Lesezeit: 16 Minuten
Die SPIEL 17 hetzt mit großen Schritten näher! Bald ist es wieder so weit, der Bauch mit seinem Kaufrausch kämpft in den vielen Hallen der Messe in Essen gegen den Kopf um das Budget. Das Budget ist dieser ominöse Betrag, der nie reicht. Gleich zu Anfang zwei Tricks für euch. Das Budget als Bargeld mitnehmen, aber erstmal auf der Messe mit Karte zahlen. Glaubt mir, das funktioniert ganz hervorragend! Zweiter Trick: Vorbestellungen. Da bekommt man auf der SPIEL 17 die Sachen dann umsonst. Ok, ihr merkt, die Finanzen regelt meine Frau und das ist besser so.

Kommen wir zum wesentlichen, meine Highlights auf der Spiel 17 in Essen. Die Messe ist übrigens wieder größer geworden. Den Hallenplan gibt es auch vorab. Nagelt mich nicht drauf fest, aber ich hörte etwas von über 1000 Brettspielneuheiten, dazu rund 1100 Aussteller. Ich erhebe nicht den Anspruch, dass meine Highlights nun wirklich die besten Spiele sind, noch stellt die Reihenfolge der vorgestellten Spiele eine Wertung dar. Es sind einfach meine ganz persönlichen SPIEL 17 Highlights die ich zur Zeit im Fokus habe. Viel Spaß beim stöbern und vielleicht sieht man sich ja auf der SPIEL 17.

Meine SPIEL 17 Highlights

Cry Havoc

cry-havoc

Absolut harte und taktische Science-Fiktion-Kost!

In der Vorschau für die SPIEL 16 wurde Cry Havoc von mir schon vorgestellt, warum also jetzt schon wieder? Das liegt daran, dass es diesmal die deutsche Version ist. Die Übersetzung zog sich etwas in die Länge, dafür wurde Cry Havoc aber noch einmal poliert. Besseres Kartendesign, klarere Regeln! Die englische Version wurde auf der SPIEL 16 angetestet und daher war die Vorbestellung für mich eine klare Sache.

Um was geht es genau?

Es geht um Gebietskontrolle und viel Kampf in diesem asymmetrischen Brettspiel. Die vier Fraktionen spielen sich nämlich absolut unterschiedlich. Weitere Besonderheit, es gibt keine Würfel! Gekämpft wird über Karten und ein interessantes Kampftableau. Deckbuilding ist das Element was neben den Figuren und ihren Fähigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheidet. Cry Havoc spielt sich dabei unheimlich schnell und konfrontativ – sicher nicht für jeden, vor allem erfordert das Spiel ein paar Durchgänge bis man die jeweiligen Fraktionen beherrscht.

Autor: Grant Rodiek, Michał Oracz, Michał Walczak
Verlag: Portal Games
Preis: 60 €
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 90 – 120 min
Alter: ab 10 Jahren
Einschätzung: 5/5
Status: Vorbestellt

Coaster Park

Wer will da bitte nicht sofort eine Achterbahn bauen?

Auch hier musste ich das Brettspiel gleich beim Verlag Pandasaurus vorbestellen. Das Konzept seine Achterbahnen auf dem Tisch zu bauen ist an sich schon abgefahren, das man dann aber mit einer Murmel auch dessen Tauglichkeit prüfen muss, rockt dann richtig. Denn wenn die Murmel nach drei Versuchen nicht durchrollt, gibt es keine Punkte. Und nun der Oberknaller, man kann sogar Loopings bauen. Ganz ehrlich, was gibt es da noch zu überlegen?

Um was geht es genau?

Spielerisch steckt natürlich noch etwas mehr dahinter als nur Teile zu verbinden und eine Murmel rollen zu lassen. Denn dann kann ich auch mit der Holzmurmelbahn meiner Kinder spielen. In Coaster Park wird um die Achterbahnteile über eine Auktion gepokert. Der Startspieler bestimmt Preise, kauft ein anderer, bekommt er das Geld, kauft keiner muss man selber kaufen. Weiteres Spielelement sind Expertenkarten, die dem Besitzer gewisse Sonderregeln bescheren.

