Lesezeit: 6 Minuten
Ich war heiß wie Frittenfett auf Mythwind! Meine Erwartung pendelte sich zwischen wohlig warmes Brettspielfest und Harvest Moon als Brettspiel ein. Asymmetrische Berufe, ein zu entwickelndes Dorf, kooperative Planungsspiele und dazu auch noch ein Abenteuer mit unzähligen mystischen Momenten? Leute, ich war innerlich für dieses Spiel seit der ersten Ankündigung geschaffen. Dazu wirkte es auch noch verdammt innovativ, schließlich kann man Mythwind weder gewinnen noch verlieren und die Spielzeit wird zwar mit 30 Minuten pro Partie angegeben, allerdings ist die Kampagnenspielzeit mit dem Unendlichkeitszeichen ausgezeichnet. Als letztes wohlschmeckendes Bonbon sah die Materialqualität überirdisch aus. Wisst ihr was? Spoileralarm: Mythwind hat all die Versprechen gehalten! Sind wir also schon im Fazit angekommen? Nope! Denn entscheidend ist der Spielspaß …

Kurzcheck: Darum geht es in Mythwind

Tja, die Einleitung verrät eigentlich den Kern des Spiels. Die Spieler:innen übernehmen eine asymmetrisch angelegte Rolle in Form eines Berufes ein, versuchen durch Worker- und Dice-Placement ihr Dorf zu erweitern, die Gegend zu erkunden und erleben über unzählige (!) Ereigniskarten kleine Abenteuer, die die Spielwelt nachhaltig verändern. Die eingenommenen Rollen sind klassische Berufe und daher kommt meine Harvest Moon Verbindung. Du bist Handwerkerin, Händlerin, Bauer oder Holzfäller. Jeder Beruf hat seine ganz eigenen Mechaniken, sein eigenes Tableau und Spielmaterialien. Nicht umsonst besitzt jeder dieser Berufe, die unterschiedlich komplex sind, eine eigene und durchaus üppige Anleitung. So sitzt man zusammen am Tisch, badet in wirklich fantastischem Material, versucht sich in seinem Beruf zu verbessern und gemeinsam das Dorf zu entwickeln. Eine Partie dauert dabei vier Jahreszeiten. Und danach? Keine Siegpunkte. Keine wirkliche Abrechnung. Danach kommt nämlich einfach das nächste Jahr und der Kreislauf einer beständigen Entwicklung setzt sich fort. Bis in die Unendlichkeit, wie es die Spielverpackung verspricht. Was ist also der Spielreiz?

Mythwind
Richtig schick!

Einmalig

Wirklich fantastisch ist neben der wirklich abartig guten Produktionsqualität das Handling. Wurde Mythwind einmal begriffen, was anfänglich aufgrund der verschiedenen Berufe durchaus etwas dauern kann, wird Mythwind aufgrund der GameTrayz in wenigen Sekunden aufgebaut. Ereigniskarten, Marker, Würfel, Spielbrett und all das was man so kennt, ist alles (!) in GameTrayz immer spielbereit organisiert. Speichern und Aufbauen? Das hat fast Videospielcharakter. Wobei die Konsole anwerfen, den TV anschalten, sich hinlümmeln, Videospiel starten … ich glaube, Mythwind ist schneller spielbereit! Das ist wirklich abgefahren. Ich habe kein Brettspiel mit Kampagne, wo der Hinderungsgrund für die nächste Partie aufgrund des Aufbaus so gering ist. Und seien wir ehrlich, das ist bei mir nach einem Arbeitstags durchaus ein Faktor.

Meine Händlerin zum Spielstart.

