Lesezeit: 7 Minuten
Nukleum frisst Uran und erzeugt Strom. Das Licht flackert im Wohnzimmer und die Turbinen Köpfe laufen heiß. Ich weiß nicht, welches Lied ich zu diesem Spiel präsentieren soll? Ist es Steam von Peter Gabriel? Oder packt mich Fuel von Metallica? Ich glaube, es ist eher The Nightrain von Kadoc. Die Beats hämmern in meinem Hirn ähnlich atmosphärisch wie Nukleum meinen Kopf bearbeitet und Endorphine ausschüttet. Und das nicht nur auf dem Tisch, sondern auch aktuell, während ich die Rezension schreibe. Nukleum ist ein echtes Schwergewicht. Ich hoffe, ich bringe euch das Gefühl für das Spiel auf den Tisch und die einzigartige Mechanik dahinter. Meine steile These zu Nukleum: Es ist das bessere Brass: Birmingham.

Kurzcheck: Darum geht es in Nukleum

Nukleum ist eine Mischung aus Brass: Birmingham und Wasserkraft. Jeder, der diese Spiele kennt, assoziiert das automatisch mit Nukleum. Nukleum. Dieser Apparat, den Elsa von Fürstenfeld erfunden hat, sorgt für eine neue Ära der Energie. Alle reißen sich um das Nukleum, das die neu entstehenden Gebäude in den Städten von Sachsen an den Strom bringt. Als Industrieller des 19. Jhdt. möchte ich das natürlich besser machen als die Deppen, die mit mir am Tisch sitzen. Städte bauen und elektrifizieren, mein Unternehmen hochwirtschaften und spezialisieren, Netzwerke über Schienen errichten, Aufträge erfüllen oder Kraftwerke und Turbinen bauen sind dabei meine Werkzeuge, die mir dies ermöglichen. Unterstützung bieten die asymmetrischen Unternehmen mit ihren unterschiedlichen Verbesserungen, die ihr freischalten könnt. Ich lege den Schalter um, der Strom flackert. Mein Startkapital: 4 Thaler, 2 Arbeitern, kein Uran, kein Netzwerk, 5 Startaktions-Plättchen, kein Erfolg und viel Motivation. Ich starte im Nirgendwo. Doch wo möchte ich bauen?

Netzwerk. It’s all about the Netzwerk.

Herr Schwind, bitte ins Büro!

Die Kombination aus Aktionsplättchen und Bürotableau ist ein unfassbar guter Mechanismus und ermöglicht dem Spiel diese taktische Freiheit und Tiefe. Ich habe unterschiedliche Aktionsplättchen vor mir liegen. Auf diesen Plättchen sind zwei Aktionen abgebildet. Auf der Rückseite ist eine Schiene abgebildet. Lege ich mein Aktionsplättchen von links nach rechts auf meinem Bürotableau an, darf ich beide abgebildete Aktionen auslösen. Das Plättchen ist geblockt. Je mehr Aktionsplättchen ich oben anlege, desto weiter schalte ich mögliches Einkommen frei. Bei einen Aufräumzug erhalte ich Einkommen. Je mehr Aktionsplättchen, desto mehr Einkommen ist möglich. Auch hier habe ich wieder maximale taktische Möglichkeiten. Wie viele Slots schalte ich frei? Wann löse ich meine Aktionsplättchen aus und erhalte Einkommen? Wo sind meine Einkommensmarker? Spiele ich noch eine Aktion und kann ich diese bezahlen? Oder setze ich lieber eine Schiene ein? Und vernichte dadurch mein Aktionsplättchen.

Die Aktionsplättchen sind das Kernstück des Spiels. Farbige Enden, aufgedruckte Aktionen oder als Schienen sind der Blumenstrauß an taktischen Möglichkeiten.

