Lesezeit: 3 Minuten
Christian von Spielstil schrieb mich mit der Intention an, blogübergreifend etwas auf die Beine zu stellen. Das hat aus meiner Sicht schon vor der SPIEL ’19 wunderbar geklappt und entsprechend war ich sofort dabei. Das Konzept sieht dabei eine Frage des Monats vor, die wir für euch beantworten und dabei alle TeilnehmerInnen verlinken. Was ich äußerst sympathisch finde: Der Content bleibt bei einem selbst und wird nicht, wie gerne auf YouTube gemacht, bei einem Kanal gesammelt, der dann hauptsächlich die Aufmerksamkeit abgreift. Die Aktion läuft unter #BG2GETHER und brettert damit am Tag der Veröffentlichung durch die Social-Media-Welten. Genug Buchstaben-Gelaber, starten wir die Aktion, bei der du ebenfalls herzlich eingeladen bist in den Kommentaren deine Finger über die Tastatur tanzen zu lassen.

Wie stehst du zu Snacks und Getränken am Spieltisch?

Markus

Für mich ist Spielmaterial heilig. Meins und das meiner Mitspieler:innen. Nehme ich ehrfürchtig eine Schachtel aus dem Regal, streichel ich liebevoll darüber, erfreue mich an den Miniaturen und dem farbenfroh gestalteten Brett. Marco hat das Spiel im Wohnzimmer aufgebaut und eine kleine Auswahl an Anti-Pasti zur Verfügung gestellt. Ein fataler Fehler in meinen Augen. Aber ich bin nicht nur ein Freund des Spielmaterials, sondern auch Wächter zugleich. Ein Mann der Mauer. So sehe ich, wie Michael eine Olive mit dem Zahnstocher anvisiert. Die Spitze dringt in die Schale ein, die Haut durchbiegt sich, bevor sie nachgibt und der Holzstab sie pfählt. Sie wird aus dem Öl gezogen, ich höre das schmatzende Geräusch der Flüssigkeit. Die Zeit verlangsamt sich. Ich bin Spiderman und nehme jedes Detail war. Kurz bevor die Olive ihre Bestimmung in Michaels Mund erreicht, sondert sie einen dicken bauchigen Tropfen Öl als finalen Gruß dem Playerboard von Cry Havoc entgegen. Ich sehe, wie der Tropfen die Distanz zwischen dem Playerboard exponentiell verringert, aber mein Zweck dient der Bewahrung des Materials. Scheinbar zeitbefreit greife ich zur Serviette vor mir und schiebe sie rechtzeitig mit dem Aufprall des Tropfens über das Playerboards.

Ernsthaft. Antipasti ist jetzt nicht die beste Wahl, wenn das Spielbrett schon aufgebaut ist, oder? Wohl wissend, dass so was passieren könnte. Wenn alle vorsichtig und übervorsichtig essen, passiert nichts. Aber machen das alle? Nein! Bei uns gibt es immer Snacks und Getränke, denn es soll ja ein gemütlicher Abend werden, aber meine Gruppe passt auch auf. Aber trotzdem halte ich Gummibärchen und Dinge, die mit einem Happs im Mund verschwinden, besser. Chips sind ja schon schwierig, weil man sich ja immer die Finger ablecken muss. Da kann man ja gleich das Spielmaterial anlecken. Gott sei Dank sind unsere Tische zudem so groß, dass die Getränke noch nie umgefallen sind. Stellt euch mal vor, so eine Cola zerstört das Scythe Spielfeld oder ertränkt Spirit Island. Meine Laune wäre nachhaltig im Keller. Es gibt einfach Snacks, die haben nichts auf dem Spielbrett verloren. Chicken Wings oder so. Christian, bei dir gibt es doch auch immer Snacks am Brett, oder?