Kuschelig nett

Der Rest ist kuschelig nett. Nein, nicht das Nett vom Bruder mit der Scheiße. Oder war das die Schwester? Egal! Ich meine mit nett, dass ich ohne große Überforderung einfach gerne eine entspannte Runde einlege. Man zieht eine Ereigniskarte für das Wetter, spricht seine eine Worker-Aktion ab, führt diese aus und fummelt danach in einer nachfolgenden Phase an seinem Beruf rum. Ich mag beispielsweise die Händlerin sehr. Bleiben wir bei ihr. Je nach Jahreszeit gibt es eine besonders nachgefragte Ware, die je nach Wetter im Wert schwankt. Wer braucht bei Regen Werkzeug für den heimischen Garten? Eben so gar nicht und entsprechend sinkt der Preis. Über eine Kartenmechanik besuchen dann Kunden und rivalisierende andere Händler:innen das Dorf und man balgt sich über dynamische Preisentwicklung um den dicksten Profit. Die Mechanik ist wie bei allen anderen Berufen einfach, aber charmant, bisweilen thematisch. Wer gut spielt, schaltet neue Fähigkeiten frei. Macht Spaß, keine Frage!

Genauso wartet auch im Dorf durch Erkundung und Bauvorhaben ein gewisser Fortschritt. Kein schneller, du entwickelst hier nicht innerhalb einer Partie das, was man in Brettspielen sonst gewohnt ist. Was woanders über ein, zwei Rohstoff- und Bauaktionen abläuft, braucht hier eine kurze Partie. Aber du entwickelst eben konstant das Dorf und deinen Beruf, der auch jede Partie wechseln kann. Ich nenne dies Gemütlichkeit. Schnell auspacken, ein paar Jahreszeiten gespielt, maximal ein oder zwei Upgrades, ein paar nette, mystische oder herzbärige Ereignisse mit Fabelwesen und man klappt die GameTrayz wieder zu.

Jeder Beruf besitzt eine eigene Anleitung.

Aber auch gut?

Mythwind zeigt sich also durchaus gefällig. Charmant ist es sowieso. Ein Stück weit ist es gut erlebte Zeit, auch für Pärchen. An den Tagen, wo man sonst nur noch irgendwas bei Netflix schafft. Ich habe trotzdem ein paar Probleme mit Mythwind. Die sind am Ende sogar durchaus verschränkt. Mythwind besitzt kaum Interaktion zwischen den Mitspielenden. Außer man ließt Ereignisse vor oder verplant seinen einen Worker. Selten kommt es hier zu wilden Diskussionen. Verstärkt wird dies durch eine völlig fehlende Verbindung zwischen den Berufen und Einwohner:innen. Wenn meine Frau als Handwerkerin etwas herstellt, dann tangiert mich das als Händlerin genauso wenig wie das, was der Farmer anbaut. Das ist schon eine Enttäuschung, wenn man davon ausgeht, man wandelt hier im gleichen Dorf. Auch wirkt das Dorf eher unbewohnt, weil auch hier kaum Interaktion mit anderen Personen stattfinden. Zumindest nicht so, wie ich es mir in meiner Harvest-Moon-Erwartung vorgestellt habe.

Die fehlende Verschränkung nagt an der Immersion, spielerisch ist es zudem solitär. Letzteres passt dann auch zu den anderen Spielelementen. Auch diese sind miteinander nur sehr lose verzahnt. Ja, es gibt ein paar Bedingungen und Beeinflussungen zwischen Ereignissen, Story und beispielsweise genutzten Würfeln, aber grundsätzlich sind die drei Ebenen aus Beruf, Dorfentwicklung und Abenteuer eher ein Nebenher als eine verzahnte Dorf- und Abenteuersimulation.

Mythwind
Die Umgebung wird erkundet, neue Bauplätze erschlossen und auch das Dorf wächst.