Autor: Scott Almes
Verlag: Pandasaurus
Preis: 49,99 €
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 30 – 60 min
Alter: ab 8 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Vorbestellt

Pandemic Legacy: Season 2

Es gibt wieder zwei verschiedene Kartons zur Auswahl

Muss ich dazu noch etwas sagen? Der Vorgänger ist eines meiner Brettspielhighlights des letzten Jahres und schlägt jeden Serienabend von Netflix & Co. Von daher freue ich mich wahnsinnig auf den zweiten Teil und ein Kauf ist fest eingeplant. Schön ist, dass die Spieldurchgänge weiter zeitlich knackig bleiben und wir hier keine Seafall-Länge bekommen.

Um was geht es genau?

Die Welt ist untergegangen – egal wie die erste Season persönlich ausgegangen ist. Diesmal ist es die Aufgabe die verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Dabei werden wieder Boxen geöffnet, die Entscheidungen im Spiel haben Einfluss auf folgende Partien und sicher erlebt man auch wieder eine kleine Geschichte. Die Charaktere können dabei mehr verändert werden und Städte und Infektionskarten wird es mehrfach geben. Genauere Infos findet ihr in meiner News zu Pandemic Legacy: Season 2.

Autor: Matt Leacock, Rob Daviau
Verlag: Asmodee
Preis: ca. 65 €
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 60 min
Alter: ab 14 Jahren
Einschätzung: 5/5
Status: wird gekauft

Charterstone

Ich hoffe Charterstone funktioniert auch gut zu zweit

Das nächste Legacy Brettspiel, allerdings nicht kooperativ! Ein bis sechs Spieler siedeln hier um die Wette. Charterstone verspricht dabei feines Workerplacement in nur 45 – 60 Minuten. Letzteres ist mir wichtig, denn Legacy Spiele die zu lange dauern, kommen nur schwerlich vorwärts in ihrer Story. Lieber öfters und dafür kurz und knackig. Wunderbar ist auch die Tatsache, dass es ein Recharge Pack geben wird mit dem man einen zweiten Durchgang wagen kann. Ich habe es schon vorbestellt und hoffe das Legacy und Kompetitiv hier funktioniert.

Um was geht es genau?

Das wohlhabende Königreich Greengully (echt jetzt?) will sein Reich vergrößern. So beauftragt der König bis zu sechs Fürsten, mit einzigartigen Fähigkeiten, jenseits des Königreichs ein Dorf aufzubauen. Gemeinsam baut und lebt man in diesem Dorf. Dabei wird das Spielbrett mit Sticker beklebt, die neue Aktionen für alle Spieler darstellen (wie z.B. in Lords of the Waterdeep, Caylus oder Ora et Labora). So wird aus einem kleinen Dorf eine Stadt voller Aktionen. Die Dimensionen werden klar, wenn man sich das Material anschaut, 85 zu öffnende Kisten und 350 einzigartige Karten! Man lernt das Spiel übrigens beim Spielen, es muss vorher also  kein Regelbuch gelesen werden.

Autor: Jamey Stegmaier
Preis: 70 €
Spieleranzahl: 1 – 6
Dauer: 45 -60 min
Alter: ab 14 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Vorbestellt

Gaia Project

Das Cover finde ich gewöhnungsbedürftig

Seit meiner letzten Vorschau wisst ihr, ich liebe Science-Fiction als Thema und darum verwundert es wohl nicht, dass ich mich ziemlich auf Gaia Project freue. Das hat aber noch einen zweiten Grund: Das neue Brettspiel von Helge Ostertag und Jens Drögemüller ist eine Weiterentwicklung von Terra Mystica. Ich konnte es leider noch nicht spielen, aber diejenigen die es auf dem Tisch hatten, sind voll des Lobes. Auch Gaia Project habe ich vorbestellt.

Um was geht es genau?

