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Teburu: The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac - Volume 2Teburu: The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac – Volume 2 trudelte bei mir ein. Zeit die Muskeln zu massieren und die Beine zu stretchen, denn jetzt werden wieder Bosse gefetzt! Kinder turnen voller Vorfreude durch die Wohnung, der Papa überprüft mit nicht weniger kribbeln im Bauch die Technik. Ihr wisst, ich war damals trotz Kinderkrankheiten ziemlich begeistert. Die Technik war gut, hatte aber ihre Probleme. Der Sog durch massiv coole Bosskämpfe enorm, der Verwaltungsaufwand erfrischend gering, mauserte sich das Spiel zu den Lieblingen des Jahrgangs. Wer damals an Bord war, wusste aber auch um die Kritik an dem Titel. Was also bringt Volume 2 nach ungefähr einem Jahr Pause?

Die Grundlage

Wem das Teburu-System fremd ist oder das Grundspiel von The Bad Karmas nicht kennt, der kann sich gerne die folgenden Artikel einmal einverleiben. Das ist nämlich die Grundlage dieser Rezension und ich wiederhole weder die mechanischen Abläufe noch den technischen Unterbau an dieser Stelle.

Kurzcheck: Darum geht es in Teburu: The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac – Volume 2

Zunächst geht es anscheinend darum, mit exorbitanter Titellänge das Layout des Blogs zu zerstören. Wer auch immer sich Brettspieltitel ausdenkt: Vergesst uns arme Blogger nicht! Zurück auf den Platz. Es dreht sich in Volume 2 alles um die nächsten vier Bosse. Es kann also weitergehen! Vier ikonische Bosse, alle mit feiner, spannender Mechanik gesegnet, die nach ihrem Ableben uns weiter an den Charakteren feilen lassen. Hier schon die Anmerkung: Wer die ganze Kampagne erleben will, muss sich auch noch Volume 3 kaufen. Autsch. Pegasus Spiele ist hier eben an die Schachtel-Struktur von Xplored gebunden. Der Kritikpunkt einer zerfledderten und nicht gerade günstigen Kampagne bleibt also bestehen. Teburu bleibt ein nischiges Luxusprodukt der Szene. Hier muss jede Person selbst entscheiden, ob es einem das wert ist. Doch was für Wertigkeit steckt denn nun in der Volume 2?

Teburu: The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac - Volume 2
Unfassbar guter Boss-Kampf!

Nach Hause kommen

Ich entstaubte das Grundspiel für die Charaktere und holte das separate Teberu-Spielbrett vom imaginären Dachboden. Die Vorfreude war riesig. Doch funktioniert die Technik noch? Das Grundspiel habe ich mit vier verschiedenen Gruppen gespielt, meine Erfahrung war also groß, und entsprechend schnell war mein altes System wieder installiert. Laptop als Hauptdevice mit Stream auf einen großen Monitor, der auf dem Tisch steht, und als Charaktersteuerung jeweils die privaten Smartphones der Familie. Ring und Würfel aufladen nicht vergessen, aber dann sollte es losgehen. Aufbauzeit: maximal 10 Minuten. Ich liebe das nach wie vor. Der Verwaltungsaufwand ist einfach weg. Aber … natürlich streikte wieder einmal der Würfel. Das Spannende ist allerdings, dass Xplored in der Zwischenzeit unzählige Updates für jegliches Material veröffentlicht hat und sogar softwareseitig Zugriff auf die Spielelemente erlaubt. So spielte ich zunächst die automatischen Updates auf und resettete dann per Hilfstool in der Teburu-App den Würfel. Nickend saß ich am Tisch und Anerkennung für die technische Verbesserung manifestierte sich in meiner Gedankenwelt. Der Würfel funktionierte dann einwandfrei. Auf geht’s, Leute! Lasst uns den Spielspaß einsacken. Oder?

