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Ein Vorteil, wenn man erst seit kurzer Zeit wieder Brettspiele spielt und einfach ein Jahrzehnt verpasst hat, ist die Tatsache, dass man sehr viel Klassiker entdecken kann. Genauso wie Christian bei Dungeons Lords. Wer jetzt denkt, hier kommt das epische Brettspiel auf den Tisch, der irrt. Marco brachte Zoff im Zoo mit und ich habe es auf Anhieb geliebt. Einfach mal wieder ein Kartenspiel. Kein 2-Personen-Stichspiel, wie Fuchs im Wald. Kein klassisches Stichspiel wie Skat oder das von mir geliebte Doppelkopf. Nein, Zoff im Zoo ist eine alte Dame mit jeder Menge Spielspaß und gehört damit in den Blog. Ab in den Zoo mit euch.

Darum geht es in Zoff im Zoo

Zoff im Zoo fordert 3-7 Spieler am Tisch. Logisch. Warum auch weniger, wenn man sich zoffen soll? 12 verschiedene Tiere sind im Zoo und haben alle Bock, die anderen Tiere Karten zu schlagen. Fett auf die Mütze. Alle Tiere sind 5-fach vorhanden, außer die Mücken, davon gibt es nur vier. Der Clou beim Spiel ist zudem, dass man mit einem Partner spielt und dieser Partner immer wechselt. Abhängig davon, wie gut oder schlecht man spielt. Gleichzeitig spielt man aber auch für sich alleine. Hier sind echt fiese Dinge vorprogrammiert. Wie wird sich denn jetzt eigentlich gezofft?

Fünf Karten je Tier.

 

Alphatier

Die Karten bei Zoff im Zoo zeigen das Tier, welches man ausspielt. Wal, Igel, Maus, Robbe, Piranhas, Krokodil, Löwe, Mücke, Fische, Eisbär, Elefant und Fuchs. Und natürlich zeigt die Karte an, von welchem Tier mein Tier verprügelt oder gefressen wird. Beispiel? Gerne. Der Eisbär bekommt Prügel vom Elefanten und vom Wal. Der Piranha wird schon von deutlich mehr Tieren gefressen. Nämlich Robbe, Krokodil, Wal und Eisbär. So kommt eine schöne Reihenfolge ins Spiel. An der Spitze thront der Wal, der keine natürlichen Feinde hat. Aber nicht nur die Qualität der Karten spielt eine Rolle, sondern auch die Quantität. Ich lege eine starke Hand von Fischen aus. Fische sind eher unten in der Nahrungskette. Sie werden von Piranhas, Krokos, Wal und Robbe vertilgt. Aber ich habe vier Stück auf der Hand. Und wer diese Karten schlagen will, der muss jetzt schon vier dieser höheren Karten bieten.

Wer bekommt den Stich?

Und damit geht das ganze Taktieren und Planen richtig los. Ziel ist es, als Erster meine Handkarten loszuwerden. Dann bekomme ich am meisten Punkte. Was hat mein Gegner? Wie viele Wale sind bereits weg? Wer spielt auf? Zudem haben die Tierpfleger der Abteilung Wertung zwei verschärfte Maßnahmen eingebaut. Bekomme ich keinen Igel in meinen Stichen, erhalte ich einen fetten Minuspunkt. Für jeden Löwen, den ich erhalte, bekomme ich zudem einen Pluspunkt. Einzige Voraussetzung: Für den ersten Punkt muss ich mindestens zwei Löwen haben, denn Löwen sind Herdentiere. Und damit ist das Zoffen um die Stiche in vollem Gange. Den Stich, also die Summe aller gespielten Karten bekomme ich, wenn niemand mehr nach mir Karten ablegt.

Besonderheiten sind oben in der Mitte. Der Igel kostet einen Punkt, wenn ich keinen habe.

 

Stichbeispiel: Ich spiele eine Fischkarte aus. Marco erhöht sofort mit zwei Fischen. Michael spielt zwei Piranhas, Uwe passt, weil er keine Karten auf der Hand hat, die Piranhas killen. Dafür feuere ich zwei Eisbären rein. Jetzt muss Marco leider passen, Michael ebenfalls. Da die Eisbären aber von Elefanten platt gemacht werden, kann Uwe wieder einsteigen, indem er zwei Elefanten legt.

Stichbeispiel

Der Clou

Bei den Elefanten kommt ein weiterer tierischer Spielspaßkracher mit der Freikarte durch den Zoohaupteingang spaziert. Nein, eigentlich sind es zwei Kracher. Der Elefant hat, ähnlich wie der Wal im Wasser, keine natürlichen Feinde. Nichts steht über ihm. Es gibt nur ein Wesen, das dem Elefanten Angst macht. Die Maus. Also kann ich zwei Elefanten mit zwei Mäusen besiegen. Die Maus kann jedoch von Igel, Eisbär, Robbe, Löwe, Krokodil und Fuchs vernascht werden. Ihr seht, was hier in dem Spiel passiert. Eine ausweglose Stichsituation wird mit einem kleinen Tier noch mal auf null gesetzt. Das Rennen startet von vorne. Jemand, der vorher raus war, steigt wieder ein. Und die Reihenfolge der Wertigkeit der Karten ist nicht linear. Zoff ist vorprogrammiert.

Gerade bei den Dickhäutern hat sich die Autorencrew einiges einfallen lassen. Ihr wisst noch, dass Mücken im Spiel sind? Ihr kennt das Sprichwort? „Aus einer Mücke einen Elefanten machen!“ Perfekt. Dies dürft ihr bei Zoff im Zoo wörtlich nehmen. Habt ihr einen Elefanten und eine Mücke auf der Hand, dürft ihr diese Karten gemeinsam spielen und eben aus der Mücke einen Elefanten machen. Schwups sind es nun zwei Elefanten. Aber Vorsicht: Das ist exakt einmal in einem Stich möglich. Ihr könnt keine zwei Mücken zu Elefanten machen! Das Sprichwort ist eindeutig.

Fazit

Das Spiel macht so viel Spaß und bietet dabei viele Möglichkeiten, seine Karten zu spielen. Es ist das perfekte Familien-, Karten- und Stichspiel und immer dabei, wenn ich unterwegs bin. Zoff im Zoo spielt sich dabei superfluffig, hält im Zusammenspiel mit dem Partner noch einige Kniffe parat und fordert trotzdem mein Können als Kartenvirtuose. Zudem sind die Karten so simple und logisch gestaltet, dass selbst Anfänger und Kinder schnell mit der Symbolsprache zurechtkommen. Eigentlich ein optimales Spiel zum Einstieg in Stich- oder Trumpfspiele und trotzdem herausfordernd genug, es mehrere Runden oder einen ganzen Abend zu spielen. Der Spielspaß und die Kommunikation ist ähnlich hoch wie ein Besuch in Münsters Allwetterzoo. Zoff im Zoo ist ein Klassiker und macht immer wieder Spaß. Eine klare und günstige Kaufempfehlung.

 

Zoff im Zoo

8.95€
7.9

AUSSTATTUNG

7.0/10

SPIELIDEE

8.0/10

SPIELSPASS

8.8/10

Kurzfakten

  • Schnell zu Lernen
  • Lustig und Spaßig
  • Herausfordernd
  • Mit vielen Kniffen
  • Suchtpotenzial
  • Günstig

Spielinformationen

  • Genre: Kartenspiel
  • Spieler: 3-7
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: 30 - 45 Minuten
  • Autor: Doris & Frank
Redakteur bei Brett & Pad | + Letzte Artikel

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