Viel gutes kennt man aus Terry Mystica, verschiedene Völker (14), das Entwickeln des eigenen Tableaus oder die Ausbreitung auf dem Spielbrett. Aber Gaia Project ist keine Kopie, denn ein variables Spielbrett, mehr Ressourcen und statt eher langweiliger Kultmechanik interessante Forschungsbereiche zur Entwicklung des eigenes Volkes, zeigen das Gaia Project eine Weiterentwicklung ist. Dabei ist es noch einmal komplexer als der Vorgänger und ein echtes Schwergewicht, das diesmal auch thematisch überzeugender ist!

Autor: Helge Ostertag & Jens Drögemüller
Preis: 70 €
Spieleranzahl: 1 – 4
Dauer: 60 – 150 min
Alter: ab 14 Jahren
Einschätzung: 5/5
Status: Vorbestellt

Agra

Ich will es anfassen!

Normalerweise bin ich jetzt nicht so der Material… Schaut euch mal bitte das Material von Agra an! Das ist wirklich außergewöhnlich, vor allem das 3D Gebäude. Das dominiert sofort jeden Spieltisch, ein echter Eurogame-Traum. Wer sich dann die Regeln durchliest merkt schnell, das Agra ein absolutes Expertenspiel ist. Die Anforderung an den Spieler schätze ich als sehr hoch ein.

Um was geht es genau?

Als Landbesitzer versucht man die meisten Rupien zu erwirtschaften um Günstling am Hofe Akbars zu werden. Rupien erwirtschaftet man durch das Produzieren von 16 verschiedenen Waren, deren Weiterverarbeitung und Lieferung. Workerplacement in Reinkultur? Nicht ganz, denn das Workerplacement ist hier aufgebohrt! Worker bleiben auf dem Spielbrett, sie werden allerdings verdrängt wenn ein anderer die Aktion machen möchte. Dafür bekommt der verdrängte Spieler Ruhm! Man kann allerdings wenn man selber dran ist, Arbeiter hinlegen, dafür bekommt man Meditationspunkte. Wird dieser Worker verdrängt, erhält man allerdings keinen Ruhm. Für beide Währungen lassen sich wieder andere Aktionen benutzen. Zusätzlich gibt es „neutrale“ Worker die auf dem Spielfeld wandern und die jeweiligen Aktionen verstärken. Ich denke Agra ist durch diese Feinheiten mindestens ein Probespiel wert!

Autor: Mike Keller
Verlag: Quined Games
Preis: 65 €
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 90 – 120 min
Alter: ab 12 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Probespiel

Queendomino

Ich bin ja bekennender Kingdomino-Fan und daher freue ich mich natürlich auf die eigenständige Erweiterung Queendomino, die ich auch schon kurz in einer News vorgestellt habe. Queendomino kann auch mit Kingdomino gemischt werden und bringt selber eine neue Landschaftsart und einige neue Mechaniken, wie den Bau von Gebäuden, mit. Das Grundprinzip von Kingdomino bleibt dabei erhalten. Richtig cool ist auch der hochwertige 3D-Turm der den Sack aus dem Grundspiel ersetzt. Für mich ein absoluter Pflichtkauf auf der SPIEL 17!

Autor: Bruno Cathala
Verlag: Pegasus
Preis: 29,99 €
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 20 – 40 min
Alter: ab 8 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: wird gekauft

Immortals

Schicker Turm wie in Wallenstein, auch ansonsten tolles Material

Erstmal sah Immortals von Queen Games schick aus, vor allem mit seinem Turm. Ich liebe solche Türme seit El Grande. Schön ist ebenfalls, dass Queen Games wohl wieder richtige Kennerspiele macht, denn Immortals ist nicht das einzig neue Spiel im Portfolio, aber mein Favorit. Thematisch haben wir es mit einem Fantasy Setting zu tun, bei dem das Licht gegen den Schatten kämpft – langweilig! Halt, verdammt das ist ja mechanisch richtig gut implementiert.

Um was geht es genau?

