Lesezeit: 5 Minuten

Harry Potter: Kampf um Hogwarts

Harry Potter: Kampf um Hogwarts von KOSMOS wollte ich unbedingt für die Familie auf den Tisch bringen. Ich war mir allerdings etwas unsicher! Das Spiel ist ab 11 Jahren und ist als Deckbuilder vielleicht zu kompliziert für einen 8-jährigen Potter-Fan? Ich wollte es also vorher ausprobieren und so saßen da drei Erwachsene Spieler am Tisch, die eher Star Wars im Herzen tragen. So schnell wie ein Expelliarmus jemand entwaffnet, waren wir verzaubert. Wer braucht schon Lichtschwerter, wenn er mit den Bösewichten von Harry Potter auf der Rasierklinge tanzen kann?

Kurzcheck: Darum geht es in Harry Potter: Hogwarts Battle

Harry Potter: Kampf um Hogwarts ist ein lupenreiner Deckbuilder so wie Dominion, allerdings spielt man zusammen. Jeder Spieler übernimmt einen der bekannten Helden der Romanreihe und versucht sich in sieben Kapiteln gegen die Schurken zu behaupten. Die sieben Kapitel sind in Boxen unterteilt, die immer mehr Spielmaterial hinzufügen und auch die Schwierigkeit erhöhen. So sorgt Harry Potter: Kampf um Hogwarts für fortwährende Material-Überraschungen und spielerische Spannung.

Spielaufbau für drei Spieler.

Ist man am Zug, spielt man seine Handkarten aus um Einfluss zu sammeln, damit man sich neue Karten aus der Auslage kaufen kann und erzeugt Blitze, mit denen man Schaden bei den ausliegenden Feinden macht. Ziel ist es gemeinsam alle Gegner zu besiegen, bevor die Orte des jeweiligen Kapitels von Voldemorts Schergen übernommen wurden.

Absolut lobenswert ist der Einstieg in den Kampf gegen Voldemort. Das großformatige und stabile Regelheft mit Schritt für Schritt Anleitung und großzügiger Bebilderung überfordert niemanden. Ich würde es nicht einmal Regelheft nennen, sondern Tutorial, denn man lernt die Regeln interaktiv direkt beim Spielen. Dementsprechend kann ich Harry Potter: Kampf um Hogwarts auch Spielern empfehlen, die kaum Erfahrung mit Brettspielen haben.

Absolute Spannung

Wir waren bei der Gegner-Kombo richtig am Schwitzen! (Spiel 3)

Kommen wir zu der Runde mit den Star Wars-Fans. Wir haben in einem Rutsch direkt die ersten drei Kapitel gespielt. Während die ersten beiden noch ganz klar für den seichten Einstieg konzipiert sind, steigt der Anspruch in Kapitel drei. Kleiner Spoiler: Ab dem Zeitpunkt liegen nämlich zwei Bösewichte gleichzeitig aus.

Jeder Bösewicht hat eine fiese Sonderfähigkeit, die im Zug der Spieler ausgelöst werden kann, oft im Zusammenhang mit den Dunkle-Künste-Karten. Denn bevor der Spieler seine Karten ausspielen darf, muss er eine Dunkle-Künste-Karte ziehen – oder zwei, wenn die Bösewichte genügend Orte übernommen haben – und diese abwickeln. Dann beginnt das Desaster: Karten abwerfen, die Orte werden übernommen, Lebenspunktverluste für alle oder den aktiven Spieler. Schön ist das nie! Diese fiesen Zwänge lösen dann wiederum bei den Schurken weitere Mali aus. So kann es sein, das du durch Bösewicht X immer zwei Lebenspunkte verlierst, wenn du bei einer Dunkle-Künste-Karten aufgefordert wirst eine Karte abzuwerfen.

