Lesezeit: 4 Minuten
Selten ging es so schnell. Eine News Mitte September und schwups: Anfang Oktober ist die Rezension schon online. Was ist passiert? Hat der Hobby Redakteur seinen Beruf geschmissen und arbeitet jetzt hauptberuflich für Brett und Pad? Natürlich nicht. Das Spiel Exit – Der Fluch des Ophir ist diesmal kein Brettspiel der beliebten, guten und erfolgreichen Reihe, sondern eine App. Ehrlich, ich war sehr skeptisch. Kann man den Reiz eines Exit-Spiels transferieren? Ich mag es, diese Spiele zu erkunden. Haptisch. Mit Schere. Mit Stift. Das kann auf dem Tablett oder Handy nicht funktionieren.

Darum geht es in
Exit – der Fluch des Ophir

Ein Komet erstrahlt über dem Himmel und kündigt Mystisches an. Wie ein Fanal leuchtet er über dem „Hotel Ophir“, auf das ich gerade zufahre. Viele Gerüchte ranken sich um diesen Ort. Man hört von vermissten Personen, von unerklärlichen Phänomenen oder Gold bis hin zu Flüchen. Ganz pragmatisch bin ich mit Ersterem beauftragt worden. Tory Harlane, der berühmte Schriftsteller, wird vermisst und ich muss hinter das Rätsel seines Verschwindens kommen.

Flavour und Atmosphäre

Nachdem ich eines von drei möglichen Profilen ruckzuck angelegt habe, geht es los. Keine Angst, hier werden keine Rätsel gespoilert. Während ich also das Tablett in der Hand halte, wird mir der Flavour Text vorgelesen. Sanft, mit tiefen Bariton und sehr sehr stimmungsvoll. Meine Frau neben mir auf der Couch klatscht in die Hände und freut sich „Oh ein Hörspiel-Spiel.“ Ein paar Klicks später sind wir in der Lobby des Hotels. Einsam, verlassen finden wir sie vor. Das Spiel führt uns schnell an die einfachen, logischen Bedienelemente. Einen Raum betreten oder Gegenstand aufnehmen, untersuchen, den Raum verlassen und das Item-Menü öffnen. Gott sei Dank ist das Alles in kurzer Zeit erledigt. Ich hasse das. Wirklich. Bei der Playstation wird man über ellenlange Filme an die Steuerung herangeführt, obwohl fast alles ist wie immer. Hier ist auch alles wie immer. Intuitiv. Es geht los. Schnell. Das mag ich.

Der Aufzug – zentrales Element im Spiel

Rätsel

Da ich nicht Spoilern werde, möchte ich auf die Qualität der Rätsel eingehen. 18 Rätsel, alle sehr stark designt, mit drei möglichen Hilfen, die man in Anspruch nehmen kann. So weit die nüchternen Zahlen. Die Rätsel sind aber stark gestaltet und fordern mich, zudem binden sie die Möglichkeiten des Handys oder Tablets mit ein. Ich hätte nicht gedacht, dass solche Dinge möglich sind. Und gerade weil sie möglich sind, wird der Charme der Exit Spiele auch eingefangen. Ehrlich, ich hatte oft das Gefühl, ich habe eine Pappschachtel in meinen Händen. Was hier zwangsläufig nicht so gut funktioniert, ist das Rätseln mit mehr als zwei Personen. Zu zwei an einem Tablett funktioniert das noch, mehr ist aber nicht drin. Dafür hält die App drei unterschiedliche Profile bereit. Perfekt. So können drei Familienmitglieder gleichzeitig und unabhängig Rätseln.

Das zweite zentrale Element

Geschichte

Die Rätsel sind eine brutale Waffe der App. Ich habe sie zügig durchgesuchtet. Zumal sie auch echt ordentlich in die Geschichte eingebunden sind. Hat man das eine Rätsel gelöst, kommt wieder eine Information und es geht weiter. Selten laufen zwei Rätsel parallel. Getragen wird das Ganze – hier keine große Überraschung – über das Notizbuch des Schriftstellers. Aber mal ehrlich…so ein Notizbuch ist einfach passend. Ich liebe das. Bei Indiana Jones und der letzte Kreuzzug fand ich das schon geil. Thematisch sehr stark. Dazu gibt es einige Elemente, die sehr für Atmosphäre sorgen. Der Aufzug, die Coderolle und die… nein, ich spoilere nicht. Die Geschichte ist eigentlich auch echt gut. Eigentlich? Nun, ich hätte mir noch mehr Erzählhappen und Tiefe gewünscht. Gerade in der App, gerade bei dem guten Start und dem angenehmen Erzähler. Die Geschichte ist da, sie trägt die Rätsel, es bleibt aber das Wissen, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre. Schade. Dann wäre es der Hammer gewesen.

Fazit

Für 5,99€ in den Apps Stores bekommt ihr bei Exit – Der Fluch des Ophir mindestens 3h tolle Unterhaltung. Wenn ihr alle Rätsel ohne Hinweise lösen möchtet, seid ihr definitiv länger unterwegs. Einige sind echt kniffelig. Generell löst man den moderat anspruchsvollen Fall spielerisch gut. Das macht sehr sehr viel Spaß. Die Rätsel sind für das Tablet perfekt und hammergeil umgesetzt. Das hat richtig Bock gemacht und mehr als einmal habe ich zu Kati gesagt: „Wie geil ist das denn?“ Dazu tolle Atmosphäre und gute Grafik, ein sehr angenehmer Erzähler, passendes Hilfesystem und drei Profilslots, machen die App zu einem sehr guten Standard. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Geschichte. Diese wirkt einfach nur drüber gelegt, obwohl sie viel Potenzial hat. Aber auch hier ist man sehr nah am Exit Spiel. Da interessiert die Geschichte auch niemand. Aber gerade das ist der Punkt, an dem die App noch mehr Spielerlebnis zaubern könnte. Tut sie aber leider nicht. Warten wir auf die Fortsetzung. Aber alleine wegen der Rätsel, der coolen Benutzung und dem spielerischen Mehrwert für alle in der Familie ein klarer Tipp für gemütliche Abende auf dem Sofa.

Exit - Der Fluch des Ophir

5,99€
8.4

AUSSTATTUNG

8.3/10

SPIELIDEE

8.4/10

SPIELSPASS

8.5/10

Kurzfakten

  • Intuitiv
  • Sehr gute Rätsel
  • Tolle Einbindung des Tabletts
  • Drei mögliche Profile
  • Schneller Einstieg
  • Story verschenkt Möglichkeiten

Spielinformationen

  • Genre: Rätsel-Spiel
  • Personen: 3 Profile /max. 2 Spieler
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: 2h - 5h
  • Entwickler: USM
  • Promo-Code erhalten
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