Es gibt nämlich wirklich zwei Welten (Spielbretter) für Licht und Schatten und in jedem übernehmen die Spieler jeweils ein Volk. Der Clou ist nun, die Armeen die ich einem Gegner vom Spielbrett fege, erscheinen in der anderen Welt als Verstärkung. Wer im Licht den Kontrahenten erbarmungslos schlägt, wird dafür wohl auf der Schattenseite überrannt. Man sollte also eher vorsichtig agieren! Zu dieser Mechanik gesellt sich Spielertablauausbau mit Karten, das Sammeln von Ressourcen und das Errichten von Gebäuden. Ich hab das hier ja schon öfters gesagt, aber mindestens Probespielen. Für mich der einzige Nachteil: es ist erst ab 3 Spieler.

Autor: Dirk Henn
Verlag: Queen Games
Preis: ca. 60 €
Spieleranzahl: 3 – 5
Dauer: 120 min
Alter: ab 12 Jahren
Einschätzung: 5/5
Status: wird gekauft

Kepler-3042

Das neue Design entfernt sich von der „Mars-Optik“ gewaltig

Auf Kickstarter links liegen gelassen und auf eine deutsche Umsetzung gehofft. Bis heute ist nicht passiert. Dafür wurde die englische Ausgabe von Renegade Game Studios neu aufgelegt. Das neue Design ist Geschmackssache, das komplexe 3X Spiel, das man auch Solo spielen kann, ist geblieben. Das Spiel selber verlangt keine großen Englischkenntnisse, hier sollte man im Zweifel auf der SPIEL 17 mal ein Probespiel wagen. Für mich bedient Kempler-3042 absolut meinen Spielgeschmack nach friedlicher aber doch interaktiver Science-Fiction im Eurogame-Gewand.

Um was geht es genau?

Es geht darum das Weltall zu besiedeln und das möglichst effizienter und schneller als die Mitspieler! Man kolonisiert ferne Planeten, schürft Ressourcen, baut sein Raumschiff aus und erforscht Technologien. Ein Aktionsraster sorgt dafür das man nicht zweimal die gleichen Aktionen hintereinander machen kann und regelt Bonus-Aktionen. Man muss in Kepler-3042 sehr vorausschauend planen, ansonsten kann es passieren das man nur schwer vorwärtskommt. Weitere Antimaterie in der Spielspaß-Suppe sind versteckte persönliche Ziele und Medaillen, die Siegpunkte für gewisse Meilensteine einbringen.

Autor: Simone Cerruti Sola
Preis: ca. 60 €
Spieleranzahl: 1 – 4
Dauer: 60- 90 min
Alter: ab 14 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Probespiel

First Martians

Das kooperative app-gesteuerte Brettspiel First Martians, der Nachfolger von Robinson Crusoe, wird bei Pegasus erst im Dezember veröffentlicht. Schade – eigentlich war das einer meiner Favoriten für die SPIEL 17. Zumindest vor einem halben Jahr. Die englische Version von Portal Games ist ja schon im Handel und das was ich bisher mitbekommen habe, sind eher durchwachsende Kritiken. Sehr nüchtern präsentiert, die App könnte besser sein und es kommt wohl nicht das beste Marsfeeling auf. Wenn die Community auf BGG meint am besten spielt man es alleine, dann ist das für mich auch nicht gerade positiv zu werten. Trotzdem habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, das wir hier ein besseres Robinson Crusoe im Science-Fiction Gewand erhalten. Vielleicht poliert Pegasus das Brettspiel ja noch. Ein Probespiel sollte trotzdem drin sein!

Autor: Ignacy Trzewiczek
Verlag: Pegasus
Preis: 79,95 €
Spieleranzahl: 1 – 4
Dauer: 60 – 90 min
Alter: ab 10 Jahren
Einschätzung: 3/5
Status: Probespiel

Nusfjord

Keine Highlight-Liste zur Spiel 17 ohne Uwe Rosenberg. Nein, ich bin kein Fanboy! Diesmal aber nicht ganz so schwergewichtig wie bei Odins Festmal, sondern eher auf dem Level von Glasstraße. Wie immer Workerplacement in wunderschöner aber typischer Optik, allerdings von Patrick Söder und nicht von Klemens Franz. Thematisch geht es um den Fischfang in Nusfjord, der Hauptstadt des Lofotenarchipels in Norwegen. Ein bis fünf Spieler wetteifern wie immer mit knappen Ressourcen um den Spielsieg.