Netzwerk …

Gleich zu Beginn sind mehrere Optionen möglich, die euch die Tiefe von Nukleum aufzeigen. Indem ihr ein Netzwerk kreiert, könnt ihr auf unterschiedliche Weisen voneinander profitieren. Möchtet ihr das? Oder werkelt ihr lieber alleine vor euch hin? Das ist eine entscheidende Frage in Nukleum. Ich nehme es vorweg. Alleine kommt man in Nukleum kaum ans Ziel. Um eure gebauten Städte mit Strom zu versorgen, benötigt ihr Kraftwerke, Turbinen und Uran. Um die teuren Städte zu versorgen, müsst ihr zusammenarbeiten und die Kraftwerke der Mitspieler nutzen. So viel gibt es nicht auf dem Spielfeld. Also müsst ihr Schienen bauen. Und auch das ist teuer, denn dafür gehen Arbeiter drauf. Und zwar für immer. Das Netzwerk ist ein wichtiger Baustein in diesem Spiel. Wo zecke ich mich ein? Wo schneide ich einen Mitspieler ab und zwinge ihn zum Umplanen. Die Stärke von Nukleum im Vergleich zu Brass und in Wasserkraft. Es ist flexibler. Ich kann niemanden aus dem Spiel kicken und es hält so viele Optionen bereit.

Dresden ist gebaut und am Strom. Das Ausrufezeichen blockiert bei 3 Spielern Bauplätze.

… und Aktion

Ich schaue auf meine aktuelle Situation: „Markus, du bist so ein Depp“, beginnt mein innerer Monolog. „Was hast du dir nur dabei gedacht?“, denke ich mir, als ich auf meine Ressourcen blicke. Ich habe munter Schienen gebaut, weil ich schnell 5 Schienen für einen Auftrag haben wollte. Das Problem bei Schienen: Ihr müsst ein Aktionsplättchen dafür hergeben und es ist weg. Verloren. Für immer. Ihr startet halt nur mit 5 Aktionsplättchen. Das zweite Problem bei Schienen: Ihr müsst einen Arbeiter hergeben. Ihr startet mit 2. Das Schöne an Schienen: Ihr vergrößert euer Netzwerk, ihr könnt, wenn die farbigen Enden zusammenpassen, die entsprechende Aktion ausführen und ihr bekommt für erfolgreiche Verbindungen Siegpunkteeinkommen. Schienen sind ein maximales Dilemma. Wenn ihr viel baut, dann seid ihr gezwungen, Aktionsplättchen nachzukaufen und verliert Arbeiter. Wenn ihr diese Aktion wählt, könnt ihr kein Aktionsplättchen in euer Bürotableau spielen. Ich will aber die Plättchen in mein Bürotableau spielen.

Die Experimente verbessern mein Unternehmen und können freigeschaltet werden.

Taktische Sinfonie

Das alles hört sich wunderbar an, ist es auch. Was mir hier besonders gut gefällt: In meinem Zug habe exakt eine Aktion: Entweder ich räume auf und erhalte Einkommen oder ich setze ein Aktionsplättchen ein. Mein Zug löst keine ellenlangen Kettenzüge aus und die Downtime ist entsprechend gering. Im Gegenteil. Manchmal bin ich froh, wenn ich drei Aktionen der anderen Zeit habe, mir Optionen zu überlegen. Und das sind einige. Und ich sage bewusst Optionen. Gestern hatte ich einen Plan, der mich drei Aktionen im Voraus einen genialen Schachzug  vorbereiten lies. Allerdings schnitt Marc, die Made, mich vor meinem Zug vom benötigten Netzwerk ab. Ich konnte also das Baufeld nicht erreichen. Ein Bauen war so unmöglich und ich musste mir etwas anderes überlegen. Das müsst ihr oft, weil ihr immer in dem Spannungsfeld zwischen Aktionen, Netzwerk, Gebäude bauen, Aufträge erfüllen und Einkommen erzielen sein. Herrlich.

Die Erfolge erinnern an Scythe. Je mehr Erfolge ich erreiche, desto höher kann ich meinen Stern platzieren. Erfolge erhalte ich über das elektrifizieren der Gebäude. Natürlich bekomme ich je nach Sektor noch Siegpunkte bei Spielende.