Schon wieder …

Diese Schwachstellen sind schnell an die Oberfläche gespielt. Umso weniger überrascht es, dass in einer gerade beendeten zweiten Kickstarter-Kampagne diese Druckstellen der fehlenden Dorfinteraktion zumindest teilweise bearbeitet wurden. Natürlich wieder nur über neu investiertes Geld! Darf ich jetzt mein Spiel pausieren, weil ich ein „unfertiges“ Mythwind im Regal besitze? Es mag andere nicht stören, aber ich bin es mittlerweile echt Leid, direkt nach der Auslieferung eines umfangreichen Spiels zu einer zweiten Kampagne fast gezwungen zu werden, weil mein aktuelles Grundspiel in einer laufenden Kampagne direkt verbessern wird. Nicht in Form weiterer Abenteuer, neuer Dörfer, Berufen, sondern gefühlt als direkte Bereicherung für das aktuelle „Grundspiel“.

Brettspiele sind keine Videospiele, wo ein Patch kurz aufgespielt wird. Die Wartezeit beträgt sicher mehr als ein Jahr. Mir killt das durchaus ein Stück den Spielspaß, vor allem weil die Erweiterung eben genau meine Schwachstelle mit dem Spiel bedient! Und da wird dann die tolle Gemütlichkeit des Spiels, die eigentlich einzigartig bediente Nische des entschleunigten Kampagnen-Spiels ein Stück weit auf dem Altar des Konsums und des Kickstarter-Zirkusses geopfert. Ich glaube nämlich nicht, dass die Idee für das neue Add-on gerade spontan vom Himmel für eine zweite Kampagne gefallen ist. Vielleicht irre ich mich, das Fabelwesen ist nun für mich persönlich trotzdem in den Dorfbrunnen gefallen.

Mythwind
Links steigen die Preise für Wein in ungeahnte Höhen. Rechts scheffelt die Konkurrenz.

Fazit

Mythwind hat viel von seinen Versprechungen gehalten! Es ist ein einzigartiges, sehr gemütliches und entschleunigtes Spiel, welches mit einem phänomenalen Tray-System für spontane Ausflüge auch an stressigen Tagen seine spielerische Picknick-Decke ausbreitet. Die vielen Ereignisse sind toll geschrieben, die Berufe machen Spaß und der Dorfausbau gefällt ebenso. Zumindest wenn man bereit ist, das Spiel so zu schätzen, wie es konzipiert wurde. Der Fortschritt pro Partie ist hier bewusst gering gehalten. Diese andere Art des Spielens weiß ich durchaus zu schätzen! Weniger geschätzt habe ich die kaum verschränkten Spielebenen und die damit einhergehende geringe Interaktion zwischen den Berufen und dem Dorf als Gemeinschaft. Arrangiert hätte ich mich damit allerdings, denn Mythwind hat seinen eigenen besonderen und tragenden Charme. Die aber nach der Auslieferung schnell folgende neue Kampagne mit direkten Verbesserungen zu angesprochenen persönlichen Kritikpunkten wertet das jetzige Spiel für mich ab. Ich habe nichts gegen lebendige Spielwelten, die erweitert werden oder neue mögliche Abenteuer, aber hier geht es um die Integrierung von erhofften Spielmechaniken in ein gerade neues Kampagnen-Grundspiel.

Mythwind

99 €
8

AUSSTATTUNG

9.5/10

SPIELIDEE

7.5/10

SPIELSPASS

7.0/10

Kurzfakten

  • Innovatives Konzept
  • Vielleicht die besten Trayz aller Zeiten
  • Extrem gemütliches Spiel
  • Wenig spielerische Interaktion
  • Spielebenen schwach verschränkt
  • Spielspaß abgewertet durch direkt folgende Kampagne

Spielinformationen

  • Genre: Kampagnenspiel
  • Personen: 1 - 4
  • Alter: ab 14
  • Dauer: 45 - 120 Minuten
  • Dauer: 30 Minuten
  • Vergünstigtes Rezensionsexemplar
Redakteur | Admin | Gründer von Brett & Pad | Website | + Letzte Artikel