Um was geht es genau?

Das neue Spielelement, das mich ein klein wenig an Mombasa erinnert, ist, dass man andere Spieler mit Pech an seinem Erfolg teilhaben lassen muss. Da man öfters knapp bei Kasse ist, kann man Anteile seines Betriebs verkaufen. Kauft man diese nicht rechtzeitig selber zurück, sondern ein anderer Mitspieler, verdient der am eigenen Erfolg mit. Noch genauere Details könnt ihr meiner News zu Nusfjord entnehmen.

Autor: Uwe Rosenberg
Preis: 52,99 €
Spieleranzahl: 1 – 5
Dauer: 20 – 100 min
Alter: ab 12 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Probespiel

Photosynthesis

Ich bin schon etwas verliebt

Erstmal ist Photosynthesis ein Eyecatcher! Und danach – ist es ein Eyecatcher. Diese schicken 3D-Bäume und das Artdesign des Spiels fallen einfach ins Auge. Das Setting ist zudem absolut unverbraucht, allerdings ist das Spiel sehr abstrakt gehalten und hat nicht unbedingt etwas mit dem Prozess der Photosynthese zu tun. Dafür gibt es das Spiel auf der SPIEL 17 bei Blue Orange in der internationalen Edition, in denen deutsche Spielregeln enthalten sein werden. Die komplett deutsche Version von Asmodee ist dann erst im März 2018 lieferbar.

Um was geht es genau?

Man pflanzt verschiedene Bäume und erlebt mit ihnen das Wachstum vom Samen bis hin zur vollen Blüte. Je größer und mächtiger der Baum wird, dargestellt durch die wunderbaren 3D-Bäume, um so mehr Schatten spendet er. Was wir im Hochsommer lieben, finden andere kleine Bäume natürlich unsexy. Und schon entbrennt der Kampf um das Licht auf der kleinen friedlichen Waldlichtung. Und hatte ich erwähnt das sich das Sonnenlicht verschiebt, weil die Sonne wandert? Genial! Photosynthesis ist ein wirklich innovatives kurzweiliges taktisches Spiel, welches für einige Kritiker schon jetzt ein Anwärter auf kommende Spielauszeichnung ist.

Autor: Hjalmar Hach
Preis: 40 €
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 30 – 60 min
Alter: ab 8 Jahren
Einschätzung: 5/5
Status: Probespiel

Merlin

Wie immer bei Stefan Feld, es ist schön bunt

Ein weiteres Spiel von Queen Games, das vor alles deshalb erstmal interessant ist, weil es von Stefan Feld (und Michael Rieneck) ist. Der macht einfach keine schlechten Spiele. Das Thema reizt mich eher weniger, die Spielmechanik um so mehr. Auch das kenne ich von typischen Feld Brettspielen. Herzstück von Merlin ist das ins Auge springende Rondell.

Um was geht es genau?

Per Würfel setzt man entweder Merlin oder den eigenen Ritter auf dem Aktions-Rondell vorwärts um Aktionen auszuführen. Merlin kann dabei von allen Spielern benutzt werden. Dreimal im Spiel findet eine Wertung statt. Es gilt Verräter abzuwehren, Rittergüter zu bauen, Aufträge zu erfüllen, den Einfluss in den verschiedenen Grafschaften zu erhöhen und Gefolgsleute geschickt einzusetzen um die meisten Punkte zu ergattern. Wer genauer einsteigen will, der kann sich vorab die Regeln durchlesen.

