Lesezeit: 4 Minuten

Hat mich erst nicht angesprochen – was für ein Fehler!

Moss für die Playstation VR weckte mein Interesse maximal tertiär. Eine kleine Maus durch ein Märchen steuern? Ne, lass mal. Dazu wirkte alles eine Spur zu niedlich! Aber es war immerhin mal etwas anderes als Ego-Perspektive oder Cockpitansicht und fettes Geballer. Denn Moss ist ein Rätsel-Plattformer mit frischer Perspektive. Man betrachtet das Geschehen ähnlich wie bei einer Modelleisenbahn von oben aus gottähnlicher Pose. Kann man also mal reingucken. Tja, es hat ungefähr fünf Minuten gedauert und ich war verzaubert.

Kurzcheck: Darum geht es in Moss

Das VR Spiel Moss erzählt die Geschichte des Helden Quill, der anfänglich alles andere als ein Held ist. Eher eine kleine süße Maus, die in ihrem verschlafenen Dorf in einem zauberhaften Wald ihr Leben genießt. Durch eine stimmungsvolle Bildergeschichte und einer fabelhaften Erzählung erfährt man das die Welt früher einen großen Kampf gegen eine mysteriöse dunkle Bedrohung mit letzter Kraft gewonnen hat. Nun ist diese Bedrohung wohl zurück und der zweite Held betritt die Geschichte: Du! Durch einen Zufall triffst Du, entfesselt durch ein Artefakt, als große gottgleiche Macht auf Quill und gemeinsam liegt es an euch in der zauberhaften Welt voller Mythen & Magie das Unheil zu besiegen. Dabei steuert man die Maus mit den Analogsticks, gleichzeitig interagiert man als Spieler mit der Welt durch die Controllerposition im virtuellem Raum und den Schultertasten. Nur wer beides geschickt miteinander vereint, wird die Kämpfe und Rätsel erfolgreich meistern.

Die erste Bekanntschaft zwischen Quill und…Dir! Als mystische Kraft spiegelt sich euer Anlitz im Wasser.

Magischer Sog

Doch bevor Moss einen spielerisch fesselt, hat es einen schon verzaubert. Technisch ist Moss absolut meisterhaft! Scharfe detaillierte märchenhafte Optik und Quill ist einfach hochgradig putzig animiert. Durch die Miniaturenwunderland-Perspektive thront man zudem wirklich gottgleich über dem Geschehen. Die Technik lässt es aber zu das man sich tiefer beugt und/oder sich Dinge auch im Detail anguckt. Gerade Quill macht auch hier eine gute Figur. Bei gelungenen gemeinsamen Manövern kann man sogar stylisch miteinander abklatschen. Schnell wächst einem diese kleine Maus ans Herz! Das liegt auch daran, dass sie ohne unser direktes Eingreifen absolut hilflos wäre. So hilft man ihr, sie bedankt sich und ehe man sich versieht fühlt man sich als Beschützer und bester Freund. Die vierte Wand wird hier meisterhaft durchbrochen – so muss VR sein!

Kleiner Held mit ganz viel Herz!

Dann zieht der Spielspaß an

Aber Moss muss sich nicht auf seine Putzigkeit verlassen. Was ungemein seicht beginnt, weil man eigentlich nur hier- und da ein paar Felsen aus dem oder in den richtigen Weg räumt, wird dann zunehmend anspruchsvoller. Manchmal ist Timing gefragt und die Wege werden verzwickter, die Schalterrätsel komplexer. Es sind nie ganz harte Kopfnüsse, dafür wird man aber auch nicht frustriert. Der erste Kampf ist ebenfalls simpel gestrickt, aber kurze Zeit später wird klar, Quill alleine hat gegen die Widersacher keine Chance. Gut das man Gegner packen, bewegen oder betäuben kann. Blöd das man nur einen gleichzeitig beschäftigen darf! Das richtige Timing und die Positionierung werden wichtig. Vielleicht zieht man die Umgebung mit ein? Ich will nicht zu viel verraten, probiert es selber aus. Man kommt so schnell in einen regelrechten Rätsel-Erkundungs-Kämpfen-Flow und wird gefangen vom Sog des Gedanken das man ja nur noch den einen Raum schnell fertig machen möchte. Einfach wunderbar!

Verzwickte Rätsel, die aber nie frustrieren.

Versteckte Schriftrollen

Normalerweise mag ich Sammelbares in Videospielen nicht. Es ist oft einfach nur Arbeit und billige Zeitstreckung. In Moss allerdings bin ich ganz verrückt nach den versteckten Schriftrollen. Das liegt einzig und alleine an der VR-Umgebung! Meist sind die Schriftrollen an schwer zu erreichenden Plätzen, die hier und da etwas Knobelei erfordern. Hinzu kommt das einige Schriftrollen in Moss so versteckt sind, das man sich etwas mehr umgucken muss. Vielleicht mal aufstehen? Hinter die Ecke gucken? In VR ja möglich. Wer Moss spielt, der will als nächstes Mario auf der Switch in VR spielen. Nintendo, traut euch da mal ran!

Altbekanntes Problem

Hatte ich schon erwähnt wie putzig Quill ist?

Ich möchte das hier eigentlich gar nicht schreiben, weil Moss wirklich in allen Belangen spielenswert ist, aber wie so oft ist der Content etwas dünn. Die Spielzeit ist vielleicht sogar länger als in manch anderem VR-Titel, aber die Zeit in Moss mit Quill ist einfach so großartig, dass die sechs Stunden viel zu schnell vergehen. Positive Nachricht, es wird noch mehr Geschichten im Moss Universum geben.

Fazit

Macht nicht den Fehler und schiebt diese Maus und ihr Abenteuer beiseite! Ich selber hätte es fast angetan und war ehrlich gesagt skeptisch. Und dann zieht mir diese kleine und wunderbar animierte Quill den VR Teppich unter den Füßen weg. Die vierte Wand wird hier so schnell und gründlich eingerissen als hätte der Hulk gewütet. Aber darauf ruht sich Moss nicht aus! Das PSVR Spiel bietet ohne zu überfordern ungemein motivierende Rätselkost in charmanter Märchenoptik. Die übrigens von der fabelhaften Sprecherin perfekt unterstützt wird. Höhepunkt sind dann die versteckten Schriftrollen, für die man sich zum Teil wirklich gut umgucken muss. Da heißt es auch mal aufstehen und wie ein Gott in diese winzige Welt abtauchen. Wenn man dann noch mit Quill den High-Five ausführt, weiß man, hier erlebt man gerade ein kleines VR-Meisterwerk.

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Moss

29,99 €
9.2

TECHNIK

9.0/10

GAMEPLAY

9.0/10

SPIELSPASS

9.5/10

Kurzfakten

  • Absolut charmante Märchenwelt
  • Quill ist großartig!
  • Interessante Rätsel
  • Wunderbarer Sound
  • Großartiges VR-Erlebnis

Spielinformationen

  • Genre: VR-Adventure
  • Spieler: 1
  • Alter: ab 12 Jahren

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