Lesezeit: 4 Minuten
Nach Detective, Chronicles of Crime und Watson & Holmes nun mit Detective Stories: Antarktis Fatale das vierte und vorletzte Krimi-Brettspiel meines Krimi-Marathons. An dieser Stelle einen Dank an Gaming Wolves, die mir das Exemplar zur Verfügung gestellt haben. Als Wanderbrettspiel unter Bloggern werde ich das Exemplar nun der Spielfritte schicken. Bin auf deren Fazit schon gespannt! Man könnte nun meinen, dass mir das Aufspüren von Mördern und die Jagd nach Indizien so langsam aus den Ohren Kriminalbeamten-Mantel fallen müsste. Interessanterweise sind alle Spiele vom Aufbau so unterschiedlich, dass sie zumindest in Teilen ein anderes Spielgefühl erzeugen. Warum ein Detective Stories: Antarktis Fatale einen Blick wert ist, obwohl ein phänomenales Detective vom Thron winkt, werde ich nun spoilerfrei erörtern.

Kurzcheck: Darum geht es in Detective Stories: Antarktis Fatale

Antarktis Fantale, der Staffelstab von Gaming Wolves übergeben.

Überraschung: Schatz, wir müssen einen Mord aufklären! Der Leiter eines Forschungsteam in der Antarktis wurde tot aufgefunden, der Täter soll in Mexiko durch die Todesstrafe am nächsten Tag getötet werden. Die Sachlage ist für die Behörden klar. Zeit das die Spieler die Wahrheit herausfinden, um den Verurteilten zu entlasten.

Detective Stories: Antarktis Fatale hat keinerlei Spielregeln, keine Meeples oder Karten und unterscheidet sich an dieser Stelle enorm von der Konkurrenz. In der Box ist ein kleines Infoblatt über den Fall und Links zu Tipps, falls man nicht mehr weiterkommt. Der Rest in der Schachtel ist Material zur Lösung des Falls und dabei keines was man zerreißt, klebt oder faltet, wie in den bekannten Exit-Spielen. Nein, hier hast du vermeintlich echte Akten, Beweismittel zum Anfassen, Tagebücher, Serverprotokolle, Fotos von Überwachungskameras und der Spurensuche. Explizit wird auch erwähnt, dass jegliche Hilfsmittel recht sind. Ich will hier nicht spoilern, aber deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und zumindest das heimische Internet wird gebraucht. All diese Elemente sorgen dafür, dass Detective Stories: Antarktis Fatale weit entfernt von einem Brettspielerlebnis ist, sehr realistisch wirkt und man überraschenderweise noch viel mehr sein Polizeihauptquartier auf den Wohnzimmertisch bringt, als bei Detective.

Anspruch und Horizonte

Der Anspruch ist nicht gering und die Lösung des Falls dauert wohl um die zwei bis drei Stunden. Es muss viel gesichtet, gelesen und ausgewertet werden. Ohne Struktur und aus dem Bauch heraus wird das hier nichts! Wer keine Lust verspürt über den Horizont zu schauen, sich in Details zu vergraben und sein Kopfkino anzuschmeißen, der ist hier fehl am Platz.

Detective Stories: Antarktis Fatale wirkt mehr wie ein waschechtes Exit-Spiel und bietet von sich aus keinerlei Struktur. Das macht es ungemein spannend, weil es den Spielern enorme Freiheit schenkt. Mit genügend Einsatz grenzt man den Kreis der Verdächtigen immer mehr ein, findet zum Teil großartig versteckte Hinweise und feiert sich hier und da für eine gelungene Aufdeckung. Ich möchte an dieser Stelle keine Details verraten, aber seid versichert, es ist abgefahren! Ja, Detective Stories: Antarktis Fatale ist bis zu einem gewissen Grad höchst motivierend, vor allem weil der Fall am Ende absolut logisch aufgebaut ist und das Spielmaterial einfach der Knaller ist.

Mehr gibt es von mir nicht zu sehen! Macht eure eigene Erfahrung mit dem Material.

Suboptimale Struktur

Trotz des logischen Aufbaus beherbergt Detective Stories: Antarktis Fatale aber einen möglichen Spielspaßkiller. Ich habe den Fall zwar nur einmal selber gespielt, aber andere Gruppen dabei beobachtet, wie sie mit dem Fall umgehen. Ich wollte mir kein Urteil über etwas erlauben, das ich nur einmal gespielt habe. Letztendlich bestätigte sich aber mein eigenes Spielgefühl!

Der Fall ist so aufgebaut, dass man den Mörder in erster Linie nicht entlarvt, sondern das man für alle anderen Verdächtigen nach und nach Alibis findet. Das macht Spaß, aber eigentlich ist man aufgrund seiner Rolle und der landläufigen Interpretation eines Inspektors, auf der Suche nach dem Mörder und spinnt sich in seinem Kopf ständig einen möglichen Tathergang zusammen. Das ist nicht zielführend und genau das ist am Ende ein Stück weit demotivierend. Bis zum Ende gibt es keinen komplett handfesten Beweis für den Mord, es ist nur einfach die letzte Person ohne Alibi. So will man als Wohnzimmer-Kommissar eigentlich keinen Mordfall lösen!

Fazit

Bis zu diesem Punkt, mit leicht bitteren Nachgeschmack, ist Detective Stories: Antarktis Fatale aber ein echter Material- und Rätselknaller! Was hier in der Schachtel steckt, geht weit über den Inhalt des Kartons hinaus. Betrachtet man autark das Auffinden von Alibis und die Verknüpfung der vielen versteckten Zusammenhänge, ist das hier die Champions League der Krimibrettspiele! Abzüge in der B-Note gibt es allerdings durch die Problematik am Ende, da man nicht das Gefühl hat, einen Mörder aufzuspüren. Für Einsteiger kann die gebotene Freiheit überfordern, hier hilft einem die Webpräsenz mit Tipps allerdings weiter. Ein Pluspunkt am Ende: Detective Stories: Antarktis Fatale kann man auch gut und gerne mit mehr als zwei oder drei Spielern spielen. Ich zumindest freue mich auf weitere Fälle, denn das Wühlen in den Beweismitteln ist abseits der Detective Stories unerreicht!

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Detective Stories: Antarktis Fatale

29,99 €
8.5

AUSSTATTUNG

9.0/10

SPIELIDEE

8.5/10

SPIELSPASS

8.0/10

Kurzfakten

  • Großartiges Material
  • Viel Freiheit, daher anspruchsvoll
  • Tolle Einfälle
  • Fallösung durch Alibis suboptimal

Spielinformationen

  • Genre: Deduktionsspiel
  • Spieler: 1 - 6
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Dauer: 90 - 180 Minuten
  • Rezensionsexemplar von Gaming Wolves

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