Autor: Stefan Feld | Michael Rieneck
Verlag: Queen Games
Preis: nicht bekannt
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 75 min
Alter: ab 14 Jahren
Einschätzung: 3/5
Status: Probespiel

Heaven & Ale

Hört sich wahnsinnig verzwickt an

Eggertspiele und Bier brauen. Ich muss es Probespielen. Es geht darum, dass man ein Kloster leitet und wie gesagt Bier brauen muss. Dabei wird das Bier nur so gut wie die schlechteste Zutat von fünf Zutaten. Und ohne gute Braumeister gibt es dann trotzdem kein leckeres Gebräu – hier ruft also die Ausbildung! Dazu kommt dann Klostergartenoptimierung, Geldsorgen und Rondell-Wettläufe gegen die Mitspieler. Heaven & Ale ist definitiv ein absolutes Kennerspiel bei dem man mit sich selber im Klostergarten „puzzelt“, wie auch interaktiv im Rondell in Konkurrenz zu den anderen Mitspielern steht!

Um was geht es genau?

Erstmal geht es um den Wettlauf auf dem Rondell wo Spielplättchen ausliegen. Pro Spielrunde durchläuft jeder nur einmal das Rondell. Man kann entweder schnell durchlaufen und sich ganz gezielt als erster Plättchen aussuchen, oder man läuft in kleineren Schritten, bekommt mehr Plättchen, mit Pech aber nicht das was man wollte. Es ensteht eine spannende Hatz! Zweiter Part von Heaven & Ale ist das Puzzeln der gewonnenen Plättchen im Klostergarten. Hier braucht man etwas runtergebrochen die gesunde Mischung aus Geldnachschub, Warenerzeugung und Komboeffekten mit Mönchen für Rondellaktionen. Kleiner Clou bei der Punktevergabe: Nur der am wenigsten weit gezogene Warenmarker generiert Punkte! Es gibt eine Menge zu beachten und falsch zu spielen, was den Reiz ausmacht.

Autor: Michael Kiesling | Andreas Schmidt
Verlag: eggertspiele
Preis: 49,99 €
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 60 – 90 min
Alter: ab 12 Jahren
Einschätzung: 5/5
Status: Probespiel

Altiplano

Sieht schon einmal anders aus als Orléans

Rainer Stockhausen und Bagbuilding, war da nicht was? Ja, natürlich Orléans, das nicht nur bei mir hoch im Spielspaßkurs steht. Altiplano greift einige der bekannten Mechanismen aus Orléans auf, ohne gleich eine Kopie zu sein. Dafür sorgt schon der Start, der jedem Spieler eine feste Rolle zuschreibt. Man startet also mit unterschiedlichen Bedingungen in das Spiel. Bagbuilding ist ein Mechanismus den ich eigentlich immer noch für recht frisch erachte, von daher möchte ich Altiplano auf der SPIEL 17 mindestens Probespielen. Vor allem um abzugleichen wie sehr sich das Spiel am Ende wirklich von Orléans abgrenzt.

Um was geht es genau?

Man versucht mit begrenzten Ressourcen irgendwie einen produktiven Warenkreislauf zu erschaffen. Dabei startet jeder mit einer anderen Rolle und hat somit auf andere Rohstoffe. Durch den Ausbau von anderen Produktionsarten versucht man dieses Handicap zu verkleinern, was aber nicht ganz so einfach ist, denn die Konkurrenz hat natürlich genau das gleiche vor. Wegschnappen gehört dazu! Weitere Besonderheit: die Waren sind endlich. Wer sich zu sehr spezialisiert und vielleicht erst stark punktet, kann am Ende leer ausgehen und noch verlieren.

Autor: Rainer Stockhausen
Verlag: dlp
Preis: 46 €
Spieleranzahl: 2 – 5
Dauer: 60 – 120 min
Alter: ab 12 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Probespiel

Wasteland Express Delivery Service

Kommt es irgendwann auf deutsch?

Mad Max Optik, Post-Apokalypse und Pick-up and Deliver, alles drei begeistert mich ungemein! Und ich habe auch kaum ein Brettspiel welches eines der drei Schlagwörter abdeckt. Dazu hat der Autor von Winter der Toten mitgewirkt, welches für manche immer noch das beste Zombiespiel ist. Und die Inlays in der Schachtel, zum niederknien. Also eigentlich ein Pflichtkauf, wäre da nicht der Preis und der Umstand, dass Wasteland Express Delivery Service nur auf englisch erhältlich ist. Ich kann noch nicht genau abschätzen wie sprachneutral das Spiel ist bzw. wie hoch die Englischkenntnisse sein sollten um Spaß mit dem Spiel zu haben. Wem das eh egal ist, der sollte unbedingt Probespielen.

