Lesezeit: 4 Minuten
Zombicide ist als Brettspieler mit einer Fischallergie mein Parvalbumin. Ich kann es nicht konsumieren. Zombicide, ein bis auf die Lärmmechanik sehr einfach gehaltener Dungeon-Crawler, der einen in einer Stadt nach Waffen suchen lässt, damit man Würfel werfen darf, um endlose Horden an Zombies zu töten. Mit Pech geht man in großer Spielgruppe zu früh drauf und schaut zu. Die Schwierigkeit ist dabei nicht zu verachten und hängt am seidenen blutenden Glücksfaden, dazu ist die Spielzeit alles andere als kurzweilig und Fortschritt über ein Spiel hinaus war wohl zu kreativ.

Da bevorzuge ich doch lieber Tiny Epic Zombies, Totenstadt oder vor allem Fireteam Zero. Ich gestehe, ich kenne keine Erweiterungen zu Zombicide, keine der diversen Ableger und will auch niemand die Begeisterung für dieses klassische Ameritrash-Brettspiel absprechen. Nur meins ist es wirklich nicht! Was in aller Welt treibt mich nun zur digitalen Version? Ein Anfall von Masochismus?

Eine nett inszenierte Story hält die Missionen zusammen.

Kurzcheck: Darum geht es in Zombicide

Erster großer Unterschied zur analogen Version, man spielt alleine! Das ergibt bei einer App durchaus Sinn. Ansonsten sieht das hier erstmal nach dem klassischen Zombicide aus. Fans reden wohl von einer gelungenen Umsetzung. Das heißt, auch hier hat man Helden, wenn auch nur maximal vier, rennt durch urbane Gebiete, sammelt Gegenstände und versucht den anstürmenden Zombies Paroli zu bieten. Der große persönliche Unterschied, hier habe ich Spaß.

Zum einen ist das Spiel optisch wirklich mega gut umgesetzt, bietet 40 Level mit verschiedenen Missionen und hat vom Rollenspielfleisch genascht. In der digitalen Version nehme ich Fortschritt in Form von Konserven mit. Diese erhalte ich durch das Töten der Untoten und erfolgreiches absolvieren der Missionen. Ich schalte neue Waffen frei, verbessere diese und erhalte coole Sonderfähigkeiten der Helden, die in vier Klassen aufgeteilt sind. Lose wird das alles durch eine Geschichte zusammengehalten.

Die Charaktere zu verbessern motiviert.

Egal wohin man schaut…

…ist das digitale Zombicide eine Verbesserung. Schnell noch ein Level ist die Devise. Das neue Katana ausprobieren oder noch ein paar Konservendosen sammeln, damit der Sniper seine neue Fähigkeit bekommt. Während sich die ersten 10 Missionen noch sehr einfach geben und mehr ein verlängertes Tutorial sind, zieht der Anspruch dann an. Lärm ist bekanntermaßen Spielelement, weil es die Zombies anzieht, wie Motten das Licht. Auch die stumpfen Zombies werden mit der Zeit stärker! Veteranen kennen die Walkers, Runners, Fatties und Abominations. Viele Lebenspunkte oder schneller, gefährlich ist am Ende vor allem die Masse. Ich weiß nicht, ob mich meine Erinnerung an das Brettspiel trügt, aber die Horden von Zombies in der digitalen Version sind zum Teil wirklich beachtlich!

Da man alle Helden über Aktionspunkte steuert, jederzeit zwischen den Helden wechseln kann und diese unterschiedliche Stärken haben, entsteht kurzweilige Taktik. Wer geht zuerst vor? Wohin schießt der Sniper? Wer macht zuletzt den Lärm, um die Zombies indirekt zu steuern? Vor allem muss man auch seinen nächsten Zug beachten. Wenn die Nahkämpfer fast überrannt werden, weil sie zu mutig vorgestürmt sind, können die Schützen schlecht Supporten, denn jeder Fehlschuss bedeutet Friendly-Fire! Autsch. Waffen haben unterschiedliche Stärken wie Reichweite, Schaden und Anzahl der Würfel. Es bleibt am Ende übersichtlich, aber es ist genug taktische Abwechslung gegen aufkommende Langeweile vorhanden. Gut, das kennt man so auch aus dem Brettspiel. Als Alleinverantwortlicher spielt sich Zombicide allerdings zügiger und falls ein Held das zeitliche segnet, spielt man einfach mit den restlichen weiter.

Es wird kuschelig. Aber von der stinkenden Sorte.

Die Technik

Die Steuerung ist auch auf einem Smartphone sehr gut zu handhaben. Heldensteuerung, Würfeln und bewegen, alles mit einem Finger zu steuern. Zusätzlich kann man problemlos aus dem Geschehen rauszoomen, wenn man einen allumfassenden Überblick braucht. Zombicide ist komplett auf Deutsch und dabei gut übersetzt. Was mich etwas gestört hat, ist das fehlende Regelbuch oder im Hauptmenü eine grobe Spielübersicht über die vorhandenen Spielelemente. Gut, Zombicide ist nicht sonderlich kompliziert, trotzdem finde ich es relativ merkwürdig, dass das Tutorial die einzige Informationsquelle ist. Nicht zu vermeiden ist wohl der Shop! Das Spiel ist für seinen Umfang und der hochwertigen Präsentation nicht teuer, das wird dann allerdings damit erkauft, das zig Helden für kleines Geld dazugekauft werden müssen.

Klassiker: Rollschuhe und Kettensäge!

Fazit

Fans von Zombicide müssen nicht lange überlegen, so fern sie noch etwas mit dem ursprünglichen Zombicide anfangen können. Mit Charakteren durch massiv zombieverseuchte Umgebungen zu stolpern, um das nackte Überleben kämpfen und allerhand Krempel aufzusammeln, all das gibt es nun für die Hosentasche! Dabei spielt der Lärm genauso eine Rolle wie das richtige Vorgehen mit den Fern- und Nahkämpfern. Natürlich hat das Würfelglück seine Finger im Spiel! Wer das nicht mag, ist falsch abgebogen. Zombicide bleibt auch digital dem Amerigame-Prinzip treu. Die Überraschung für mich ist aber, das der Rahmen des digitalen Zombicide dafür sorgt, das es auch für Spieler interessant ist, die um das Brettspiel eher einen Bogen machen. Die Spielspaßformel: 40 Missionen, durch eine kleine Geschichte zusammengehalten, eine coole Präsentation und die Möglichkeit seine Charaktere über Missionen hinaus zu verbessern. Technisch zudem sauber umgesetzt, wenn auch eine Regelübersicht bzw. Hilfe im Spiel fehlt. Egal! Als kleiner Zombiesnack für zwischendurch ist das Spiel in seiner digitalen Form ein wirklich kurzweiliger Spaß!

Christian Administrator
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Zombicide

5 €
7.5

TECHNIK

8.0/10

GAMEPLAY

7.0/10

SPIELSPASS

7.5/10

Kurzfakten

  • Coole Präsentation
  • Extrem kurzweilige Action
  • 40 Missionen
  • RPG-Elemente
  • Defintiv nicht ab 6 Jahren!

Spielinformationen

  • Genre: Dungeon-Crawler
  • Spieler: 1
  • Alter: ab 6 Jahren
  • Rezensionsexemplar erhalten

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