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Ein Marathon stand an und das ganz ohne Schweiß, Muskelkater und Herzkasper. Im Gegenteil, die Pfunde wuchsen, das Sitzfleisch wurde wund. Gut, zu viele Informationen. Aber der Monat nach der SPIEL 18 brach alle Rekorde was Brettspielabende anging. Zum Ende des Monats wurde es etwas weniger, aber ich habe fast jeden Tag ein Brettspiel auf dem Tisch gehabt, manchmal eher mehr. Das ging so weit, das ich dachte, wenn der Marathon zum Ultra-Event mutiert, verliere ich noch meine brettspielbegeisterte Frau.

Die Dauerbrenner

Ihr kennt das vielleicht von früher, das Problem, wenn das Bild oder gewisse Teile im Fernseher einbrannten. Wer auf meinen Wohnzimmertisch schaut und ganz nah herangeht, sieht eingebrannte Inselteile von Spirit Island! Mein absoluter Dauerbrenner. Immer wieder und gern. Knapp dahinter folgen Blackout: Hong Kong und Tudor.

Immer wieder Spirit Island!

Weiter wurde Bears & Bees gespielt, welches in einer 5er Gruppe nicht so ganz zündete. Falscher Ort, falsche Zeit! Mit mehr Konzentration in kleineren Rahmen wuchs der Spielspaß. Azul kam natürlich auch wieder auf den Tisch. Dazu sorgte Meeple Circus für ordentliche Lacher, vor allem weil mancher am Tisch statt Finger wohl nur linke Daumen an den Händen hat. Für viel Begeisterung hat Endeavor und Teotihuacán gesorgt. Beide Spiele werden noch ausgiebig gespielt und dann mit einem Bericht hier verewigt. Chronicles of Crime ließ unsere Köpfe mehr rauchen, als wir nach dem Einstieg dachten und auch hier sind wir noch gut dabei. King of New York und Sunflower Valley wollten die Kinder mal wieder spielen, wobei der jüngste Sohn richtig abräumte. Zwischen zwei Schlössern wurde wie auch KeyForge eingeweiht. Dazwischen immer wieder Gloomhaven, bei dem mir das Material und das Inlay so manche Verzweiflung schenkte. In T.I.M.E Stories haben wir mit großer Begeisterung Estrella Drive durchgespielt. Das Spiel ist einfach immer noch der Wahnsinn. Insgesamt sind wir nun bei mindestens 21 Partien. Als witzigen Gruppenspiel wurde noch Room 25 Ultimate ausgepackt!

Mein Highlight – 9 Stunden Brettspielsamstag

Teotihuacán

Es sieht in natura wesentlich hübscher aus und ist sehr liebevoll gestaltet.

Mein persönliches Highlight war ein Samstag, bei dem von Mittags bis spät abends fast komplett durchgespielt wurde. Wir starteten Teotihuacán in Vollbesetzung und dem Standardaufbau. Ich hatte etwas Respekt vorm Erklären, aber es ging dann doch fixer und einfacher als gedacht. Ich hatte mir diesmal vorgenommen knallhart auf die Straße der Toten und Häuserbau zu gehen. Keine taktische Anpassung, einfach die vorher geplante Strategie runterfahren. Am Anfang sorgt dieser Weg für viele Siegpunkte, auch in Verbindung mit der richtigen Technologie.

Das Vorpreschen sorgte bei unserem 3D-Druck-Björn aka Produktguru aka Brettspielbabo – ja er hat viele Namen – für Schweißperlen auf der Stirn. Ich hatte schon Angst vorm Great-Western-Trail-Drama. Sagt euch nichts? Ist besser so. Das Schöne in Teotihuacán ist, dass mächtige Aktionen, wie bei der Straße der Toten das Bauen in den unteren Reihen, sehr aktionsintensiv sind und man sich hart beschneidet. Endsprechend gab es einen starken Abfall der Siegpunkte zum Ende hin. Zu spät habe ich mich um die Tempel gekümmert. Schön zu sehen war außerdem das alle Spieler sich auf unterschiedliche Aspekte fokussierten. Am Ende waren wir alle dichter beieinander als anfänglich gedacht und ich teilte mir den zweiten Platz mit dem Inlay-Klaus. Wunderbares Spielvergnügen!