Um was geht es genau?

Man übernimmt die Lieferung zwischen Siedlungen in der abgewrackten Post-Apokalyptisches Welt für Waffen, Wasser und Nahrung und erfüllt Aufträge für Fraktionen. Da geht es nicht immer friedlich zu und vor allem Raider zwischen den Siedlungen sorgen natürlich für Ärger! Es wird also auch gekämpft und nicht nur geliefert. Wer überleben will und weiter Kohle scheffeln möchte, der muss Verbündete anheuern, seinen Truck mächtig aufrüsten, stetig weiter Aufträge erfüllen und natürlich die Marktpreise beachten. Zusätzliche atomare Würze bringt ein modulares Spielbrett und ein Kampagnenmodus.

Autor: Jonathan Gilmour | Ben Pinchback | Matt Riddle
Verlag: Pandasaurus
Preis: 79,95 €
Spieleranzahl: 2 – 5
Dauer: 90 – 120 min
Alter: ab 13 Jahren
Einschätzung: 5/5
Status: Probespiel

Mountain of Madness

Wahrer Wahnsinn am Tisch!

Im Vorfeld dachte man vielleicht an einen kooperativen Dungeon-Crawler im H.P.  Lovecraft Stil? Ersteres ist Mountain of Madness nicht, letzteres wurde vielleicht nirgends so gut umgesetzt wie hier. Aber nicht das Thema Lovecraft und sein Chtulhu-Mythos, sondern der Wahnsinn. Denn beim Besteigen des Berges werden die Spieler wirklich wahnsinnig. Und das ist ein ziemlich innovatives Konzept! Ob das Spiel auch eine Spielspaßgranate ist, weiß ich nicht, aber es ist eine bizarre, bisweilen witzige Erfahrung und ein Testspiel unbedingt wert! Beim Verlag Iello wird es wohl nur die englische Version geben, ob der Verlag Huch! das Spiel auf deutsch umsetzt, ist mir noch nicht bekannt.

Um was geht es genau?

Die Regeln sind denkbar einfach gehalten und das Ziel des Spiel recht unspektakulär. Gemeinsam muss die Gruppe den Gipfel des Berges erreichen. Unter normalen Umständen wäre dies mit der vorhanden Spielmechanik nicht der Rede wert. Nur wie gesagt, man wird halt wahnsinnig und man spielt unter Zeitdruck! Dies geschieht durch Karten, die jeder Spieler im Laufe des Spiel erhält. Auf diesen Karten sind neue Spielregeln/Verhaltensmuster für den jeweiligen Spieler vermerkt. So muss man plötzlich mit vorgehaltener Hand sprechen, die Zunge muss am Gaumen kleben bleiben, man darf keine Zahlen nennen oder man muss seine Karten falsch herum halten, also mit der wichtigen Vorderseite in Richtung der anderen Spieler. In erster Linie ist Mountain of Madness also ein Kommunikationsspiel bei dem genau das behindert wird. Etwas unklare Regeln und manch blöde Kombinationen des Wahnsinns lassen den Spielspaß wohl schwanken. Trotzdem bin ich extrem neugierig!

Autor: Rob Daviau
Verlag: Iello Games
Preis: ca. 49,99 €
Spieleranzahl: 3 – 5
Dauer: 60 min
Alter: ab 12 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Probespiel

13 Tage – Die Kubakrise 1962

Die englische vielfach ausgezeichnete Ausgabe von 13 Days kommt zur Spiel 17 bei Frosted Games auf deutsch auf den Markt! Wunderbar das auch  solche Exoten auf deutsch erscheinen. 13 Tage – Die Kubakrise 1962 ist dabei an das weltweit gefeierte Twilight Struggle grob angelehnt, dauert allerdings nur geschmeidige 45 Minuten und ist ein reines 2-Spieler Spiel auf Kennerspiel Niveau. Wie der Titel es verspricht geht es um die Kuba Krise und deren friedliche Lösung.