Fleischpöppel | Brettspieler | Videospieler | Rollenspieler | Miniaturenbemaler | Würfel-Lucker | Airbrush-Anfänger | Blogger | Schönspieler | Rum-Trinker | Brettspielsammler | Crowd-Funding-Süchtig | Trockner Grübler | Pöppel-Streichler | Magic-Verweigerer | 4X-Fanboy | Sickerflopp-Liebhaber

11 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Gordon Shumway
    25. April 2024 8:18

    Oha…das nervt ja wirklich total, wenn es jetzt direkt überarbeitet wird. Der Rest liest sich echt gut. Gerade dieser langsame Aufbau als gemütliches Kampagnenspiel mit der Familie reizt mich. Dann werde ich wohl mal abwarten wie die Reaktionen nach der zweiten Kampagne sind und dann vielleicht zuschlagen. Dann dürften die Kinder auch alt genug dafür sein. 😉

    Antworten
    • Hallo Gordon 😉

      also nur um das noch einmal zu präzisieren. Ich weiß a) nicht, wie sehr das Family & Friends Add-on wirklich das bearbeitet, was ich beanstandet habe. Wobei ich hier durchaus meinen Punkt sehe. Und b) werden wohl auch nicht alle Kritikpunkte dadurch bereinigt. Es ist also keine wirkliche Überarbeitung, sondern eher eine integrierung weiterer Elemente, die ich eben ein Stück weit vermisse. Die kommende Erweiterung hat aber als Thema eben z.T. nur das, was ich vermisse. Eine grundsätzlich eher geringe Verzahnung zwischen den Spielelementen bleibt wohl.

      Liebe Grüße

      Christian

      Antworten
  • Es gibt sie offenbar, die „Bananen“-Spiele… die noch reifen müssen, während sie bereits auf dem Weg zum Kunden sind.
    Erfreulich, wenn das so deutlich angesprochen wird; ich bin kein Freund von Kickstarter-Kampagnen, wo schon Geld während (oder auch schon vor?) der Produktentwicklung eingesammelt wird.

    Wenn eine Idee gut ist und hinreichend gut entwickelt wurde, wird sich auch ein Verlag finden, der die Finanzierung übernimmt. Dann kann man mit diesem über eventuelle Mängel/Unfertigkeiten sprechen, die bis zur Markteinführung dann noch überarbeitet werden.

    Antworten
    • Hallo KK,

      auch hier kurz ein Gedanke. Deine Banane habe ich in letzter Zeit leider sehr oft erlebt. Ich verstehe den Verlag bzw. Autor:innen, die das so handhaben. Aus ökonomischer Sicht macht es Sinn nach der Auslieferung eines Spiels, wo die Besprechungen stattfinden und ein möglicher Hype entsteht, neuen Leuten die Möglichkeit zu bieten, sich auch ein Exemplar des Spiels zu sichern. Gleichzeitig möchte man an der Stelle aber nicht einfach nur ein Reprint anbieten, sondern auch für alte Backer etwas neues anbieten. Marktwirtschaftlich nachvollziehbar.

      Für mich als Spieler und Rezensent gibt es aber fast nichts Nervigeres. Ich hatte das jetzt bei Mythwind, Dead Reckoning, D.E.I., Chronicles of Drunagor, Burncycle, Alone, Monster Hunter und sicher noch einigen mehr. Während man oft mit heftigen Verzögerungen bei der Auslieferung konfrontiert wird und sich dann mit Verspätung in ein lang ersehntes Brettspiel einarbeitet, sich als Rezensent Notizen macht und sich in das Spiel reinfuchst, erscheint direkt die nächste Kampagne mit neuen Inhalten. Ich warte lange und werde direkt damit belohnt, dass das was ich erhalten habe, sich nicht vollständig, fertig anfühlt und gleichzeitig neben dem Ersteintauchen direkt weitertauchen muss. Ich mag das absolut gar nicht!