Die Welle

Alles lief am Schnürchen. Meine Frau war begeistert und froh, dass ein technisches Drama ausblieb. „Leute, still jetzt, die Kampagne geht weiter.“ Was war ich aufgeregt. Wir sahen Bilder, wir sahen Text, aber keinen Sprecher. Komisch. Anscheinend keine Sprachausgabe mehr. Erster Downer. Dann aber ging es gegen Leo, Virgo, Libra und Scorpio. Wir waren sofort wieder im Modus. Zustände checken, eigene Kampfhaltungen auswählen, gemeinsam Karten absprechen, Positionierungen analysieren und natürlich der große Spaß, die Mechanik hinter den Bossen zu verstehen. Was bedeuten bei Leo die Autowracks oder der verglaste Sand? Virgo ballerte uns ein nerviges, sich ausbreitendes Geflecht aus. Oder Libra, vielleicht der Höhepunkt überhaupt, spielte mit der asymmetrischen Anordnung aller Elemente auf dem Spielplan. Wirklich geil und so noch nie gesehen! Scorpio hingegen war ein kranker Tanz mit fettem Kniff. Auch das analoge Material fällt etwas üppiger aus, weil die Bosse sehr viel Gelände mitbringen. Dazwischen Upgrades, Upgrades und Upgrades. Unser Deck und damit die Möglichkeiten wuchsen und das Spiel vor dem Spiel wurde zu einer kniffligen Sache. Ich bleibe dabei: Die reine Boss-Mechanik in Vereinigung mit der Digitalität des Systems ist ein Traum. Nicht umsonst lud mein großer Sohn direkt im Teburu-Fieber seine Freunde ein und schmissen mich aus dem eigenen Wohnzimmer, weil mit Feuereifer der nächste Kampagnendurchlauf gestartet wurde.

Fette Beute wird verteilt

Einschub Charaktere

Warum mein Sohn darauf auch solche Lust verspürte, sind die drei Heroes-Erweiterungsboxen. Ich habe das stark unterschätzt, aber das Spielgefühl verändert sich merklich, wenn andere Charaktere gegen die bekannten Bosse auf dem Feld stehen. Schnell merkte ich, wie viel stringenter und klarer die Charaktere des Grundspiels aufgebaut sind. Das ist sicher passend für den Einstieg, aber die Charaktere in den Erweiterungen sind erfrischend komplexer. Allerdings muss auch hier angemerkt werden, dass der Preis heftig ist. Das interessierte die Jugendbande an meinem Tisch herzlich wenig. Ich sag’ es mal so, ich musste nach der Action gut durchlüften. Schweiß und Spannung lagen in der Luft. Gute Spiele setzen solche Duftmarken.

… und trotzdem …

… war am Ende nicht alles reibungslos. Das nervt dann ungemein, vor allem wenn man hybride Spiele wie Boss Fighters QR ohne einen technischen Fehler spielt. Und Teburu: The Bad Karmas ja eigentlich für die schnelle Nummer steht. Wenn technische Probleme dann ausbremsen, nervt es gewaltig, weil eines DER Vorteile torpediert wird. Ich möchte natürlich für meinen Blog Fotos anbieten. Was mache ich also? Ich verlasse kurz die Spiel-App, um die Kamera zu starten. Das Zurückkehren führte zum Absturz. Ein anderes Mal konnte die Verbindung nicht wiederhergestellt werden, nachdem ich die App kurz verließ. Wichtig zu wissen: Der Spielfortschritt geht nicht verloren, trotzdem erwarte ich nach so langer Zeit da eine bessere Handhabung. Behandelt euer Smartphone entsprechend wie ein rohes Ei und macht, wenn ihr Teburu spielt, nichts anderes damit.

Teburu: The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac - Volume 2
Volume 2 bietet wieder nur vier Bosse

Fazit

Teburu: The Bad Karmas – Volume 2 liefert genau das, was ich mir erhofft hatte: vier neue Bosse, starke Mechaniken, herrlich wenig Verwaltungsaufwand und wieder dieses besondere Kampfgefühl. Hier hebt ein hybrides Bossmonster direkt auf dem Spieltisch die Pranke der Spannung, während wir uns zum Sieg, fast deduktiv kämpfend, einen Weg aus der spielerischen Dunkelheit bahnen. Wenn alles läuft, ist auch Volume 2 ein Traum aus Taktik, Teamplay und technischer Magie. Die zusätzlich kaufbaren Charaktere verstärken den Spielreiz nur noch mehr, weil sie andere und oft komplexere Strategien ermöglichen.