Um was geht es genau?

Die beiden Spieler schlüpfen in 13 Tage – Die Kubakrise 1962 in die Rollen von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow. Anhand historisch korrekter Ereignisse kämpfen die beiden Spieler um militärische und politische Gebiete, um eine positive öffentliche Meinung und dürfen es nicht zur Eskalation kommen lassen. Das alles wird über Karten geregelt, ganz ähnlich wie in Twighlight Struggle. Zusätzlich bekommt man einen historischen Abriss der Ereignisse die auf den Karten abgebildet sind.

Autor: Daniel Skjold Pedersen | Asger Granerud
Preis: ca. 49,99 €
Spieleranzahl: 2
Dauer: 45 min
Alter: ab 12 Jahren
Einschätzung: 4/5
Status: Wird gekauft

Weitere Brettspiele im Fokus

Das war es jetzt fast mit meinen Highlights! Fast deshalb, weil ich noch ein paar Spiele auf dem Zettel habe, die in meinem erweiterten Fokus stehen, aber für mich schwerer einzuschätzen waren. Probespielen möchte ich z.B. auch Otys, ein Spiel welches ich etwas ausführlicher in einer News vorgestellt habe. Das Setting ist unverbraucht, der Mechanismus interessant. Als Familienspiel sieht Meeples Circus sehr gut aus. Tolle Optik und lustige Stapelaktion! Noria ist bei Board Game Geek ziemlich gehyped gewesen, allerdings ist mir persönlich noch zu wenig bekannt von dem Spiel. Mit Rajas of the Ganges gibt ein Würfel- und Workerplacement Brettspiel von Inka und Markus Brand auf der SPIEL 17. Wirkt auf mich eher etwas uninteressant, aber diejenigen die es gespielt haben sind voll des Lobes. Also auch hier einen Blick riskieren! Zu guter letzt, das Venus Addon zu Terraforming Mars wird wohl nicht auf deutsch auf der Messe erhältlich sein – aber ich denke es gibt genug zu spielen und zu kaufen. Falls euer Lieblingsspiel zur SPIEL 17 in meinen Highlights fehlt, schreibt mir wie immer über Twitter oder per Mail, ich habe da im Laufe der Zeit schon wunderbare Tipps bekommen.

 

 

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6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Interessante Auflistung, bei ein paar Sachen habe ich auch mein Auge drauf geworfen oder sogar reserviert. Bei mir auf der Liste steht noch zwecks look & feel auf der Messe: Valeria – Königreich der Karten, Alien Artefacts, Ancient Alien, Black sheep, The cpt. is dead, Professor evil and the citadel time 🙂

    Antworten
    • Sehr schöne Ergänzungen! Bin gespannt. Nur eine Info zu Alien Artefacts, das kommt auf deutsch, allerdings ist Portal Games Deutschland wohl noch nicht ganz so weit und auf der SPIEL’17 wird es nur die englische Version geben. Sehr Schade!

      Antworten
  • Gute Auflistung! Ich hoffe das es Pandemie Legacy 2 wirklich zur Messe schafft. Weißt du da mehr? Bin leider nur einen Tag da.

    Antworten
  • Na, da deckt sich doch schon eine ganze Menge. Unbedingt anschauen sollte man sich auf jeden Fall „Professor Evil & the Citadel of Time“, auch wenn Funforge es zurzeit nur auf Englisch im Programm hat. Für mich neben „Photosynthesis“ ein ganz heißer Anwärter auf das SDJ (wenn es auf Deutsch kommt).

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  • […] große SPIEL’17 Artikel zu meinen Highlights deckte hauptsächlich Spiele von größeren Verlagen ab, wobei da auch schon […]

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  • […] meiner Vorschau habe ich zu 13 Tage schon etwas mehr geschrieben. Da fällt mir ein: Habt ihr es eigentlich auch […]

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