Da die bösen Charaktere zufällig gezogen werden, hat man immer wieder neue teuflische Kombinationen ausliegen, die einem gehörig in die Suppe spucken. Wer dann nicht die passenden Karten auf der Hand oder sein Deck nicht wirklich gut zusammengestellt hat, der gerät in eine herrliche Abwärtsspirale! In einem Spiel lieferten wir uns einen fantastischen Kampf, wo wir nur unter größter Mühe und guter Absprache das Spiel gewannen. Es war ein absolut genialer Ritt auf der Rasierklinge dem Nimbus 2000. Entsprechend war der Jubel groß!

So schwer?

Allerdings stellte ich mir nach diesen Partien die Frage, ob das Erlebnis zum Ende der Kampagne nicht zu schwer für Familien mit Grundschulkinder ist. Also spielte ich die Kampagne parallel noch einmal von vorne. Durch andere Kombinationen der ausliegenden Schurken und etwas besserem Verständnis beim Deckbau, welches natürlich auch durch Glück beeinflusst wird, sind wir in den gleichen Kapiteln viel einfacher durchgekommen.

Das Ende von Spiel 3 mit anderer Gruppe. Besser kann es kaum laufen!

Ich spezialisierte mich auf Verbündete und hatte ein schlankes Deck. Gezielt gekaufte Karten ließen mich Verbündete doppelt ausspielen und jeder gab mir Extra-Boni. Damit erzielte ich Schadenswerte, die im ersten Durchgang niemand erreichte. Mein Sohn hingegen kaufte vor allem Gegenstände, mit denen auch er Komboeffekte auslösen konnte. Meine Frau fokussierte sich dann auf Zaubersprüche. Wir beendete die gleiche Partie ohne das wir ein Ort verloren oder er im Ansatz gefährdet war. Das klappt so vielleicht nicht immer, da Auslage, Bösewichte und Dunkle-Künste-Karten während der Kampagne anwachsen und immer neu gemischt werden. So bleibt jede Partie von neuem spannend – der Schwierigkeitsgrad schwankt dadurch allerdings.

Ein Traum für Fans

Ich bin im allgemeinen eigentlich kein Fan davon, wenn Spielmaterial direkt aus Filmen genommen wird. Bei Harry Potter: Kampf um Hogwarts hat es mich hingegen nicht gestört. Die Filme sind nah an den Büchern und großartig in ihrer Machart, entsprechend springt der Funke direkt über. Das Zauberspruchkarten die richtigen Bewegungen des Stabs abbilden, sind coole Feinheiten, die zeigen, das hier mit dem Thema sehr liebevoll umgegangen wurde. Wenn die Kinder mit Harry mitfiebern oder das Auftauchen von Dumbledore in der Auslage feiern, dann weiß man, hier ist nicht der Funke übergesprungen, sondern die Atmosphäre fackelt gerade alles ab. Einziges Problem, man kann sich durchaus mit manch Abbildung spoilern, so fern man die Filme nicht kennt.

Die fiesen Jungs aus Spiel 1.

Langzeitmotivation

Aufgrund des anziehenden Schwierigkeitsgrad sitzt man an der Kampagne schon etwas länger und kann danach auch immer noch weiterspielen. Trotzdem ist der Hauptreiz das Abschließen der Kampagne. Eine Box zu öffnen und mit neuem Material und veränderten Spielregeln einen weiteren Versuch wagen, besitzt eben einen hohen Aufforderungscharakter. Solange die Kampagne nicht geschafft ist, will man dieses Spiel auspacken. Danach verflacht der Reiz vielleicht etwas, der Spaß bis zu diesem Punkt rechtfertigt aber den Kauf.

Unzählige stimmige Karten sind im Spiel vorhanden.

Fazit

Das Fazit ist eine einfache Geschichte. Bist du Harry Potter-Fan? Was bist du hier noch am Lesen! Grundschulkinder zu Hause, die Lust auf ein kooperatives Kartenspiel haben? Gleiche Antwort. Verunsicherter Brettspieleinsteiger? Du kennst die Antwort. Harry Potter: Kampf um Hogwarts hat mich als gutes Deckbuildingspiel mit großer Atmosphäre und spielerischer Spannung absolut überzeugt. Die Zeit, die wir als Familie hier verbracht haben, möchte ich nicht missen. Dabei ist der Einstieg in dieses Abenteuer um Harry und seine Freunde absolut vorbildlich und besitzt eine schöne Lernkurve. Besser kann man an Deckbuilding nicht herangeführt werden!