Es ist nicht alles Gold

Wir haben die dritte Partie gespielt und sind uns ziemlich sicher, dass wir alles mittlerweile richtig gespielt haben. Was war dafür nötig? Zwei Einstiegspartien. Die deutsche Anleitung von Nukleum ist eine Katastrophe. Ich habe sie so oft gelesen und bin kaum reingekommen. Unfassbar viel Text, keine Gliederung, schlechte Positionen der Beispiele und wenig Übersicht der Begriffe sind nur einige wenige Dinge, die auffallend sind. Richtig übel finde ich, dass in der deutschen Anleitung elementare Regeln einfach weggelassen sind. So bekommt ihr zu Beginn des Spiels einen zufälligen Startauftrag. In der englischen Anleitung steht explizit, dass der Platzierungsbonus nicht erhalten wird. Das fehlt in der deutschen komplett. Ohne Marc, der bei BGG in den Foren gesucht hat, währen einige Unklarheiten nicht aufgelöst worden. Bezeichnend, dass Dávid Turczi himself sich da einschaltet und eine FAQ geplant ist. Schlampig und absolut unnötig. Aber Hauptsache, die Erweiterung ist schon angekündigt.

Turbinen oder Lager kosten Arbeiter. Habe ich beide passend freigeschaltet, dann schalte ich den Bonus frei.

Endwertung

Auch die Endwertung des Spiels ist nicht fluffig. Man erhält Siegpunkte für seine elektrifizierten Gebäude. Hat man Regierungsgebäude an den Strom gebracht, dann zählen die darauf angegebenen Gebäude im gesamten Netzwerk. Das schließt also Gebäude der Mitspieler mit ein, sofern sie eben im Netzwerk vorhanden sind. In Prag zählen diese Regierungsgebäude sogar doppelt. Puh. Hat man es 3-4 Mal gespielt, ist es ok. Das alles im Blick zu haben, ist aber die hohe Kunst des Brettspielens. Wäre hier mehr Einfachheit möglich? Ich denke nicht. Die Stärke des Spiels ist eindeutig die Tiefe der spieltaktischen Möglichkeiten. Diese sind so vielfältig, spaßig und fordernd und das bei einer tollen Spielzeit. Wir haben gestern zu dritt 70 Minuten benötigt. Das Spiel endet nämlich, nachdem 2 von 5 möglichen Bedienungen erfüllt worden sind. Das kann recht zügig passieren.

Oben kommen die Aktionsplättchen rein. Je weiter ihr Aktionsplättchen spielt, desto größer wird euer Einkommen. Die blauen Steine begrenzen es. In diesem Beispiel gäbe es allerdings nur: 5 Thaler, 2 Arbeiter und 1 Siedepunkt, weil eben nur ein Aktionsplättchen liegt.

Keine Sackgasse

Ich war in einer dreier Partie in einer solchen. Dachte ich. Kein Zugriff auf ein Kraftwerk, ausgehebelt im Netzwerk und keine passenden Aktionsplättchen. Das war mein Gefühl. Also habe ich umgeplant und Schritt für Schritt andere Optionen als die geplanten umgesetzt. Was soll ich sagen? Ich bin Letzter geworden. Ihr lacht jetzt, aber es war knapp. 16 Punkte zum ersten Platz. Das verdeutlicht die Möglichkeiten von Nukleum. Es gibt immer Wege und Optionen. Alle bisherigen Partien waren sehr eng und knapp. Was mich besonders befriedigt: Ich konnte immer erkennen, was der Sieger besser gemacht hat als die anderen Spieler. Was war sein Signature Move? Wann hat er wo welche gute Entscheidung getroffen? Das ist bei Nukleum unfassbar gut gelöst, kann aber in der nächsten Partie anders aussehen. Denn man weiß nie, wie sich das Netzwerk und die Interaktion entwickelt.

Je besser die Gebäude, desto mehr Strom benötige ich.

Fazit

Nukleum ist das bessere Brass: Birmingham. Damit lehne ich mich weit aus dem Fenster. FunFact: die Rezension von Brass vor 3 Jahren war mein Einstieg bei Brett & Pad und beide Spiele sind von GiantRoc. Für mich aber aufgrund unterschiedlicher Faktoren begründet. Der Mechanismus mit den Aktionsplättchen lässt eine tolle Vielfalt an Möglichkeiten und Entscheidungen zu. Wie setzte ich meine Aktionen ein und was löse ich wann aus? Jedes Mal, wenn ich an die Aktionsplättchen denke, habe ich Lust auf das Spiel und möchte was ausprobieren. Dazu noch die anderen Möglichkeiten. Aufträge, Sterne, Netzwerk. All das in Kombination mit der hohen Interaktion auf dem Spielbrett lassen mein Herz einfach höherschlagen. Ich habe zudem nie das Gefühl, dass ich raus bin. Ich muss vielleicht Umwege fahren, aber diese können zum Sieg führen.