Christian

Ich bin ja ein Barbar. Brettspiele sind z.T. auch Gebrauchsgegenstand. Ich muss nicht jede Karte in Plastik einhüllen und kaufe auch keine Zweitversionen für den Schrank. Ich flippe nicht aus, wenn ein Karton eine Delle hat und Snacks und Getränke gehören für mich dazu. Ich habe da andere Marotten, wie das Spaltmaß bei Hexfeldern. Das ist eine andere Geschichte. Zu Snacks habe ich ja eine herrliche Anekdote, die ich sicher auch schon verrribt habe. Nein, kein Rechtschreibfehler. Ich rede vom Mc Rib, einen Burger, der mir schon immer Ekel bereitet hat. Man weiß nicht, was isst der Esser da gerade. Ist das noch das Fleischbrikett oder sind es schon die eigenen Finger. Merken tut man es schwer, dafür sorgt die klebrige Soße.

Und genau solch einen Mc Rib hat ein Freund zum Brettspielabend mitgebracht. Er war halt spät dran, da isst man so ein Teil neben dem damals heiligen Descent 2. Fleisch, Finger, Plastik-Miniatur? Egal, alles rein damit. Mir sind die Augen fast aus dem Kopf gefallen. Björn, der Besitzer des Spiels erlebte wohl seine persönliche Apokalypse. Lange her. Party-Martin hat es aber vor kurzem auch getan. Wie heißen diese Pommes mit Bratensoße? Auch mitgebracht. „Ich esse vorsichtig am Tisch!” hat er gesagt und Flatsch war ein Tropfen Bratensoße auf dem Spielmaterial. Also Leute, Essen mit fetter Sauce gehören nicht an den Tisch! Punkt. Alle anderen Snacks sind bei mir eher erlaubt. Bester Snack sind diese Erdnüsse im bunten Glasurmantel, um keine Marke zu nennen. Ich liebe sie.

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10 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Bei uns gibt’s einfach ab und zu Essens Pausen, bei Spieletagen bringe alle immer vorher genug essen mit und die Gastgeber bereiten schonmal was warmes vor. Nach den ersten Partien, wird zwischen zwei Spielen einfach der Tisch mit Tellern, statt mit Spielbrettern gedeckt.

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  • Das Problem umgehe ich, in dem ich vorher für die Spielgruppe koche. Gegessen wird dann vor dem Spiel und wer satt ist, kommt auch nicht auf die Idee, Knabberzeug beim spielen zu konsumieren 🙂

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    • Bei der Masse an Spielen und der knappen Zeit, gerade unter der Woche, ist eher nicht mit gemeinsamen Essen. Das ist dann meist schon knapp getaktet. Am WE ist das was anderes. Da gibt es bei nem Brettspieltag natürlich gemeinsame Pausen.

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  • Gordon Shumway
    7. März 2022 15:51

    Bei uns hängt es von der Spielrunde ab. In der einen (Spielort: Alte Jagdhütte auf einem Resthof) gehören Snacks und auch ein, zwei, drei Getränke dazu. Die bunten glasierten Erdnüsse sind so gut wie immer dabei. Aber auch Chips und Erdnüsse. Da gibt es nur die ungeschriebene Regel, dass man die Finger nach dem Snacken gut an der eigenen (!) Hose abwischt. Daher haben manche Spiele und besonders die Spielmatte schon ihre Lebensspuren aufzuweisen. Besonders hervorzuheben ist hier der Jägermeisterfleck auf Gloomhaven und der Matte. Zum Glück haben wir die gefleckte gekauft. Kurz geärgert, abgewischt (diesmal nicht mit der Hose) und weiter gehts. In der anderen Runde sind wir eher vorsichtig unterwegs. Liegt auch daran, dass wir in dieser im normalen Wohnzimmer spielen. 🙂

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  • Haha, wieder mal sehr gut. Ich bin da eher bei Markus. Bekomme schon Plaque wenn bei Qwixx Chips am Tisch stehen.
    @ Christian Bin da überrascht, das klang hier noch ganz anders 😜 https://brettundpad.de/2020/01/13/der-brettspielneurotiker/
    Grüße, Frank

