Lesezeit: 5 Minuten

Lieber Saladin, Hauptfigur des neuen Destiny Addon Das Erwachen der Eisernen Lords, ich bin dann doch wieder im Sci-Fi Universum versunken. Aber deinetwegen? Eher nicht. Schon gar nicht aufgrund von SIVA. Sie wer? Ja genau, das klingt doof. Genauso nervig wie Wölfchen oder Recycling. Dein Arbeitgeber Bungie hat im Vorfeld sehr oft betont das Das Erwachen der Eisernen Lords kein Jahr drei einläutet, so wie das letzte Addon Taken King Jahr zwei. Und genau das ist das Problem. Wobei, kann man von Problemen sprechen wenn ich dich doch in die Arme schließe, Lord Saladin?

 

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Kein Jahr 3

Im Vorfeld zu Das Erwachen der Eisernen Lords hatte Bungie öfters verlauten lassen das kein Jahr drei eingeläutet wird. Heißt, keine wirklich großen Neuerungen wie zusätzliche Foki für Klassen oder Spielmechaniken. Eher wird Feinschliff betrieben! Auch wird das Level nicht erhöht, sondern nur das maximale Lichtlevel auf 385 angehoben. Geworben wurde neben einem neuen PvP-Modus mit neuer Story, einem neuen Gebiet auf der Erde, drei Strikes und einem Raid. Neben natürlich diversen frischen Items! Gleichzeitig kostet das Addon aber ähnlich viel wie das Jahr 2 Addon Taken King, welches wirklich richtig gut war! Ist der Preis gerechtfertigt?

SIVA, Sie wo, Sie was?

Die Story beginnt zumindest erstmal solide. Nach einer spektakulärer Videosequenz, in denen man sieht wie die Eisernen Lords als Gemeinschaft in ihrem Kampf gegen SIVA untergehen, startet man auf Geheiß von Lord Saladin viele Jahre später um die Eisernen Lords wieder aufzubauen und SIVA zu bekämpfen. SIVA ist der neue Superschurke, oder eher die Gefallenen die sich an der Technologie vergangen haben. Mehr möchte ich nicht verraten, der Hintergrund ist schon so dünn genug. Er erweitert das Universum höchstens in der Breite, bringt es aber kaum voran. Nun gut, neben dem Kampf gegen SIVA schaltet man im Laufe der Kampagne auch einen neuen Treffpunkt frei. Das Areal um die alte Festung der Eisernen Lords mit seinen Schnee umtobten Gipfeln ist offener und beinhaltet sogar einige Geheimnisse wie ein Sprung-Puzzle oder ein mysteriöses Glockenspiel. Nebenbei findet man, wie im Turm und im Riff, alles was das Hüterherz an Aufgaben NPCs begehrt.

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Das verstörende Setting

Leider bietet die Kampagne nur fünf Missionen, die in keinster weise in Sachen Inszenierung, Dramatik und Atmosphäre, außer vielleicht ganz am Ende, an die Geschichte von Taken King herankommt. Also wenig Inhalt und Qualitativ, nicht wirklich großartig. Das Setting mit Saladin in goldener Rüstung, offenen Feuerschalen, ganz vielen stylischen Wölfen auf Rüstungen, auf dem Berg und daneben, ja irgendwie überall und noch viel mehr Schnee bei relativ wenig Science-Fiction Elementen – haut mich nicht vom Hocker! Teilweise ist es fast zum fremdschämen, wenn Saladin zu seinen monumentalen Monologen ansetzt und einem steif die Welt erklärt, von der man so gar nichts wissen will und einen Wölfchen nennt. Und das mit einer Ernsthaftigkeit – sorry, dass ist so angesagt und stylisch wie 80iger Jahre Hardrock.

Der grüne Punkt

Schlimmer wiegt aber, dass die Action, das Waffenhandling, das ganze Feeling so gut ist, dass man mehr will und die Welt so viel mehr bieten könnte, aber Destiny mit Das Erwachen der Eisernen Lords einen Schritt zurück macht. Es ist zwar besser als die DLCs aus Jahr 1, aber das kann nicht der Anspruch sein. Wieder klappert man gleiche Areale ab, jetzt allerdings mit Schneehaube, die durch SIVA veränderten Gefallenen als neuer Gegner-Typus sind ihrer Vorlage viel zu ähnlich und als eine spätere Mission in einer alten PvP Arena spielte, da fand ich das fast dreist. Bungie setzt hier dem geschickten Recycling die Krone auf! Wo ist der grüne Punkt auf der Spielverpackung? Ich kenne wirklich kein Spielfranchise, was so krass immer wieder alte Sachen aufwärmt. Das wundersame ist, es macht trotzdem verdammt viel Spaß! Wie großartig könnte Destiny sein, wenn es sich in der Beziehung einmal wirklich weiterentwickeln könnte?