Nukleum bietet so viele Entscheidungsmöglichkeiten und bleibt trotzdem in der Downtime schlank und gut. Ich warte nie oder langweile mich. Nie. Manchmal bin ich froh, wenn ich kurz Zeit habe, meine Optionen zu checken. Dazu kommt eine sehr gute Skalierung für die unterschiedlichen Personen, der variable Aufbau und die Tatsache, dass jedes Spiel anders läuft. Das Material ist absolut hochwertig. Wer allerdings Nukleum nur 1-2 mal spielen möchte, sollte es definitiv stehen lassen. Das Spiel zeigt einem zwar ab der ersten Partie seine Stärke. Der Glanz und die Möglichkeiten entfalten sich aber erst ab der dritten Partie. Dann rauscht der Zug aber durch die Nacht.

Nukleum

70€
9.2

MATERIAL

9.0/10

SPIELIDEE

9.2/10

SPIELSPASS

9.4/10

Kurzfakten

  • Aktion oder Schiene?
  • innovativer Aktionsmechanismus
  • Vielfältige taktische Optionen
  • Asymmetrische Unternehmen
  • Schlechte Anleitung
  • Komplex, aber wenig Downtime

Spielinformationen

  • Genre: Strategiespiel
  • Personen: 1 - 4
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Dauer: 60 - 150 Minuten
  • Autor: Simone Luciani & Dávid Turczi
  • vergünstigtes Exemplar erhalten
Redakteur bei Brett & Pad | + Letzte Artikel

Brettspieler | Carromspieler | Viel-Spieler | Ran NFL süchtig | Weinliebhaber | Leseratte | | Brettspielsammler | MTB Fahrer | Sportler | Hobby-Koch | Kooperativ-muss häufiger-sein | Terraformer | Musikgenuss | Spotifyer | Familie | Fußballer |

12 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • MATERIAL

    8.5

    SPIELIDEE

    9

    SPIELSPASS

    9

    Da bin ich diesmal der Erste, der hier kommentiert. Auf Barcelona und Nucleum waren wir ja beide heiß und am Ende haben wir es so mit den Rezensionen aufgeteilt. Giant Roc hat da wirklich zwei fantastische Brettspiele auf den Markt gebracht. Sind beide für mich absolut oberste Kategorie aus dem letzten Jahr.

    Nucleum habe ich leider nur eine Partie zu viert gespielt (auch mit Regelfehler am Spielende durch den Wust an Details und der erschlagenden Anleitung) und es war fantastisch. Wie du es so wunderbar beschreibst, der Kniff der Aktionsmechanik ist grandios: Plättchen für Aktionen benutzen oder damit Schienen bauen. Alleine daraus ergeben sich immer wieder tolle Zwickmühlen. Ich fands zu viert zudem erfrischend interaktiv. Nicht ganz so hart wie Wasserkraft, aber auch nicht ohne.

    Antworten
  • gruselig, sehe jetzt erst das es bei den Spiel in meiner Heimatstadt plötzlich Atomstrom geben kann 😅 das bessere Brass, das muss schon was heißen. Optisch holt mich das Spiel irgendwie noch gar nicht ab deshalb bin ich noch nicht so heiß drauf mir das ins Regal zu stellen, steht aber definitiv auf der Mal ausprobieren Liste…

    und mal wieder so ein Klasse Spiel bei euren Rezensionen, gab es denn auch Mal Flops bei euch in letzter Zeit?

    Antworten
    • Hallo Stefan,
      das bessere Brass ist auch ein bisschen ketzerisch, aber irgendwie fühle ich es auch. Gerade, weil ich Brass so mag. Ich glaube alle werden diese Meinung nicht teilen, weil Brass hat mit sehr schlanken Regeln so etwas großes geschaffen hat. Aber der Aktionsmechanismus von Nukleum und das Dilemma sind schon sehr edel. Ich fühle halt mehr Möglichkeiten.