Endeavor: Die Segelschiffära

Weiter ging es wieder in Vollbesetzung mit Endeavor: Die Segelschiffära. Auch hier hatte ich eine Partie hinter mir und meine Experimentierfreude war groß. Die Idee, dort Erkunden wo keiner sonst ist, gute Karten durch den Handel schnell abgreifen und so einen Attributsvorsprung zu ergattern. Schnell war klar, die Idee war so geil wie Segeln bei Flaute. Im Mittelteil war die Partie für mich gefühlt gelaufen. Zur Flaute kam Orientierungslosigkeit. Der Brettspielbabo rockte mit großem Spaß die Welt. Ich setzte alles auf eine Karte, die Abenteuer freischalten und dadurch noch Boni abgreifen. Da ich im nirgendwo alleine hauste, war ich niemandes Konkurrent. Captain-Sonar-Enno allerdings schon. Jetzt wurden mal seine Schiffe versenkt – zumindest in Form von Siegpunkten. Das reichte für den letzten Platz – weit abgeschlagen. Ich rettete mich auf einen guten dritten Platz, bei einem sehr dichten Feld.

Bears&Bees und Zwischen zwei Schlössern

Koordiniertes und fokussiertes Gewusel.

Bears&Bees, ja das schreibt man ohne Leerzeichen, war zu fünft beim ersten Mal sehr konfus. Ich hatte eine grobe Idee was im Spiel passieren sollte, aber irgendwie war das alles sehr zufällig und nicht wirklich spaßig. Wir haben die Partie dann für ein gemeinsames Abendessen abgebrochen. Spätere Partien des Spiels in kleinerer Teilnehmerzahl haben diesen Ersteindruck zum Teil widerlegt. Dazu wird eine kommende Rezension mehr verraten. Schlusspunkt war dann Zwischen zwei Schlössern. Von der Sache her ein einfaches Spiel, durch die vielen Arten zu punkten aber schwierig zu erklären. Der Witz ist, dass man mit seinen beiden Sitznachbarn ein Schloss mit Plättchen baut und von diesen beiden das schlechtere am Ende werten muss. Gepunktet wird durch allerhand Räumlichkeiten und Symbiosen. Obwohl man zusammen baut, gibt es nur einen Gewinner!

Was sofort auffällt bei mehr als drei, vielleicht vier Personen, was gegenüber am Tisch passiert, kann ich nicht beeinflussen und es ist mir auch egal. Bei sechs oder sieben Spielern ist das zu verschmerzen. Öfters hatte ich meine Entscheidung mit welchen Plättchen ich das Schloss erweitern möchte getroffen und lehnte mich etwas zurück. Ich hörte Getuschel, sah Spieler die sich links und rechts angeregt unterhielten, lachten und versuchten das eigene Schloss gut dastehen zu lassen. Eine wunderbare Brettspielatmosphäre!

Discovery: The Era of Voyage

Klein, über fein konnte sich die Gruppe nicht einigen.

Discovery: The Era of Voyage erinnert an eine Mischung aus Splendor und InBetween. Man sammelt Ressourcen über Karten, um Kontrolle über Gebiete zu erhalten oder sie in Siegpunkte umzuwandeln. Dabei segelt man im Kreis und steht in Konkurrenz zu seinen Mitspielern, denn falls Sie vor mir auf einer Karte stehen, muss ich mehr bezahlen. Das kann einem schon Mal den Zug vereiteln. Ein Micro-Game, für den Urlaub oder ein netter Absacker.

Nicht so für Party-Martin, der wohl eine stressige Woche hatte und dieses Spiel gedanklich schnell massakrierte. Immer-stumpf-im-Kreis-fahren war seine Argumentation-Keule. Ich hab das einfach mal umgesetzt – und verloren. Aber egal. Das Spiel war zerpflückt. Bei einer Partie kann ich nichts über die Widerspielbarkeit sagen und ja, man fährt im Kreis und hat schnell die lohnenden Kombos im Blick. Ein Samhain ist aggressiver und interaktiver, ein InBetween facettenreicher, trotzdem kann man Discovery: The Era of Voyage für das was es ist, auf den Tisch packen.

Fragen zu den Spielen?

Das war es erstmal mit meinem kleinen Rückblick und ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. Falls du detailliertere Fragen zu den aufgeführten Brettspielen hast, kannst du mir wie immer ein Kommentar hinterlassen und/oder eine E-Mail schreiben. Ich antworte ganz sicher!

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