      Bei Mythwind würde ich es übrigens nicht behaupten wollen, dass das Spiel reifen muss. Ich glaube auch nicht, dass Autor und Verlag so kurz nach dem Release nun was aus dem Hut gezaubert haben, weil die Community etwas anmerkt. Die Marke soll halt eher weiter wachsen und man hat vielleicht in der Vergangenheit nicht alle Ideen in das Grundspiel gepackt. Es ist z.B. jetzt in der zweiten Kampagne auch schon der nächste Kickstarter für 2025 angekündigt. Das Universum soll halt ausgebaut werden. Verstehe ich, die wollen auch Geld verdienen. Bei Mythwind ist es eben nur so, dass genau die neue Erweiterung ein Teil dessen abdeckt, was ich schon im Grundspiel erwartet hätte. Das ist dann besonders ärgerlich. Mythwind ist trotzdem spielbar! Es hat auch nicht umsonst eine 8 und eine 7 in Spielspaß bekommen. Es ist nur eben eine Mischung aus den beiden genannten Argumenten und am Ende bin ich auch nur ein Mensch. Wenn ich jetzt Mythwind auspacke, dann denke ich direkt an eine noch unveröffentlichte Erweiterung, die mir wohl viel Spaß machen würde, die ich nicht besitze und warum ich also jetzt gerade Mythwind spielen sollte … und nicht einfach warte. Keine guten Gedanken um eine Neuheit genießen zu können.

      Liebe Grüße

      Christian

      Antworten
      • Nun ja, ein Spiel für rund 100 Ocken sollte doch eigentlich ohne Ecken und Kanten daherkommen, die später für noch mehr Geld abgeschliffen werden wollen, oder?

        Ich habe für sowas nur zwei mögliche Bezeichnungen: Dilettantismus oder Trickbetrug 😉

        Antworten
  • Hast du dir das Brettspiel Stardew Valley angeschaut? Das kommt nah an das Videospiel, was für mich der geistige Nachfolger von Harvest Moon ist. Einfach vor sich hin spielen ist hier aber nicht, sondern man hat konkrete Aufgaben zu erfüllen mit Opas Briefen und die Bundle und dafür auch nur eine Jahreszeit Zeit.

    Ich verstehe nur nicht, warum es bis heute noch keine lokalisierte Version dazu gibt.

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    • Hallo Rei,

      das Spiel besitzt aber eine längere Spielzeit, eine andere Aufbauzeit und keine Kampagne mit kleinen Storys oder? Ist es insgesamt nicht auch viel mechanischer? Erzähle gerne etwas darüber. Mythwind hat ja auch seine Stärken.

      Liebe Grüße

      Christian

      Antworten
  • AUSSTATTUNG

    0.5

    SPIELIDEE

    0

    SPIELSPASS

    0

    Spielzeit beträgt 2-3h und ich würde immer das volle Spiel und nicht die abgespeckte Variante empfehlen. Aufbauzeit kommt drauf an, es gibt ein Inlay, dass auch fürs Spielen gedacht ist, das war bei mir leider nicht dabei, nur das Inlay zum Anbauen ist bei mir dabei. Ich habe es gebraucht gekauft.

    Von der Aufbauzeit und der Spielzeit ist es definitiv deutlich länger. Bisher habe ich es zu dritt und zu viert gespielt und es hat in beiden Größen gut funktioniert und Spaß gemacht.

    Ob es mechanischer als Mythwind ist, kann ich nicht beurteilen. Bei Stardew Valley kann jeder erstmal alles, aber durch verbessertes Werkzeug und Proffession spezialisiert man sich im Laufe der Partie. Wenn am Ende das Bündel mit den Fischen fehlt, dann kann trotzdem jeder mitmachen um dieses Ziel zu erreichen. es gibt viele verschiedene Sachen, die man machen kann wie pflanzen, Gießen, ernten, Hof ausbauen, Tiere kaufen, Freunde finden, Angeln an verschiedenen Standorten, Sammeln, Mine erkunden, Artefakte fürs Museum, Geoden aufbrechen…

    Die einzelenden Mechanismen sind dann unter anderem kleine Minispiele, teilweise mit viel Würfeln, aber die Regeln ähneln sich auch, so dass nicht alles nur für sich einzeln ist, sondern man sich die Regeln relativ gut merken kann. Geld und Herzen sind eine Gemeinschaftswährung und auch sonst spricht man sich viel ab, was man denn in dieser Runde machen möchte. Man kann unter Umständen sogar heiraten.