      Antworten
      • das war auch mein erster Impuls nach Brass, wow was für ein elegantes Spiel, da stimmt einfach alles das das Grundspiel vollkommen ausreicht und immer wieder spannend ist. Ohne viel drum herum und zig Erweiterungen, das muss ein Spiel erstmal schaffen. Nukleum wird aber definitiv irgendwann mal gespielt, wenn es mal in unserer Spielegruppe auftaucht 🙂

        Antworten
  • Ich denke, Markus hat in letzter Zeit einige Spiele hier vorgestellt, die nicht so wahnsinnig gut ankamen. Grundsätzlich ist es aber so, ich selektiere ja vorher, was mir gefallen könnte. Ein Spiel sich auszusuchen, auf das man keine Lust hat, dann viele Partien für eine Rezension spielt (wenn es überhaupt klappt, weil man dafür ja Leute braucht) und dann viele Stunden noch in Text, Fotos und Datenbankarbeit stecken, wofür?

    Es hat nichts damit zu tun, dass wir nicht kritisch sind, sondern eher das wir Spaß an Brettspielen haben wollen und uns jetzt auch nicht vor jeden Karren spannen lassen wollen. Wenn wir alle möglichen Brettspiele vorstellen würden, gebe es einige Spiele mit wesentlich schlechterer Bewertung, aber dafür fehlt einfach die Zeit.

    Entsprechend hagelt es eine schlechte Bewertung, wenn wir uns selbst bei der Vorauswahl verschätzt haben.

    Falls du einfach Lust auf einen Verriss hast, bei mir sind so aus dem Bauch Etherfields, Andoria Battlefieldsoder Coaster Park eher gefloppt.

    Liebe Grüße

    Christian

    Antworten
    • „Grundsätzlich ist es aber so, ich selektiere ja vorher, was mir gefallen könnte.“

      Richtig; nicht nur Ihr als Rezensenten, sondern auch ich als Spieler; deshalb bin ich eher auf Details in den Rezensionen fixiert als auf das letztliche Fazit.

      Bei einer Aussage wie
      „Die deutsche Anleitung von Nukleum ist eine Katastrophe. Ich habe sie so oft gelesen und bin kaum reingekommen. Unfassbar viel Text, keine Gliederung, schlechte Positionen der Beispiele und wenig Übersicht der Begriffe…“
      kann das Fazit noch so positiv ausfallen, der Rezensent nach mehreren Partien endlich ein geiles Spiel vor sich haben – an dem Punkt ist ein Spiel für mich raus. Meine Restlebenszeit mir zu schade für sowas.

      Und hier werden solche „Mängel“ immerhin klar und deutlich angesprochen, und wir müssen nicht zwischen den Zeilen lesen.

      Antworten
      • Hi Klaus,
        deine Meinung finde ich absolut nachvollziehbar.
        Ich habe mir ein Regelvideo angeschaut: Die haben auch Kleinigkeiten falsch gemacht. Die Stärke meiner Spielgruppe ist, dass sie alle eine Anleitung nach dem Spielen lesen, um dem Erklärer jeden Fehler unter die Nase zu reiben. Dadurch kommen wir fast immer zum echten Spiel. Oder zum Richtigen.
        Im Fall von Nukleum stört mich, dass die redaktionelle Bearbeitung einer Anleitung nicht eine klarer Zuordnung und Layout Gestaltung forciert.
        1. Begriffe klären und anhand von Beispielen definieren.
        2. Die ersten Schritte klär strukturieren
        3. Eine Übersicht erstellen
        4. Genaue Definition mit deutlichen Beispielen
        5. Und das ganze so anpassen, dass alles zusammengehörige auf einer Doppelseite sichtbar ist. Dann muss halt auch mal ein Seitenumbruch her.

        Jetzt schreien vielleicht ein paar Menschen, dass das ja grob der Fall ist. Ja, richtig. Grob und da liegt der Hase im Pfeffer. Ich erwarte bei einem Expertenspiel mehr. Aber klar, ich bin ja Experte und daher erschließe ich mir alles selber.

        Klaus, es tut mir leid. Ich würde dir gerne das Spiel erklären, denn so viel ist es garnicht. Andere Spiele haben da deutlich mehr Regeln. Und es bricht mir fast das Herz, dass du nicht in den Genuss des Spiels kommst. Soll ich ein Video Tutorial machen?

        Antworten
        • Um Himmels Willen – mir wäre das wohl auch mit einer guten Regel zu komplex; da ich aber bei öffentlichen Spieletreffs aufschlage, mach ich mich gerne vorher über die dort drohenden Spiele schlau. Wenn ich nämlich keinen Spass habe, kann ich das nicht verbergen, was wiederum den anderen den Spass verderben würde; daher lass ich die dann von vornherein aus.