Christian Administrator
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Harry Potter: Hogwarts Battle

49,99 €
8.5

AUSSTATTUNG

9.0/10

SPIELIDEE

7.6/10

SPIELSPASS

8.9/10

Kurzfakten

  • Super Atmosphäre
  • Ab 8 Jahren gut spielbar
  • Vorbildlicher Einstieg für Wenigspieler
  • Kampagne mit neuem Spielmaterial

Spielinformationen

  • Genre: kooperatives Kartenspiel
  • Spieler: 2 - 4
  • Alter: ab 11 Jahren
  • Dauer: 30 - 60 Minuten
  • Rezensionsexemplar erhalten

8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • AUSSTATTUNG

    8.5

    SPIELIDEE

    7

    SPIELSPASS

    8.9

    Hogwarts hat uns auch in den Bann gezogen. Richtig schönes Spiel, aufgrund dessen wir jetzt alle Harry Potter Filme wieder anschauen müssen.

    Wir sind inzwischen mit der Kampagne durch, die leider aber auch viel Potenzial verschenkt hat. Nachdem die ersten 3 Spiele nur Einführung waren, kam danach einfach nur immer MEHR dazu. Spiel 4 und 5 hatten zeitlich auch eine schöne Länge. Spiel 7 war dann schon zeitlich so lange, dass es sich am Ende nur noch zäh angefühlt hat – dadurch hat es leider an Spielspaß eingebüst.

    Nach Spiel 7 stehen wir jetzt etwas alleingelassen da. Wie geht es weiter? Wir wollen mehr!
    Evtl. nehmen wir einfach ein paar Bösewichte raus, starten gleich auf Ort 2 o. ä. damit das Spiel wieder schneller wird.

    Antworten
    • Ja, die Spielzeit nimmt zu. Aus meiner Sicht wird das Spiel auch nicht durch mehr Bösewichte besser. Zufällig Bösewichte zu entfernen, ohne zu wissen welche, sorgt ja auch für Spannung. Die Spielzeit hängt ja auch ein wenig an den verügbaren Kartenkombinationen zusammen. Ich habe mit zwei Gruppen Harry Potter gespielt und gänzlich andere Erfahrungen in den Kapiteln.

      Antworten
  • AUSSTATTUNG

    9.9

    SPIELIDEE

    9.2

    SPIELSPASS

    9.7

    Also für uns hat sich dieses Spiel auch mehr als gelohnt. Auch wenn wir es ein wenig zu einfach finden. Und wir immer nach am Rätseln sind ob man denn alle Hogwartskarten mit in jedes Spiel nimmt. Da es nicht wirklich beschrieben wird in der Anleitung…

    Antworten
  • AUSSTATTUNG

    5

    SPIELIDEE

    10

    SPIELSPASS

    10

    Leider haben wir das Spiel auf Englisch. Haben zwar die deutschen Spielanleitungen gefunden und runter geladen, aber nicht die Karten. Manche sind leider schwer zu übersetzen. Kann jemand uns helfen?

    Antworten
    • Das ist schwierig. Vielleicht versuchen über den Gebrauchtmarkt das Spiel zu verkaufen und dann die deutsche Version neu kaufen? Oder den Verlag anschreiben und auf ganz viel Kulanz hoffen…vieleicht haben die eine Lösung.

      Antworten
  • AUSSTATTUNG

    10

    SPIELIDEE

    10

    SPIELSPASS

    10

    Wir haben das selbe Problem. 😂Komme aber auch gut zu recht. Wo hast du denn die Anleitung auf Deutsch gefunden?

    Antworten

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