    Und es ist erstaunlich wie oft man im Herbst noch denkt, ob man das noch schaffen kann und im Winter schafft man es auch dank eines gezogenen Items oder eines Ereignisses.

    Wenn man ein Spiel Richtung Harvest Moon sucht, dann ist Stardew Valley meine Empfehlung. Und wenn man dann noch Stardew Valley kennt, dann um so mehr.

    Antworten
    • Hallo Rei,

      vielen Dank für deinen umfassenden Eindruck. Würde ich auch mal ausprobieren. Klingt witzig! Ist vom Konzept dann aber eine völlig andere Richtung als Mythwind. Kennst du das? Sagen wir es mal so, ich habe bei Mythwind mehrere Faktoren, die mich ansprechen. Es die endlose Kampagne, mit dem völlig befreiten Spiel (kein Stress, keine zwingenden Ziele, kein Game Over, keine Punkte), es geht einfach immer weiter. Extrem schnelles Aufbauen. Alles ist in Traysz und das allermeiste bleibt während der Partie auch da drin, selbst das Spielbrett. Und die Spielzeit ist gering. Diese Elemente müssen nicht gefallen, die sind aber aus meiner Sicht extrem einzigartig. Dazu kommt dann obendrauf mein Harvest Moon Triggerpunkt, wo ich thematisch abgeholt werde. Stardew Valley würde letzteres nach deinen Ausführungen wesentlich besser bedienen. Der Rest scheint dann aber eben klassisches Brettspiel.

      Liebe Grüße

      Christian

      Antworten
      • Erstmal sorry, bin irgendwie hier auf die Bewertung gekommen, wollte ich gar nicht.

        Mythwind habe ich ein paar längere Let’s Plays angeschaut, weil es mich von der Beschreibung ebenfalls interessierte. Größter Kritikpunkt für mich ist einfach, dass die Progression sehr langsam ist, zumindest in den Let’s Plays. Will ich wirklich ein Spiel spielen, dass zwar super schnell auf- und abgebaut ist und eine Session zwar nicht lange geht, aber ich da auch keine Progression erlebe, sondern diese erst nach Stunden? Da konkurriert es für mich persönlich leider nur den Farmspielen auf der Konsole und PC und da habe ich, was ich eben gesehen habe, mehr Spaß und eine größere Progression als bei Mythwind.

        Ausprobieren würde ich es, aber aktuell nicht kaufen. Dazu haben mir zum Beispiel beim Farmer gestört, dass ich ausüben bei den Reihen/Spalten direkt festlegen muss ohne dies später einfach so ändern zu können. Wenn mich das beim Spielen dann wirklich stören sollte, dann würde ich diese Regel selbst aber auch ignorieren. Generell so einige Regeldetails fand ich nicht elegant. Für mich das Highlight bei den Let’s Plays waren die Events, aber die waren dort auch eher nett.

        Stardew Valley ist ganz klar ein (kooperatives) Brettspiel und hat auch gar nicht den Anspruch so wie Mythwind zu sein. Mythwind ist für mich wirklich einzigartig als Brettspiel.

        Antworten
        • Ja, eine schnelle Progression darf man nicht erwarten, vor allem nicht im Dorf selbst. Bei den Berufen kommt es auf die Partie drauf an. Aber auch da, langsamer als üblich. Ich spiele es halt nicht solo sondern mit meiner Frau und ich genieße analoge Zeit, daher ist dann das Videospiel keine Alternative. Packe Stardew Valley trotzdem auf meine Liste

          Antworten

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