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King Raccon Games hat mit dem Autor Felix Mertikat und seinem Brettspiel Tsukuyumi – Full Moon Down auf Kickstarter voll ins Schwarze getroffen! Das Spiel wurde in kürzester Zeit erfolgreich finanziert, auch ich habe mich sehr früh in die Kampagne geworfen. Das hat diverse Gründe. Zum einen fasziniert mich das Thema: Der Mond, der auf die Erde stürzte und abwechslungsreiche Fraktionen die gegen dieses Unheil ankämpfen. Warum? Nun der Mond war nichts anderes als ein Kami, ein gottgleiches Wesen in Form eines weißen Drachen. Abgefahren, definitiv, aber deswegen auch so gut. Aber auch der spielerische Ansatz aus Area-Control, Karten-Drafting und wirklich asymmetrischen Fraktionen, haben mich gepackt. Als Bonus kriegt man dann in Form von Fluff Fraktions-Comics spendiert. Zeit diese Vorzüge einmal im Detail zu beleuchten!

Viel Fluff

Der viele Fluff ist ungewöhnlich für ein Brettspiel, doch mir gefällt der Ansatz von Tsukuyumi – Full Moon Down ungemein. Wir haben hier nicht irgendwelche stylischen Miniaturen und zigsten Aufguss von martialischen Fraktionen, sondern sehr individuell und einzigartig gestaltete Fraktionen. Jeder dieser Fraktionen bringt eine eigene ausgefallene Hintergrundgeschichte mit sich. Felix Mertikat hat in seiner Vergangenheit schon Comics und Brettspiele veröffentlicht und verbindet hier äußerst geschickt seine Leidenschaften. Zu den genannten Fraktionsgeschichten gibt es dann sogar noch eine  Comicbuchreihe. Erste Bilder findet man auf der Kickstarterkampagne und mich begeisterten die Panels sofort.

Weitere Projekte die den Hintergrund der Fraktionen ausarbeiten sind angekündigt. Hier ensteht also nicht nur ein Brettspiel, sondern eine ganze Welt. Überzeugen kann man sich davon schon auf der Webpräsenz, die alleine mehr Hintergrund bietet als die meisten fertigen Brettspiele. Die Folge ist eine viel höhere Identifizierung mit seiner gespielten Fraktion, was dem Spielgeschehen auf dem Tisch vielleicht etwas mehr Emotionen schenkt. Der Mix aus japanischer Mythologie, Science-Fiction und Fantastik ist dabei absolut frisch! Wo bitte sonst bekämpfen sich untereinander Cybersamurais, Kampfmechs, Wale, Wildschweinhorden und Insektenschwärme?

 

Absolut asymmetrisch

Viel und vor allem schickes Material

Das Wort asymmetrisch wird in letzter Zeit geradezu inflationär benutzt. Was sich großartig anhört ist am Ende oft nur eine kleine Nuance – vielleicht eine Sonderregel pro Spieler oder eine spezielle Aktion? Ich wurde schon öfters enttäuscht. Ein Cry Havoc hingegen besitzt richtige Asymmetrie, ein Terra Mystica ebenfalls und genau in diese Ecke gesellt sich auch Tsukuyumi – Full Moon Down. Jede Fraktion hat eigene Einheiten und davon auch eine völlig unterschiedliche Anzahl. Ein Brettspieler auf Board Games Geek der den Prototypen gespielt hat, konnte kaum glauben das er mit seinen fünf Einheiten gegen den Gegner gewinnen kann, der die dreifache Menge aufbot.

Weiter unterscheiden sich die Fraktionen durch einzigartige Sonderregeln, die völlig andere Strategien zulassen: Schweine terraformen und bauen Tunnel, der Insektenschwarm der Dark Seed ist zahlreich und schnell, die Children of the Lions vergrößern das Spielfeld. Zusätzlich bringt jede Fraktion eigene Missionen und Ziele mit sich. Beides bringt Siegpunkte, aber während Missionen nur für die eigene Fraktion gelten, sind Ziele für alle Mitspieler erfüllbar. Je nach teilnehmenden Fraktionen gibt es also unterschiedliche Siegbedingungen. Problematisch ist bei soviel Vielfalt natürlich immer das Balancing, bisherige Tester wie auch Raccon Games sprechen aber bei über 200 Testpartien von einem ausgeglichenem Spielerlebnis.

Extrem modular und kein Glück!

Die Abwechslung wird weiter unterstützt durch das szenariospezifische modulare Spielfeld aus vierzig (!) Hexfeldern! Ziel des Spiels ist es die meisten Siegpunkte zu ergattern. Dies geschieht vornehmlich durch das Halten von Gebieten und dem Erfüllen von Missionen und Zielen. Das kennt man aus anderen Area-Control Brettspielen. Eines der spannenden Kernmechanismen ist das Draften. Pro Runde darf jeder Spieler von seiner Hand nur eine Karte ausspielen, den Rest gibt er weiter. Man kennt diesen Mechanismus z.B. aus Terraforming Mars oder Blood Rage. Allerdings spielt man hier wirklich nur eine entscheidende Karte pro Runde und dabei ist jede im Spiel befindliche Karte einzigartig. Ich liebe Draften, weil es immer eine gewisse Spannung am Tisch erzeugt, gleichzeitig aber auch taktisch ist, weil ich immer weiß was mein Gegner auf die Hand bekommt. Ich bin absolut dankbar das in Tsukuyumi – Full Moon Down keine Würfel geworfen werden.

Die Cybersamurai, eine der acht Fraktionen.

Anspielen auf der SPIEL’17

Im übrigen, die Kickstarterkampagne läuft noch bis Anfang November, ein Probematch in Essen auf er SPIEL’17 ist so auf jeden Fall drin ist. Am Stand von Raccon Games (C6 122) kann man während der SPIEL’17 Tsukuyumi – Full Moon Down also nicht nur anschauen, sondern auch ausprobieren. Für die ganz kritischen und zweifelnden Stimmen ist das natürlich extrem praktisch. Ich werde dort voller Vorfreude vorbeischauen und hoffe auf eine Schnupperpartie! Weitere Infos über Tsukuyumi – Full Moon Down gibt auf der Webpräsenz und wer mag kann sich auch schon die Regeln zu Gemüte führen.

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