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    • Irgendwie habe ich meinen Text wohl falsch geschrieben. 😀 Ich saue ganz sicher nicht rum und habe ja sogar Anekdoten ausgegraben, die mir zu viel sind. Wenn ich mich mit Leuten aber zum Brettspielen treffe, dann sind das Menschen, die trage ich in meinem Herzen. Ich lade seit 25 Jahren zu Brettspielen ein, es soll ein netter Abend/Tag werden und da gehören Snacks und Getränke für mich dazu. Es ist in diesen 25 Jahren einmal ein Glas Cola umgekippt, komplett auf die Hexfelder von Eclipse. Soll ich was verraten? Das Spiel hat es super überstanden! Ansonsten kann ich selbst noch alte Klassiker auspacken und spielen. Wer sorgsam mit seinen Brettspielen, seinen Getränken und Snacks umgeht, der kann die Spiele aus meiner Sicht absolut benutzen, ohne Sleeves und Panikattacken bei Gläsern und Snacks.

      Mir ist das Brimborium, was manche um ihre Brettspiele machen (gefühlt auch von Menschen, die noch nicht so lange dabei sind und in kurzer Zeit massiv viel Geld ausgeben) einfach zu viel. Ich denke, Markus und ich sind da nicht so weit auseinander. Antipasti gibt es bei mir auch nicht und wenn wir zusammen gespielt haben, war da Konsens. Meine Erfahrung ist einfach, dass man größtenteils Brettspiele als Gebrauchsgegenstand benutzen kann, wenn alle aufpassen und Brettspiele schätzen.

      Zu dem Artikel Brettspielneurotiker, immer noch eines meiner liebsten Schätze :D, da steht eigentlich nichts zu Snacks und Empörung… Meinst du die Leckereien? Da ging es nicht um Snacks, sondern um Personen, die Finger anlecken, damit man Material besser aufheben kann. So wie manche das bei Buchseiten machen. Klingt irre, habe ich aber erlebt.

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  • Bin auch Team Markus.
    Wenn mein Mann und ich alleine spielen, gibt es gar keine Snacks und normalerweise nur Wasser. Und das steht auch nicht auf dem Tisch sondern einem extra Beistelltisch.
    Bei Freunden gehe ich dann aber Kompromisse ein, da ich sonst vermutlich ohne sie spielen müsste. Da ist aber auch nur das erlaubt, was nicht direkt mit Fingern angefasst werden muss, z.B. Schoko-Bons, für manches gibt es dann Picker (Käsewürfel oder Mini-Kabanossi) und nicht krümelt.

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    • Ich habe das in einer Antwort schon weiter oben etwas ausgeführt, mich würde eine Sache interessieren. Ist bei dir schon einmal was schlimmes passiert?

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      • Rotwein auf Villen des Wahnsinns war so ziemlich das Schlimmste.
        Da zweite Edition und nicht oop also an sich verkraftbar. Bei manch anderem Spiel hätte mein Herz da sicher schon mehr geblutet.

        Die Menschen, zumindest die, mit denen ich spiele, neigen dazu, sich nach Snacks die Finger abzulecken. Das bekommt man denen auch nicht abgewöhnt, ist eher so ein Reflex.
        Die abgeschlabberten Finger mag ich tatsächlich nicht an meinen Karten bzw. hochwertigeren Spielen.
        Bei Roll und Write Spielen z.B. wäre mir das aber egal. Würfel kann ich nach dem Spielen wieder sauber wischen und wenn auf dem Abreißblock ein Fettfleck drauf ist, stört mich das auch nicht.

        Unterm Strich kann mal also sagen, dass es wohl auf das Spiel ankommt, ich aber eher vorsichtig bin :).

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  • Verstehe ich nicht. Lieber Finger gründlich abschlabbern wäre mit lieber als finger an der hose abwischen.
    brides zusammen wäre vielleicht der königsweg für lupenreine griffel am spieltisch !

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