Lesezeit: 4 Minuten

Trotz Leichtkraftlabel hat das Spiel Tiefe!

Wenn wir uns dem Fuchs im Wald nähern, geht es erstmal um meine Frau und Skat. Das altbekannte Stichspiel steht bei meiner Frau zurzeit hoch im Kurs und entsprechend Stichspiele im Allgemeinen. Skat ist nun bekanntlich für drei Personen, was das erste Problem offenbart, wenn nur meine Frau mir wieder Karten um die Ohren hauen möchte. Wir sind nur zu zweit. Abhilfe verschafft dann eine App. Das ist aber irgendwie unsexy und vor allem verliere ich einfach fast jedes Spiel.  Ein großer Spaß für meine Frau und für den KI-Spieler aus dem Smartphone. Allerdings mein Problem Nummer zwei. Die beiden haben sich definitiv verschworen! Also begab ich mich auf die Suche nach Stichspielen für Zwei. Der kooperative Ansatz von Die Crew gefiel uns beiden ausgesprochen gut, aber im tiefen dunklen Wald der Kartenspiele fand ich noch etwas anderes.

Kurzcheck: Der Fuchs im Wald

Der Fuchs im Wald vom Schwerkraft-Verlag ist ein Stichspiel für zwei Personen, das nach dem herkömmlichen Stichprinzip gespielt wird. Das heißt, es gibt Trumpf, man muss Farben bedienen und wer einen Stich gewinnt, kommt danach raus. Je nach der eigenen Anzahl an Stichen am Ende einer Partie werden bis zu sechs Punkte ausgeschüttet. Wer zuerst 21 Punkte hat, gewinnt das Spiel. Denkbar einfach zu lernen, besitzt Der Fuchs im Wald allerdings zwei Besonderheiten, die das Spiel so interessant machen.

Nicht viel drin, daher perfekt für den Urlaub geeignet!

Sonderaktionen der Karten

Die Karten der drei Farben bilden Zahlen von eins bis elf ab, wobei alle ungeraden Zahlen eine Sonderaktion ins Spiel bringen. Bei der Elf muss zwingend als Antwort die höchste Karte der gleichen Farbe oder die eins gespielt werden. Bei der Eins muss man rauskommen, selbst wenn man verloren hat. Antwortet man mit der sieben, erhält der Gewinner des Stichs einen direkten Siegpunkt. Die Neun hingegen gewinnt selbst gegen Trump. Die Drei ist einer meiner liebsten Karten, kann man damit während des Stichs Trumpf ändern. Ungemein praktisch ist auch die Fünf, bei der man vom Nachziehstapel eine Karte zieht und dann irgendeine Handkarte verdeckt wieder ablegt. Man kann damit also seine Handkarten während der Partie optimieren. All diese Sonderregeln mögen bei den ersten Durchgängen leicht unübersichtlich erscheinen und das Spiel kann ins Stocken geraten. Abhilfe verschaffen die Infotexte auf den Karten wie die gute Spielerhilfe. Doch keine Sorge, die Sonderregeln sitzen schnell. Übrig bleibt eine herrliche Dynamik!

Das Design der Karten ist märchenhaft.

Sei nicht gierig!

Der beste Clou von Der Fuchs im Wald ist die Vergabe der Siegpunkte am Ende eines Durchgangs nach 13 Stichen. Wer 10 bis 13 Stiche abräumt und damit sein Gegenüber wahrlich dominiert hat, der erhält wunderbare null Punkte. Zero, Nada, Nothing! Meine Frau mit null Stichen freute sich an dieser Stelle über sechs wohlschmeckende Punkte. Großartig, ich hatte das Spiel also nicht verstanden! Wer ein sehr starkes Blatt hat, der muss dafür sorgen, trotzdem nur neun Stiche zu erhalten, dann ist die Punkteverteilung nämlich 6 zu null. So versuchten wir gegenseitig entweder, dem anderen alle Stiche unterzujubeln, oder aber mindestens vier. Diese Punktevergabe erfordert ein Umdenken, macht das Kartenspiel Der Fuchs im Wald aber enorm spannend. Nur wer die Sonderaktionen geschickt einsetzt und sich aufgrund seiner Hand eine Strategie überlegt, hat eine Chance auf die maximalen Punkte pro Runde.

Mehr braucht es für das Verständnis nicht.

Fazit

Der Fuchs im Wald hat sich direkt an die Spitze meiner liebsten Stichspiele für zwei Personen gesetzt. Es ist grandios einfach zu lernen, entwickelt im Duell dann aber ein taktisches Gerangel um Stiche, bei völlig moderater Spielzeit. Die Sonderfähigkeiten bergen einiges an Potenzial das Spiel zu drehen und wer zu gierig ist, verliert. Diese beiden Umstände erfordern von der ersten Karte an eine Strategie und das richtige Timing entsprechend der Kartenhand. Da nicht alle Karten verteilt werden, kann man sich aber nie ganz sicher sein, wie der Gegenspieler kontert. Spannung pur! Der Anspruch das Spiel zu lernen ist gering, man sollte aber wissen, das man sich hier von der Erfahrung auf Augenhöhe begegnen sollte, ansonsten hat einer zu oft das Nachsehen. Das spricht aus meiner Sicht allerdings nur für das Spiel!

Christian Administrator
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Der Fuchs im Wald

18 €
8.1

AUSSTATTUNG

7.5/10

SPIELIDEE

8.5/10

SPIELSPASS

8.3/10

Kurzfakten

  • Frische Punktevergabe
  • Spannende Sonderaktionen
  • Einfach zu lernen
  • Spannende Duelle
  • Spielerfahrung sollte ähnlich sein

Spielinformationen

  • Genre: Kartenspiel
  • Spieler: 2
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: 15 - 30 Minuten

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