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Nach der Story…

Das eigentliche Spiel ist nach der Story zum Glück nicht um. Das Erwachen der Eisernen Lords fängt erst nach der Beendigung dieser an. Neben dem süchtig machenden Sammeln und Hamstern von Items, welches Bungie wieder gekonnt triggert, warten einige interessante Questreihen auf die Spieler. Zum Teil mündet das in ganz neuen Story Missionen oder es führt einen in das neue Gebiet der Verseuchten Landen auf der Erde. Man könnte es auch Alt-Russland mit Schnee nennen. Die versuchten Landen sind wirklich riesig und auch sehr stimmungsvoll umgesetzt. Cool ist die dort etwas versteckte Archon’s Forge, wo man durch Schlüsselitems einen Hordes-Modus aktiviert. Alleine? Vergiss es! Das ist gute Teamaction. Neue Patrouillen und das ein oder andere Geheimnis gibt es auch noch zu entdecken. Ich habe meine Zeit hier wirklich genossen!

Infundieren und Item-Design

Was auch ungemein motiviert ist das Infundieren, welches entschärft wurde. Verschmelzt man nun ein Item in ein anderes, erhält man exakt das gleiche Lichtlevel. Man macht also kein Verlust. Das fühlt sich richtig und gut an. Weniger gefallen hat mir die geringe Abwechslung was neue Designs betrifft. Vieles wirkt bekannt, oft sind es alte Items mit einem höherem Lichtlevel. Auch bahnbrechende Exotics sucht man vergeblich, außer vielleicht das nun jeder durch eine zugegeben gute Questreihe das Gjallarhorn bekommen und man Texturen für Waffen freischalten kann.

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Strikes und Raids

Die Strikes sind auch nichts bahnbrechendes. Ja, sie funktionieren, ja zwei sind recycelt und nur ein Strike neu. Aber es bleibt für mich dabei, warum sind die Strikes so stumpf?! Etwas mehr Event-Style und Mechaniken wie im Raid, würde ich nach wie vor bevorzugen. Besser ist da schon der Raid der die Gruppe z.B. in einen übergroßen Servitor entführt oder einen auch mal an die frische Luft lässt. Hier gibt es auch Mechaniken abseits des reinen Ballerns! Dazu winken versteckte Truhen und raidspezifische Ausrüstung.

Eigene PvP-Matches

Am Ende will ich Destiny eigentlich aufgrund der Atmosphäre spielen, in diese gut ausgebaute Welt versinken und doch lande dann immer wieder im PvP. Man muss es Bungie lassen, das Ballern in den Arenen gegen andere Spieler macht einfach ungemein Laune. Um so fetter ist es, dass man nun die Möglichkeit hat selber PvP Spiele anzulegen und mit seinen Freunden direkt zu spielen. Der neue PvP-Modus Vorherrschaft gefällt auch! Hier bringt das reine umballern der Gegner keine Punkte, sondern man muss zusätzlich ein Token aufsammeln den jeder Spieler beim ableben fallen lässt.

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Fazit

Das Destiny Addon Das Erwachen der Eisernen Lords und Saladin haben etwas elementar gemeinsames: Sie stehen auf der Stelle und verwalten die Zeit. Spielerisch kaum Fortschritte, auch wenn das Infundieren besser geworden ist, dazu eine viel zu kurze Story-Kampagne, keine herausragenden Strikes und ein Raid der das liefert was man erwarten kann. Das Setting mit dem irritierenden Charme von altem Hardrock aus Feuer, Wölfen und Eisen ist im Vergleich zum dick auftragenden Science-Fiction-Fest Taken King mindestens eine Stufe schlechter – bei gleichem Preis. Ja, das neue Gebiet der Verseuchten Lande ist groß, aber am Ende Alt-Russland im Schnee. Die Eisernen Lords machen trotzdem Spaß und schnell ist man wieder im Destiny-Modus aus sammeln, upgraden und farmen. Man macht noch schnell ein paar PvP-Matches, die absolut rocken, dann schnell noch eine Daily-Mission und die Zeit verfliegt. Aber das sind Dinge die Destiny schon vorher konnte und deshalb ist Das Erwachen der Eisernen Lords so gut, weil das Fundament sitzt und weniger weil das Addon brilliert.

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Das Erwachen der Eisernen Lords

29,99 €
7.8

Technik

8.0/10

Sound

8.0/10

Spielspass

7.5/10

Kurzfakten

  • Destiny bleibt Destiny
  • Verseuchte Lande gelungen
  • Neuer Raid
  • Gewöhnungsbedürftiges Setting
  • Kurz kampagne

Spielinformationen

  • Genre: (MMO-)Shooter
  • Spieler: 1
  • Alter: 16
  • System: PS4, XBOXone

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