Lesezeit: 5 Minuten

Lange war es sehr ruhig in der Kategorie „Pimp my Brettspiel“, aber das Insert zu Batman: Gotham City Chronicles verdient einen fetten Artikel. Ihr verdient einen fetten Artikel, denn a) ist das Spiel Batman: Gotham City Chronicles fett und b) gibt es einige Dinge, die ihr zu dem Insert von Tinkering Paws einfach wissen solltet. Wer die Rezension verpasst hat, klickt sich am besten direkt zur Rezension durch. Bei dem Begriff Tinkering Paws kommen euch bestimmt Erinnerungsfetzen wie Hauls meiner Tochter nach einem Shoppingtrip nach Maastricht ins Gedächtnis. Auch hier kann ich euch direkt abholen, denn eure Erinnerungen kommen bestimmt von den Benchmark-3D-Tiles zu Terraforming Mars. Und damit ist auch klar, wo die Reise hingeht: ab ins Qualitätstraumland.

Kurzcheck: Das pimpt das Insert zu Batman: Gotham City Chronicles von Tinkering Paws

Mein eBay-Kauf: Das Grundspiel mit zwei fetten Boxen, Arkham Asylum Expansion, Versus Expansion, Wayne Manor Expansion, Batmobile Expansion, Map Expansion, Villain Campaign Pack. OMG. Ein Overkill an Kartons und Miniaturen. Über 162 Minis am Start und mein monkisches Ich, das diesen ganzen Material-Overkill organisieren und verwalten möchte. Natürlich denke ich an Tinkering Paws, weil ich weiß, dass Christoph und Kim in ihrem riesigen Produktportfolio eben auch Batman: Gotham City Chronicles haben. Da meine Produkte alle aus Season 1 & 2 sind, bekomme ich das entsprechende Insert. Und es macht Unglaubliches: Alles, was ich in den verschiedenen Kartons habe, wird in die zwei Grundboxen wegsortiert. Bämm!

Sonntag

Ich bin echt skeptisch. „Du Kati, ich glaube, die haben mir zu wenig Insert geschickt.“ Skeptisch schaue ich in den Karton von Tinkering Paws. Mein Blick wandert zu meinem Wohnzimmertisch, der überfüllt ist mit Kartons. Bei großen Aufgaben habe ich eine einfache Strategie: Ich fange einfach an. Ich mache mir also meine Dire Straits-Playlist an, scanne den beiliegenden QR-Code, um auf das unglaublich gute PDF zum Sortiereinsatz zu kommen, und fange an. Zwei Stunden später ist meiner Skepsis absolute Faszination gewichen. Mein ganzes Batman: Gotham City Chronicles ist in den beiden Grundboxen sortiert. Sinnvoll und platzsparend. Alle Miniaturen in einer Box. Alles andere Material in der anderen Box. Ich kann mein geliebtes Spiel endlich transportieren und mitnehmen: zwei Boxen. Keine 5 oder 6. Zwei.

Spieltag

Nachdem sich mein erstes Glücksgefühl eingestellt hat, besteht das Insert auch den zweiten Härtetest: nämlich den Einsatz am Tisch. Wie ihr meiner Rezension entnehmen könnt, benötigt Batman: Gotham City Chronicles eine gewisse Aufbauzeit, die schon nicht von schlechten Eltern ist. Stellt euch jetzt mal bitte das Ganze mit Plastiktütchen, über 160 Minis in Plastiktrays, Token, die durch die Gegend fliegen, und unterschiedlichen Boxen vor. Sorry, da bin ich einfach raus, weil es meinen Spielspaß killt. Durch das Insert wird der Aufbau organisierter. Ganz klar, Batman: Gotham City Chronicles wird immer mit einem Invest verbunden sein, aber durch das Insert von Tinkering Paws könnt ihr den Auf- und Abbau gezielter erreichen.

Die Boxen sind zudem so gut gestaltet, dass sie dekorativ auf dem Tisch stehen können. Ebenso die Sortierung der Minis: Christoph Rose hat hier ein System entworfen, das die Figuren platzsparend, schonend und thematisch organisiert. Durch die Lagerung an den Bases ist eine Bemalung der Minis möglich, ohne dass direkt Feldherr-Schaumstoff zum Einsatz kommen muss. Zudem sind die Figuren so organisiert, dass ich sie entsprechend der Szenarien und Expansions relativ schnell und zielsicher finden kann. Ich muss mir lediglich merken, wo ich sie entnommen habe, oder entsprechend im PDF nachschauen.