          Hab das hier nur als Aufhänger genommen, dass auch ein gutes bis begeistertes Fazit nicht zwingend eine Lobhudelei zu einem Spiel sein muss, weil Stefans Frage nach den Flops ja durchaus Potential hat, zwischen den Zeilen gelesen zu werden 😉
          Und auch ein weniger komplexes Spiel hätte bei mir mit einer schlechten Anleitung keine Chance, denn dann wäre es ja eher Arbeit als Spiel.

          Antworten
    • Hallo Ihr Lieben,
      tatsächlich bin ich sehr froh ein paar gute Spiele für mich entdeckt zu haben. Die weiße Burg und Nukleum sind da echt schöne Spiele. Gerade nach der Messe habe ich ein paar Titel gehabt, die echt zäh waren. Ich bin ehrlich: Da bin ich auch ein wenig verwöhnt. Aber das soll auch so sein. In meiner Spielegruppe spielen wir seit drei Wochen die Kombination aus Black Rode Wars: Rebirth und Nukleum. Und es macht so unfassbar viel Spaß. Wir hatten gestern eine Runde Black Rose Wars: Rebirth die war so unfassbar gut.So so gut.
      Wir sind sehr kritisch. Lies bitte meine Rezension zu New York Zoo oder After Us. Wir lassen uns auch gerne eines besseren belehren. Lies dazu bitte Frameworks. Oder wir hinterfragen uns kritisch selber. Dazu passt für mich am besten Cascadia: Landmarks.
      Aber Brett & Pad steht für Spaß am Brettspielen. Denkt bitte immer daran, wie ich angefangen habe…Als Fanboy. Christian hat mich süchtig gemacht. Ich habe die Berichte gelesen und….gekauft….
      Und dann irgendwann hat Michael mal ein ganz tolles Spiel mitgebracht und das hieß: New York Zoo und ich dachte: „Das lässt du so nicht durchgehen!“
      Ich hoffe Ihr habt einfach Spaß daran.

      Antworten
    • Und das ihr so eine gute Vorauswahl trefft ist ja auch irgendwie ein Qualitätsmerkmal eures Blogs. So sehr ich manche YT-Kanäle schätze, nerven mich doch immer mehr die Videos in denen unzählige Spiele auf einen Schlag vorgestellt werden, weil die Kanalbetreiber mal wieder riesige Pakete mir Rezensionsexemplaren bekommen haben. Bei euch heisst es dann definitiv Klasse statt Masse.
      Und noch ein großer Pluspunkt eurer Seite, bei euch bekomme ich viel schneller einen guten Eindruck von einem Spiel als bei einer 20 Minuten Video Rezension. 🙂

      Was noch wünschenswert wäre, was ihr glaube bei einigen neueren Rezensionen schon macht, welche Version des Spiels ihr getestet habt… also KS, normal oder deluxe. Da gibt es ja bei vielen Spielen mittlerweile dutzende Varianten.

      Antworten
  • „Und das ihr so eine gute Vorauswahl trefft ist ja auch irgendwie ein Qualitätsmerkmal eures Blogs.“

    Richtig; an der Vorauswahl schätze ich zB sehr, dass insb. Christian auch die Social-Deduction-Ecke und den Koop-Bereich bedient und beide nicht direkt die Nase rümpfen, wenn irgendwo „Familienspiel“ drauf steht. Bei einigen der YT-Kanäle habe ich den Eindruck, dass sich die Betreiber regelrecht schämen würden, wenn sie mal zugeben müssten, dass auch ein im Grunde simples Spiel sehr viel Spass machen kann – und ihm dann allenfalls als „Absacker“ eine Daseinsberechtigung zugestanden wird.

    Antworten
  • Denny Crane
    8. Februar 2024 14:04

    MATERIAL

    0

    SPIELIDEE

    8.5

    SPIELSPASS

    0

    schöner Test, der lest die Begeisterung für das Spiel gut rüberkommen.
    Aber sowohl vom Setting als wohl auch vom Regelbuch spricht mich das Brass mehr an. Ich würde mal gerne beide versuchsweise spielen.

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