Die Technik bleibt nur unter gewissen Umständen der kleine Dämon. Updates und Verbesserungen sind zwar spürbar, trotzdem nerven Abstürze oder Verbindungsprobleme, weil sie genau den großen Vorteil des Systems torpedieren. Jedes Verlassen der Spielumgebung auf einem Spielgerät ist ein Risiko, auch noch nach einem Jahr. Volume 2 ist damit eine starke Fortsetzung für Fans – teuer, nischig, nicht ganz sorgenfrei, aber im besten Moment immer noch einer der spannendsten hybriden Boss-Battler da draußen.

Information: Ich werde zeitnah über Standalone-Cthulhu-Erweiterungen berichten.

Teburu: The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac - Volume 2
Spielinformationen
Genre: Boss-battler | Personen: 1 - 5 | Alter: 14+ | Dauer: 40 - 60 Minuten | Autor: Simone Erbeia, Davide Garofalo, Riccardo Landi | Illustration: Andrew Baker, Hamish Fraser, Daniel J. Walsh | Rezensionsexemplar erhalten
SPIELSPASS
9
MATERIAL
9
SPIELIDEE
10
Positive Aspekte
Unfassbar gute und abwechslungsreiche Boss-Mechaniken
Außergewöhnliche Art Karten upzugraden
Neue Charaktere (Extra-Erweiterung) rocken richtig!
Bosse wieder mit tollen Kniffen
Spielerische Mechaniken und einige Überraschungen, die nur durch das hybride System möglich sind
Sprachmix möglich (Bei Controller/Kartenhand und Hauptdevice sind verschiedene Sprachen einstellbar)
Technische Weiterentwicklung: Resetten und kalibrieren des Spielmaterials möglich
Negative Aspekte
Abwertung durch weiterhin technische Probleme nach einem weiteren jahr
Kein zusätzlicher Würfel
Neue Charaktere sehr teuer
Keine Vertonung der Texte mehr
Es bleibt dabei: Pro Volume nur 4 Bosse
8

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo Christian,
    danke für deine Rezension, da kommt bei uns die Vorfreude auf! Unsere Bosse aus Volume Zwei und Drei werden gerade noch von einem Freund angemalt, bevor es bei uns weitergehen kann.

    Du bist übrigens mit deiner Rezension vor einem Jahr auch der Grund dafür, dass wir uns damals die Pegasus Edition von Teburu+TBK Volume Eins gegönnt haben. Mittlerweile sind wir Backer der Kampagne von Sword & Sorcery und freuen uns auf die neuen Kampagnen zu der Teburu-Version von Black Rose Wars und der ersten eigenen IP Hoxfall.

    Du merkst, wir sind als Familie auch ziemlich begeistert vom System und können dir hier einmal danken, dass du uns dazu gebracht hast, den zugegeben sehr hohen Einstiegspreis zu zahlen. Die technischen Probleme sind zwar da (gerade der Zwang, dass die App immer im Vordergrund sein muss, nervt, weil man das Multitasking bei Smartphones einfach gewohnt ist), aber der Overhead, den das Spielsystem abnimmt, ist schon einzigartig.

    Vor allem, weil ich sonst immer derjenige bin, der die Regeln liest und die Spiele erklärt, ist Teburu was besonderes für mich persönlich: hier habe auch ich überhaupt keine Ahnung, was uns erwartet und hätte auch gar keine Möglichkeit, etwas vorzubereiten – es gibt ja nicht mal eine Anleitung!

    Ich bin auf jeden Fall optimistisch, was die Zukunft des Ökosystems angeht. Für uns ist es auf jeden Fall eine Bereicherung und willkommene Abwechslung zu „klassischen“ Brettspielen ohne digitalen Schnickschnack.

    Grüße aus Berlin,
    Jörg

    P.S.: Das mit dem Ton ist übrigens ein Bug in der neuen App-Version, die Entwickler sind dran. Schattenseiten der Medaille…?

    Antworten
    • Moin Jörg,

      das ist ja mega zu hören. Mir geht es da ganz ähnlich. Gerade die eigene Überraschung und die fehlende Vorbereitung. Ich mag das Ökosystem auch noch, finde aber, dass die Technik durchaus besser im Griff sein dürfte, gerade bei den Preisen.

      Der Sound funktioniert übrigens bei Cthulhu, bei uns ist es nur Volume 2.

      Auf S&S bin ich auch schon richtig gespannt. Die „Vampure“ hatten mich ja leider nicht so ganz angeholt.

      Liebe Grüße

      Christian

      Antworten

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