Qualität, Preis & Leistung

„170 € für ein Insert? Das würde ich nie zahlen!“ Gut. Das verstehe ich und kann es nachvollziehen. Dieses Insert ist ein Luxusartikel, denn für den Gegenwert des Inserts kann ich mir viele andere Spiele kaufen. Ja, auch dem stimme ich zu. Christoph, Kim, Dirk und ich haben beim Podcast der BGT ein langes und ausführliches Interview mit Tinkering Paws geführt und auch ehrlich und offen (danke an dieser Stelle) über die Preise und Kosten gesprochen. Christoph Rose ist Ingenieur und er entwickelt diese Inserts auf einem entsprechenden Niveau. Wir sprechen hier von deutscher Ingenieurs- und Entwicklungskunst.

Bei einem Insert wie dem zu Batman: Gotham City Chronicles fließen unzählige Stunden Arbeit in die Optimierung des zur Verfügung stehenden Platzes für das vorhandene Material. Dazu kommen die Kosten für Miete, Versand, Personal, Strom, Mitarbeiter und Wagnis und Gewinn. Und genau diese Kosten muss ein Kunde tragen. Das Schöne daran ist: Jeder kann entscheiden, ob er bereit ist, dieses Produkt zu erwerben. Ihr könnt gerne kritisch anmerken: Du hast gut reden, du hast es als Rezensionsmuster bekommen. Ja, aber ich kaufe auch meine Inserts, wenn ich nicht darüber schreibe, selber. Zum Beispiel meine Schaumstoffinserts zu Scythe und Super Fantasy Brawl.

Weiterentwicklung

Das Besondere bei den Inserts von Tinkering Paws ist die Entwicklung, die man auch gerade am Produkt von Batman sehen kann. Hier stehen nämlich Inserts zu den Kickstartern der Season 1 & 2 im Regal oder aber zur Season 1, 2 & 3. Auch ein Upgrade-Pack könnt ihr bestellen. Alle Produkte, die bei Tinkering Paws im Portfolio stehen, werden von Christoph Rose systematisch weiterentwickelt. Wenn also neuer Content erscheint, dann müsst ihr nicht einfach euer bestehendes Insert veräußern, sondern bekommt meistens die maßgeschneiderte neue Lösung für das Produkt, was ihr bereits habt.

Zudem bietet Tinkering Paws auch die Möglichkeit, die STL-Dateien für euren Drucker zu Hause zu kaufen. Hier liegt ihr preislich bei unter 50 € und könnt euch eigenständig alles drucken. Mein Freund Dennis von der BGT hat dies gemacht und war begeistert. Ich denke, er wird in den Kommentaren oder dem Special zu Batman noch einiges dazu schreiben.

Innovativ und genial. Das Storage-System der unzähligen Minis.

Fazit

Das Insert zu Batman: Gotham City Chronicles ist wieder ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst. Tinkering Paws schafft es mit diesem Insert, Ordnung in alle drei Seasons des umfangreichen Kickstarters zu packen. So konnte meine Season 1 & 2 perfekt in die beiden Grundboxen organisiert werden und alle anderen Kartons waren obsolet. Neben der physischen Variante bietet der Spezialist für Insert-Druck auch die STL-Dateien für den heimischen 3D-Drucker an.

Auch wenn der Preis für ein solches Produkt im ersten Moment recht hoch erscheint, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut gerechtfertigt, denn ich bekomme ein absolut hochwertiges Produkt, eine detaillierte und nachvollziehbare Anleitung über einen QR-Code, eine stetige Weiterentwicklung des Inserts bei neuen Erweiterungen und eine platzsparende, optimierte und schonende Aufbewahrung meiner Spielkomponenten. Mehr noch, denn das Insert hilft mir, das Spiel schneller auf- und abzubauen und die Spielmaterialien optisch ansprechend auf dem Tisch zu präsentieren.

