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Der Mai wurde neben dem typischen Rezensiongeplänkel vor allem durch zwei große epische Abende geprägt, insbesondere beim Science-Fiction-Monster wurde klar, warum Brettspieler niemals an der Tischgröße sparen sollten. Es gibt kaum wichtigeres als einen Tisch mit mindestens 100 cm in der Breite. Ansonsten wird man das Gefühl nicht los, auf einem Nachttisch die Zukunft des Universums auszutragen. Übrigens ist auch das eines meiner Hauptgründe gegen einen Brettspieltisch mit Versenkung, denn da muss der Tisch nochmal eine Spur breiter sein.

Die Brettspiele im Mai

Manch einer kann es nicht mehr sehen und kaum ein Spiel war so oft auf dem Tisch wie L.A.M.A. Ich kann es nicht wirklich nicht mögen und so doof dieser Satz formuliert ist, so sehr favorisiert manch einer dieses Spiel. Ich vermute, ohne die Nominierung zum Spiel des Jahres wäre das Spiel eher in der Versenkung verschwunden. So sitzen da die Vielspieler beim Absacker und suchen zwischen den Minuspunkten die Begründung zur Nominierung. Ganz nach dem Motto Familienspiele machen auch Spaß, wurde Red Peak, Potion Explosion und Wettlauf nach El Dorado gespielt. Geht immer, auch mit weniger brettspielaffinen Spielern. Dazu gesellten sich einige Partien Neta-Tanka, viel mehr werden es nicht werden. Weitere Erfahrung für die kommende Rezension wurde in Underwater Cities gesammelt, das mit keiner Partie nachlässt. Escape Tales wurde durchgerockt! Keine Worthülse, für mein damaliges Gesicht reicht das Wort Schlafentzug kaum. Euphoria hingegen ließ mich ratlos zurück. Der Spielspaß schwankte so extrem, dass eine Beurteilung nicht einfach war. Digital produzierte ich ordentliches Zombi-Hack. Detective wurde die Erweiterung in L.A. weitergespielt, hier sind wir nun fast am Ende und einer Rezension nicht mehr weit entfernt. Die Neuheiten von Hobby World Artline und Cassiopeia haben wir auch angespielt. Kommen wir nun zu den Highlights.

Die Highlights im Detail

Cthulhu Wars

Gut, das Spiel hat hier eigentlich schon genug Beachtung gefunden. Allerdings hatte ich eine wirklich schöne Partie, mit ein paar Spielern aus Hamburg, die ich über den monatlichen Brettspieltreff im Würfel & Zucker kennengelernt habe. Warum es Erwähnung findet, ist das interessante Ausbreiten unter Hasturs Namen. Noch nie habe ich es erlebt, dass beim Spieler die Marker für die Verderbnis ausgingen und trotz so wenig kontrollierten Toren, meistens nicht mehr als eines, so viele Siegpunkte ergattert wurden. Es hat zwar nur für den dritten Platz gereicht, aber es war nicht weit bis zum Platz an der Sonne. Das Crawling Chaos klumpte zudem viel in Asien, auch das seltener erlebt. Ein weiterer Beweis dafür, wie sehr sich eine Partie in Cthulhu Wars verändert, wenn die Spieler anders vorgehen. Ich habe nun wirklich einige Partien gespielt und es bleibt frisch, trotz der nur vier vorhandenen Basisfraktionen. Es steht nicht umsonst so weit oben in meinen Top 10.

Am Ende gab es einen wildes Hauen bei dem ich viele Tentakeln ließ.

Twilight Imperium 4. Edition

Rückblick im Rückblick. Damals, mitten in den 90ern, da stand ich in Hamburg bei meinem Fantasy-Dealer, die Sorte, die es heute nicht mehr gibt und bestaunte dieses fette Stück von Brettspiel. Raumschiffe! Hex-Felder! Es sah aus wie aus meinen Träumen. Ich war kurz geneigt meine Waldelfenarmee einzutauschen. Es wurde nichts draus, der Türsteher hieß Englisch und ließ mich nicht rein. Später hätte er wohl, aber nicht meine Spielgruppe. So zog Zeit ins Land und nun konnte ich es endlich spielen. Auf kein Brettspiel habe ich wohl länger gewartet, der Brettspielbabo hat mich erlöst. Mein Augenmerk lag vor allem auch auf dem Vergleich zu Eclipse. Eines meiner absoluten Lieblingsspiele und thematisch ähnlich.

Was bleibt mir nach einer Partie, die etwas mehr als sechs Stunden dauerte, zu sagen? Fangen wir mit meinen Kindern an. Kennt ihr das, wenn eure Kinder irgendwas eingefärbtes Essen? Blaue Zunge, rote Zunge, gelbe Zunge, belegte Zunge. Nach meiner Partie hab ich meine Zunge nicht gezeigt, sie wäre aber so silbern gewesen, wie Silber nur sein kann. Und das ist für mich die Erkenntnis! Twilight Imperium ist ein Silberzungen und Politikspiel, selten hatte ich ein Brettspiel auf dem Tisch, wo so viel geredet wurde. Wer alleine rummacht, soll unter die Bettdecke gehen, aber sich nicht an den Tisch setzen. Abstimmungen, Verhandlungen, kurz vereint, dann wieder nicht. Das ist die Essenz dieses Spiels und für mich auch der größte Unterschied zu Eclipse. Dort gibt es dieses Geschacher zwar auch, aber gerade mit den Erweiterungen sind Allianzen dann von Dauer und es entwickelt sich eher ein spannendes Teamspiel. Ein Team gibt es in Twilight Imperium nicht, aber alleine gewinnt man auch nicht. Es erinnert etwas an New Angeles und den Eisernen Thron. Ich kann nun die Erfahrungsberichte verstehen, die von Partien berichten, wo nicht einmal gekämpft wurde oder eben nur sehr punktuell, dann aber intensiv. Mehr Erfahrung als eine Partie weise ich noch nicht auf, aber ich vermute, ein reines Raumschlacht-Brettspiel wird Twilight Imperium nie sein und will es auch gar nicht, trotz der Massen an Plastikraumschiffen.

Unsere Partie war jetzt noch nicht der Gradmesser, denn wir hätten alle aggressiver spielen können oder hier und da gemachte Absprachen fies hintergehen können. Da wir uns in der ersten Partie aber nicht sofort Schellen verteilen wollten, war das für alle ausgeglichen. Ein tolles Spiel, das sehr gut neben Eclipse oder Star Trek: Ascendancy im Regal stehen kann, weil der Fokus eben ein anderer ist. Eclipse hat seine Unterschiede durch das freiere Forschen, dem individuellen Raumschiffen, der aktiven Erkundung und dem größeren Anteil an Ressourcenmanagement. Ich bin mir sicher, wenn weitere Partien gespielt wurden, folgt eine Rezension und eine Aufnahme in die Top 10.

Fragen zu den Spielen?

Das war es erstmal mit meinem kleinen Rückblick und ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. Falls du detailliertere Fragen zu den aufgeführten Brettspielen hast, kannst du mir wie immer ein Kommentar hinterlassen und/oder eine E-Mail schreiben. Ich antworte ganz sicher!

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