Erweiterung ein tolles Spiel, da die Erweiterung an den richtigen Stellen ansetzt (aus meiner Sicht)

    „Missionskarten“ bringen im Basisspiel einfach zu wenig Punkte.
    Zu wenig Auswahl von Aktionen. Zeltaktionen erweitern diese.
    Soforteffekte von Parks bringen interessante Möglichkeiten.

    Dem Basisspiel hatte ich eine 2- gegeben. Mit der Erweiterung ist es eine 1 und ein super Spiel.
    Preislich langt Feuerland ja meist etwas mehr hin. Hier aber passt es mit dem tollen Material auch in dieser Kategorie

    Antworten
  • Da bin ich echt sehr froh, dass ihr Parks auch so seht. Feuerland langt wirklich zu, aber ehrlich, ich bin da überhaupt nicht böse, wenn so ein Material ankommt. Wenn ich nur an meinen Kinobesuch mit der Familie denke, wo bei fünf Personen 100€ durch den Schornsteinjagen und man so ein Spiel auch in 20 Jahren noch rausholen kann. Danke an euch für den Hinweis auf die Erweiterung. Ist quasi schon fast bestellt.

    Antworten
  • Vielen Dank für die interessante Rezension.

    Kann mir jemand sagen, in weit es sich zu Trails (https://www.feuerland-spiele.de/spiele/Trails.php) abgrenzt? Das scheint mir wie der kleine Bruder zu sein.

    Antworten
  • Ich habe beides gespielt, mich aber dann doch für das deutlich bessere Parks entschieden. Das Trails der „kleine Bruder“ ist, ist unbestritten. Die Symbole sind fast gleich, der Wanderweg ist ähnlich, es gibt einen Start und Ziel. Die Ressourcen sind anders und man hat nur einen Wanderer. Anstatt Parks werden Trophäen ausgelegt, die in verschiedenen Kombinationen Siegpunkte auslösen. Dinge, die man eben auf der Wanderung einsammeln muss.
    Die Wanderung läuft etwas anders ab. Man kann 1 oder 2 Schritte gehen. Zudem wird hin und her gewandert. Zudem trefft ihr unterwegs noch einen Bären, der eine Zusatzaktion ermöglicht. Seid ihr am Ende des Wanderwegs angelangt, könnt ihr Trophäen kaufen und dann geht es zurück. Bei jedem „Abschnitt“ wandert die Sonne als Anzeiger. Jedesmal, wenn die Sonne einen Wanderabschnitt triggert, wird das entsprechende Plättchen von Tag auf Nacht gedreht. That’s it.
    Trails ist toll. Macht richtig Spaß. Aber ich finde eben Parks genauso schnell und einfach noch schöner.

    Antworten
  • Welche Erweiterungen sind zu empfehlen?

    Antworten

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