Insert: Batman Gotham City Chronicles Hohe Ingenieurskunst von Tinkering Paws
Spielinformationen
Gimmick: Inlays | Material: umweltbewusste Produktion & Plastik aus dem 3D-Drucker | Hersteller: Tinkering Paws | Rezensionsexemplar erhalten
Preis/ Leistung
9
Funktion
9
Design
8.5
Positive Aspekte
High End Produkt aus Deutschland
Optimiert alle Schachteln aus Season 1 & 2 in den beiden Grundboxen zusammen
Eine Box für Minis, eine für alles andere Material
Figuren sind platzsparend, schonend und thematisch organisiert
Reduziert die Auf- und Abbauzeit des Spiels
Auch der Kauf von STL-Dateien für den heimischen 3D möglich
Konsequente Weiterentwicklung wenn neue Erweiterungen kommen
Negative Aspekte
Hoher Anschaffungspreis
Trotz umweltgerechter Produktion bleibt es Plastik
9
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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hi Markus,

    ich bin leider sehr empfänglich für diese Art von Spielen und besitze beispielsweise Imperial Assault mit fast allen Erweiterungen, welches ich immer noch mit Begeisterung spiele (sowohl die Kampagne, als auch den Gefechtsmodus).
    Mich würde interessieren, ob du IA auch gespielt hast und inwiefern du einen Vergleich bzw. eine Empfehlung zu Batman aussprechen kannst, wenn einem IA gefällt!
    Danke für eure tolle Seite hier, bin durch euch schon auf den ein oder anderen Schatz in meiner Sammlung gestoßen.
    Gruß, Achim

    Antworten
  • Hi Markus,

    ich bin leider sehr empfänglich für diese Art von Spielen und besitze beispielsweise Imperial Assault mit fast allen Erweiterungen, welches ich immer noch mit Begeisterung spiele (sowohl die Kampagne, als auch den Gefechtsmodus).
    Mich würde interessieren, ob du IA auch gespielt hast und inwiefern du einen Vergleich bzw. eine Empfehlung zu Batman aussprechen kannst, wenn einem IA gefällt!
    Danke für eure tolle Seite hier, bin durch euch schon auf den ein oder anderen Schatz in meiner Sammlung gestoßen.
    Gruß, Achim

    Antworten
    • Hallo Achim,

      insgesamt habe ich, glaube ich, mehr Dungeon-Crawler und diese Art von Spielen gespielt als Markus. Alleine weil ich als Jugendlicher und jetzt auch mit den Kindern, eigentlich immer eine Art dieser Spiele spiele. Darum mische ich mich hier einmal ein – vor allem auch deshalb, weil ich das Batman-Spiel auch gespielt habe. Hast du vielleicht noch andere Vergleiche als Imperial Assault? Denn genau das kenne ich weniger. Was beide Spiele aber schon einmal grundlegend unterscheidet: Batman Gotham City Chronicles hat keine klassische Kampagne und ohne Erweiterung auch keinen vollen kooperativen Modus. Ansonsten geht es natürlich schon in diese Richtung. Auch gerade der Druck, also weg vom stumpfen Kämpfen, hin zu zwingenden Aktionen und einer gewissen Begrenzung, erinnert vielleicht auch an Descent 2. Auf den mechanischen Fokus bezogen: Es hat ein paar coole Kniffe (Heldenauswahl und Ausrüstung und die Mechanik des Bösewichts), ist aber ansonsten eher klassisch. Erwarte also keine mechanischen Innovationen, wie z.B. damals bei Gloomhaven (Kartenmechanik) oder vielleicht Chronicles of Druganor (Würfelmechanik).

      Antworten
      • Hi Christian, danke für deine Antwort!
        Ich brauche keine ausgefallene Mechanik, damit mir diese Art von Spielen gefällt, daher hört sich „klassisch“ für mich ziemlich gut an. Ganz im Gegenteil: mir hat Gloomhavun beispielsweise durch seine Kartenmechanik nicht so gut gefallen (und Mage Knight leider auch nicht)!
        Als weitere Referenzen würde ich das von dir angesprochene Descent 2 . Edition ansprechen! Das haben wir viel gespielt. IA gefällt mir aber aufgrund der alternierenden Spieleraktivierung deutlich besser, weil es (für mich) dadurch mehr Taktikspielraum hat! Als Skirmisher habe ich sehr viel Summoner Wars 2. Edition (vor allen Dingen in der App) gespielt.
        Aber alles was ich bzgl Batman lese hört sich sehr interessant an. Ich schau es mir wohl mal genauer an :-)!
        Gruß, Achim

        Antworten
    • Hallo Achim,
      Christian hat schon alles dazu gesagt, was es zu sagen gibt. Ich kann leider dazu garnichts sagen, weil Batman das einzige Spiel dieser Art in meiner Sammlung ist. Ich weiß nur, dass die unterschiedlichen Szenarien ultra Bock machen und sich unterschiedlich spielen. Bzgl. aller anderen Dinge hat Christian schon das Wichtigste ergänzt.

