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Wer Pen-&-Paper-Rollenspiele spielt, der hat öfters den Wunsch, seinen Charakter als Figur zu besitzen. Bei mir ist das bei Splittermond so. Was macht man also? Man durchforstet diverse Anbieter von Miniaturen, schaut in den Bereich der Tabletops, immer auf der Suche nach einer Figur, die dem eigenen Charakter ähnlich sehen könnte. Auch als Brettspieler sind individuelle Figuren mittlerweile nicht ganz uninteressant. Ich hatte bei Tainted Grail auf die Monster-Box verzichtet, hätte aber gerne eine allgemeingültige Figur als schicken Marker gehabt. Auch hier habe ich dann meine Figurensammlung durchforstet. Viel cooler wäre es aber, nicht nach Ähnlichkeiten zu suchen, sondern seine Vorstellungen direkt umzusetzen. Daher habe ich den Miniaturen-Editor von Anvl ausprobiert und will hier meine Erfahrung mit euch teilen.

Was kann der Anvl-Editor?

In Zahlen ausgedrückt kannst du 2.315.839.183.049 verschiedene Figuren erstellen. Ob auf dem PC oder per App ist dabei egal. Beeindruckende Zahl, die ich zwar nicht greifen kann, aber im Editor verstanden wird. Auf den ersten Blick wirken die Figuren im Editor sehr grob und auch die Auswahl scheint zu täuschen. Doch je länger man sich in den Menüs aufhält, desto mehr Funktionen entdeckt man. Es gibt unzählige Posen und kleine Feinheiten zu justieren, sodass bei mir aus einem kurzen reinschnuppern eher Stunden wurden. Gerade wenn man von den groben Vorgaben abweicht, also den klassischen Ritter verlässt, ist viel Spielkram möglich. Ork-Kopf, Elfen-Körper, dazu in der einen Hand ein Schwert, in der anderen ein Feuerball und dann im Rollstuhl sitzend? Absolut kein Problem! Natürlich muss man aufpassen, das die Auswahl passt und keine Elemente sich gegenseitig behindern, aber durch andere Haltungen der Figur oder Spiegelungen, kann man selbst hier noch mehr retten, als man vermutet. Die eigenen Kreationen können auch abgespeichert werden!

Im Vordergrund steht eher klassische Fantasy, allerdings entdeckt man zwischen all den Ritterrüstungen und Magier-Mänteln auch Elemente der Science-Fiction oder des Steampunks. Die Auswahl ist hier allerdings geringer und man kann sich nicht ganz nach seinen Vorstellungen einen Charakter bauen. Mehr Optionen wären wirklich super, denn für ein Science-Fiction-Rollenspiel wäre mir der Editor noch zu schwachbrüstig. Wie wäre es übrigens mit Cyberpunk? Das hätte auf jeden Fall etwas.

Und der fertige Figur?

Ich habe mir aufgrund der möglichen Details Figuren aus Resin bestellt. Diese kamen in einer vorbildlichen Verpackung! Der Paketbote und meine Kinder hätten wohl einen Stepptanz auf dem Karton ausführen können und ich hätte noch Hoffnung auf eine intakte Figur. Was mir sofort positiv aufgefallen ist, die Miniaturen sind viel feiner als im Editor dargestellt. Ich habe z.B. im Editor kaum einen Unterschied zwischen einem Elfen- und Menschenkopf gesehen. Gerade der Elfenkopf sah mir etwas zu klobig und rund aus. In Natura ist dies nun nicht der Fall. Selbst die spitzen Elfenohren sind abgebildet.

Die Figuren reichen insgesamt natürlich nicht an Größen wie Games Workshop oder Corvus Belli heran, aber sie sind im Detail doch besser als vieles was im Brettspielmarkt verkauft wird. So kann man auf Schwertern feine Runden erkennen oder Scharniere auf Gürteln. Nicht ganz so schön war die Base der einen Figur. An der einen Seite etwas weniger gefüllt, wackelt sie ganz leicht. Gussgrate habe ich kaum gefunden, zumindest nichts was wirklich stören würde. Insgesamt habe ich nur wenige Minuten dafür aufgebracht die Figur davon zu entfernen.

Fazit

Wer schon immer von seiner eigenen Figur geträumt hat, was vor allem bei Pen-&-Paper-Rollenspielern der Fall sein sollte, dem kann ich den Anvl-Editor nur empfehlen. Zumindest wenn er sich im Bereich der Fantasy bewegt, vielleicht auch noch Steampunk. Science-Fiction-Helden oder typische Weltkriegssoldaten sind zwar auch möglich, aber noch nicht in der Fülle an Optionen wie im Bereich der Fantasy. Meine Figuren waren ausreichend sauber gegossen und am Ende sogar detaillierter als im Editor. Da der Editor kostenlos ist, kann man sich erstmal nach Herzenslust austoben und seine Kreationen abspeichern. Aber Vorsicht, der Anvl-Editor ist ein Zeitfresser! Ich zumindest habe mich schnell in der Auswahl an Haltungen, vielen möglichen Accessoires und Kombinationen verloren. Nun wird der Pinsel geschwungen…

Christian Administrator
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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Vielen Dank für den überaus interessanten Artikel! In welchem Format lassen sich dir Figuren abspeichern, bzw kann man mit den Dateien direkt den 3D Drucker füttern? Ich bin schon länger am grübeln ob sich die Anschaffung eines Druckers lohnen würde, interessanten wäre es allemal.

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    • Abspeichern für externe Quelle nicht, du musst dann schon beim Anbieter bestellen. Die Quali ist auch besser als der typische 3D-Drucker zu Hause. Die Figuren müssen auch nicht aus Resin sein.

      Wer natürlich ein 3D-Programm beherrscht und einen High-End Drucker zu Hause hat, der braucht das Angebot nicht.

      Ich habe beides nicht und da ist das Angebot schon ziemlich cool.

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  • Ah okay, verstehe. Ist ähnlich, wie bei den Foto Büchern.

    Trotzdem sehr interessant, werde mal nen Blick riskieren.

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