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Kennt ihr Schokokuchen mit flüssigem Kern, garniert mit Mangoeis und Minzblättern? Lecker. Keine Frage, aber so manches Brettspiel macht mich optisch noch hibbeliger. Man will es streicheln und ein bisschen anknappern. In den Meeples baden und… äh, CUT! Denn Optik ist nicht alles und nach dem Erstkontakt überlebt kein Brettspiel mit schlechtem Spieldesign, sei es noch so hübsch.

Als Eyecather taugt es aber um so mehr und manch nett aussehendes Spiel wandert beim ahnungslosen Käufer wohl nur aufgrund der Optik in den Warenkorb. Ich kenne das von mir selber, vor allem aus dem Fachhandel. Das hübsche Bling-Bling-Brettspiel wird aus dem Regal gezogen, das hässliche Entlein verstaubt im Regal – zumindest manchmal. Nur gibt es diese Spiele, die sehen einfach leckerer aus als der Rest. Um diese Spiele geht es mir hier, fern ab vom Spieldesign. Viel Spaß bei meinen derzeitigen optischen Brettspiel-Highlights.

Die schönsten Brettspiele – meine Top 10

Goldene Weizenromantik trifft öligen Mech – Scythe

Wer meinen Blog verfolgt, der weiß was für eine Sogkraft die optische Wucht von Scythe auf mich ausübt. Vom Spielkarton, über die Karten, dem wunderbaren Spielbrett mit unzähligen Details und den außergewöhnlichen Spielertableaus, einfach alles zieht mich hier in seinen Bann. Für mich ganz klar das schönste Brettspiel, vor allem dank des Künstlers Jakub Rozalski.

Bierdosengroße Figuren sind sexy – Cthulhu Wars

Nur eine der vielen imposanten Figuren aus Cthulhu Wars

Nicht alles bei Cthulhu Wars ist schön, aber dafür ist es gewaltig. Das riesige Spielbrett, bevölkert von massenhaft skurrilen Figuren in zum Teil gigantischer Größe hat etwas imposantes, dem sich selbst Spieler deren Herz nicht für Plastikfiguren schwärmt, nur schwer entziehen können. Cthulhu Wars ist kein feiner Pinselstrich, sondern eher ein Bauwerk des Brutalismus.

Verträumte Optik – Oben und Unten

Es müsste nicht einmal Oben und Unten sein, sondern einfach nur ein Brettspiel von Ryan Laukat. Mich erinnert die verträumte Optik immer an den Kleinen Prinzen. Nie überladen, sehr weich, mit einer liebevollen Ausstrahlung und netten Details. Ich kenne kein anderes Brettspiel, das ein vergleichbares Artdesign hätte. Die Spiele dahinter nie schlecht, meist sehr gut und auch weniger seicht sind als es die Optik verspricht, ist ein weiteres positives Merkmal.

Atmosphärische Spannung – Mysterium

Der damalige Messestand auf der SPIEL war ebenso grandios wie das Brettspiel

Gedimmtes Licht, den originalen Soundtrack aufgelegt und das wunderschöne Spielmaterial aufgebaut und ich verspreche dir, viel atmosphärischer kann es nicht werden. Aufwendig gestaltetes Spielmaterial, wie der Rundenzähler in Form einer alten Uhr, Token als Krähen für den Sichtschirm, all das sind ein Leckerbissen für sich. Die wunderbar gestalteten und abwechslungsreichen Karten setzen dem ganzen dann die Krone auf. Ein optischer Hochgenuss!

Extravagant und verspielt – Feudum

Feudum macht vieles anders und ist wahrlich schick!

Spielbarkeit und Artdesign kreuzen hier die Klinge. Für Einsteiger hat hier die Optik die Spielbarkeit dahingemetzelt. In Schönheit sterben? Ich hoffe zwar nicht und Spielbarkeit ist heute nicht das Thema. Visuell steht Feudum ziemlich weit oben. Extravaganz wird hier groß geschrieben. Ob nun das Format des Spielbretts, das Artdesign, die Iconografie, die Gestaltung des Spielbretts und seine Figuren, hier ist nichts so wie man es sonst kennt. Auf jeden Fall optisch beeindruckend.

Unterwasserromantik – Abyss

Unterwasserwelten sind als Thema eher eine Seltenheit. Aber nicht nur deshalb begeistert Abyss, sondern eben auch durch sein wunderschönes Spielmaterial. Spielschachtel, Spielbrett und Karten sind wie aus einem Guss und zeigen einen dunklen verwunschenden Ort, tief unter dem Meer. Hier will man sofort abtauchen. Das Sahnehäubchen ist dann die Erweiterungen mit den kleinen Perlen. Mich hat dieses Spiel spielerisch nicht so ganz überzeugt, trotzdem habe ich es aufgrund der Optik immer mal wieder in der Hand.

Grandiose Artworks und schlichte Eleganz – T.I.M.E Stories

Einfach nur wunderschön!

Ich gebe zu, das mag jetzt etwas medienhurenartig sein, aber ich schätze Weißräume. Es wirkt einfach edel und verschwenderisch. Wenn dann noch Science-Fiction Elemente dazukommen, mit typischen Tech-Blau, dann sind wir gestalterisch beim Reboot von Star Trek. Bei Time Stories sehe ich einfach immer Lense Flair Effekte vor meinen inneren Auge. Scharf! Im Kontrast dazu stehen dann die Abenteuer, die mit unterschiedlichen Künstlern gestaltet wurden und mit ihren Panoramen aus Karten einen herrlichen Kontrast bilden. Absolute Meisterklasse!

Weißraum in seiner besten Form – Tokaido

Ähnlich wie Time Stories gefällt mir hier erstmal der Weißraum. Das Spiel wirkt edel und überhaupt nicht überladen. Dazu hat es schönes Spielmaterial und witzige Karten die Gerichte abbilden. Ein Spiel das für mich eines derjenigen ist, die ich immer wieder aus einem Händlerregal ziehen würde. Spielerisch glänzt es dann nicht ganz so hell.

Ein karibischer Traum – Archipelago

Sehr klassische farbenfrohe Optik, die mich aber total begeistert. Gerade die bunte Karibikwelt die Stück für Stück erschaffen wird, sieht einfach nach Urlaub aus. Ebenso klassisch sind die vielen Materialien aus Holz. Für mich ein absolutes Wohlfühlspiel, was zum semi-kooperativen Charakter passt!

Manchmal reicht das Spielbrett – Die Säulen der Erde

Schönes Workerplacementspiel, das durch sein wirklich sensationelles Brett eine Augenweide ist. Die gesamte Spielmechanik ist gestalterisch wunderbar umgesetzt und absolut detailliert ausgearbeitet. Ein Brett, das man sich gerne immer wieder anschaut, vor allem wenn so ein gutes Spiel drum herum aufgebaut wurde.

Und du?

Was sind deine visuellen Highlight im Bereich der Brettspiele? Ich bin gespannt auf deine Eindrücke, hinterlasse mir doch einen Kommentar. Vielleicht auch mit der Info ob sich das Spiel inhaltlich lohnt oder nur etwas für die Augen ist.

Christian Administrator
Redakteur | Brettspieler | Fleischpöppel
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