      Ich kann nur sagen, dass ich mich sehr über deinen Kommentar gefreut habe. Gerade solche Spiele sind es oft wert, betrachtet zu werden. Und mich freut es immer, wenn dadurch tolle Titel bei euch Einzug erhalten.

      Liebe Grüße
      Markus

      Antworten
  • Dennis - BGT Brettspiel-Podcast
    21. September 2026 16:01

    Ich kann Markus’ Eindruck vom Insert nur bestätigen, allerdings habe ich mich für die Variante entschieden, alles selbst zu drucken. Die entsprechenden Files wurden mir von Tinkering Paws als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Mein erster Gedanke nach dem Öffnen der Dateien war allerdings nicht sofort: „Super, dann lege ich mal los.“ Stattdessen war ich vom schieren Umfang des Projekts erst einmal ziemlich überfordert. Batman: Gotham City Chronicles besteht schließlich aus absurd viel Material und entsprechend umfangreich ist auch das Insert. In den Dateien sieht man zwar sofort, welches Teil man wie oft benötigt. Was sich daraus aber nicht direkt ablesen lässt, ist die insgesamt benötigte Menge an Filament.

    Also habe ich genau das gemacht, was ich bei solchen Projekten eigentlich immer mache: Ich habe mir erst einmal einen Plan gebaut. In diesem Fall natürlich in Excel. Dort habe ich alle Dateien und die einzelnen Druckschritte erfasst und das gesamte Projekt für mich in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Danach wirkte das Ganze direkt deutlich weniger überwältigend.

    Im nächsten Schritt habe ich anhand dieses Plans auch den Filamentbedarf geplant. So konnte ich vorher vernünftig abschätzen, was ich für das komplette Insert benötigen würde, und das Filament entsprechend bestellen. Dadurch musste ich nicht einfach irgendwann anfangen und dann mitten im Projekt feststellen, dass mir Material oder eine bestimmte Farbe fehlt.

    Was ich besonders positiv fand: Beim Drucken war für kein einziges Teil Support beziehungsweise eine Stützstruktur notwendig. Gerade bei Überhängen braucht man beim 3D-Druck sonst häufig zusätzliches Stützmaterial, das Filament verbraucht und später wieder entfernt werden muss. Darauf konnte ich hier vollständig verzichten. Die Teile sind so konstruiert und ausgerichtet, dass sie direkt und ohne zusätzliche Stützen gedruckt werden können.

    Die Qualität der Dateien ist wirklich hervorragend. Man merkt sehr deutlich, dass hier nicht einfach nur ein paar Boxen konstruiert wurden, die irgendwie in die Schachtel passen. Das gesamte System ist durchdacht und auf den tatsächlich vorhandenen Platz sowie das umfangreiche Material von Batman: Gotham City Chronicles abgestimmt.

    Gleichzeitig waren die einzelnen Teile überraschend einfach zu drucken. Bei einem Projekt dieser Größenordnung hatte ich mit deutlich mehr Schwierigkeiten gerechnet. Stattdessen konnte ich die Dateien nacheinander drucken, ohne Einstellungen ständig neu ausprobieren oder einzelne Teile irgendwie nachbearbeiten zu müssen.

    Noch beeindruckender: Bei mir gab es während des gesamten Projekts keinen einzigen Fehler. Kein fehlerhaftes Teil, keine Datei, die nicht funktioniert hat, und nichts, was am Ende nicht so gepasst hätte, wie es vorgesehen war. Gerade bei der Menge an einzelnen Druckteilen ist das alles andere als selbstverständlich.

    Das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand für mich vollständig. Auch bei mir ist jetzt das gesamte Material in nur noch zwei Boxen untergebracht. Der entscheidende Unterschied zu Markus: Ich besitze sogar noch mehr Content als er und bekomme trotzdem alles in den beiden Boxen unter.

    Das Insert ist mega gut und sorgt dafür, dass ich Batman GCC überhaupt halbwegs schnell (dauert immer noch) auf den Tisch bekomme. Wer Zugang zu einem 3D Drucker hat, kann das beruhigt ausprobieren.

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