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Der August stand neben den zwei Neuheiten Draftosaurus und Welkin vor allem im Zeichen von frivoler Unterhaltung und echter Gewalt am Tisch. Daher sei schon hier gesagt, der August ist nichts für zarte Gemüter. Keiner muss die kommenden Zeilen lesen – werde ich langsam besser in Clickbaiting? Wer nun versaute oder blutige Bilder erwartet, den muss ich enttäuschen. Um meine Seriosität zu wahren, kann ich euch leider nur beschreiben, was am Tisch passierte. Wobei es über den Tischbereich hinausging. Bevor ich nun zu viel verraten, schalte ich einen Meeple runter und Folge erstmal dem Protokoll dieser Kolumne.

Die Brettspiele im August

Neben den zwei schon genannten Spielen haben wir uns im semi-kooperativen Bereich richtig ausgetobt. So konnte ich endlich den Bericht zu Nemesis fertigstellen und bin in Deranged mit der Kampagne durch. Für mich ist Deranged ein echtes Highlight und es wird in wenigen Tagen die ausführliche Review folgen. Richtig gelungen war auch eine Einsteigerpartie zu Korsaren der Karibik inklusive der Erweiterung. Mit Xia zusammen bin ich nun was Sandbox-Brettspiele anbelangt ausreichend aufgestellt – wobei das denkt man irgendwie immer. Der Herr der Träume kam auch wieder auf den Tisch und so langsam nähern wir uns dem Ende der Kampagne. Es ist immer noch ein wunderbares Familienspiel, wenn die Kinder auch noch mit Stofftieren mitfiebern können. In Gloomhaven hat sich endlich der erste Charakter zur Ruhe gesetzt! Denkwürdig war es und ich freue mich auf weitere Partien mit meinem neuen Helden. Auch Underwater Cities wurde gespielt und es begeistert mich noch immer. Meine Performance war zwar suboptimal, aber ich hatte trotzdem meinen Spaß. Der größte Klopper war Medioevo Universale. Sechs Stunden für zwei Runden. Genial aber auch Wahnsinn.

Die Spiel ’19 rückt auch immer näher und entsprechend bin ich schon fleißig am Planen. Neben meinen typischen Berichten zur SPIEL, möchte ich etwas Neues probieren. Jeder Leser darf sein kommendes Messe-Highlight per E-Mail kurz vorstellen und ich veröffentliche dann ein Leser-Ranking mit euren Berichten. Ich hoffe, ihr habt darauf genauso viel Lust wie ich. Genaue Details werden noch folgen.

Die Highlights im Detail

Throw Throw Burrito

Mehr kann ich nicht zeigen. Alle anderen Fotos sind aufgrund der Dynamik verschwommen oder nicht vorzeigbar.

Stell dir vor du spielst das hektische Ligretto, schmeißt nicht passende Karten deinen rechten Mitspieler auf sein Nachziehstapel, plötzlich schreit jemand BRAWL und als langsamer Lauch kriegst du plötzlich einen Schaumstoffburrito an den Kopf geknallt. Willkommen bei Throw Throw Burrito! Weil doppelte Bestrafung Spaß macht, erhältst du nun einen Minuspunkt. Nicht mitgekommen? Nur Burrito Soße im Kopf? Ich tisch dir das Spiel im Detail auf.

Ziel ist es viele Sets aus drei gleichen Karten zu sammeln. Das gibt je einen Punkt. Bei nur fünf möglichen Handkarten kann man gleichzeitig nicht viele Sets sammeln, denn man muss die drei Karten gleichzeitig ablegen. Ziehst du eine Karte auf, musst du danach eine auf den Nachziehstapel des linken Nachbarn ablegen. Die wichtigste Info: man spielt gleichzeitig und in Echtzeit. HERZRASEN! Du solltest deine Karten mega schnell durchrotieren. Ist dein eigener Nachziehstapel leer, weil dein Nachbar eine Kartoffel ist, dann darfst du als Power-Jalapeno auch von einem neutralen Stapel aus der Tischmitte ziehen.

Einige der 3er-Sets aktivieren dabei den gefürchteten Burritokampf! Da wäre Burrito-Brawl, wo der linke und rechte Sitznachbar sich sofort einen Burrito von der Tischmitte schnappen müssen und dann gib ihm! Du darfst vom Tisch aufspringen, Mitspieler als Schild benutzen, dich mit Kampfschreien pushen oder sogar den auf dich geworfenen Burrito fangen. Ihr kennt Völkerball? Dann wisst ihr, was zu tun ist. Neben dem Brawl gibt es noch den War, wo alle am Tisch gegeneinander kämpfen und das großartige Duell. Hier wählt der Setbesitzer zwei Spieler, jeder erhält einen Burrito, stellt sich Rücken an Rücken und dann wird gezählt: 3…2…1…BURRITO! Bei jeder Zahl geht man einen Schritt, bei Burrito darf man werfen, inklusiver einer stylischen Kampfdrehung.

Spätestens jetzt weißt du, ob Throw Throw Burrito etwas für dich ist oder als der letzte infantile Scheiß abgestempelt wird. Großer Nachteil, es macht nur Spaß mit ordentlich Platz um den Tisch. Entsprechend war dieses Spiel auf unserem letzten Festivalbesuch der Knaller. Wie die Berserker kämpften wir uns über den Campingbereich. Perfektes Spiel für den richtigen Ort. Großer Vorteil: Paare dürfen sich ganz regelkonform schwungvoll etwas an den Kopf werfen.

Red Light: A Star is Porn

Jetzt wird es schmutzig! Auf der SPIEL ’18 aus Neugierde gekauft, wurde das Porno-Kartenspiel nun endlich gespielt. In erster Linie kann man sich hier herrlich beömmeln. Die Bilder sind absolut kreativ gezeichnet und setzen die Action gekonnt in Szene. Der Humor ist dabei natürlich stets unter der Gürtellinie und ganz sicher nichts für Kinder. Das Pornhub-Logo prangt hier nicht umsonst auf der Schachtel. Über Kristall-Schwanz-Auszeichnungen, Filme wie Pacific Rimming oder Herr der Schwänze musst du lachen können. Ansonsten bleib dem Spiel fern und geh in den Keller! Es wird über alles hergezogen, was man sich nur vorstellen kann. Weder goldener Naturchampus noch die gute Großmutter wird hier ausgelassen. Hinter all den Bildern versteckt sich dann sogar noch ein Spiel.

Das Kartenspiel Red Light: A Star is Porn ist höchst interaktiv. Ziel ist es das Spiel über vier Auszeichnungen zu gewinnen. Dafür braucht es Pornodarstellerinnen und mit denen dreht man heiße Filme. Je berühmter meine Darstellerin, desto bessere Filme kann ich drehen, was sie noch berühmter macht. Ab einer gewissen Schwelle kann ich mir dann mit der Dame eine Auszeichnung ergattern. Das Problem an der Sache sind die Ereigniskarten, die jeder Spieler auf die Hand zieht und die Attribute und Fähigkeiten der Darstellerinnen. Statt Filme zu drehen, kann man seinen Heldinnen – nennen wir sie einfach mal so – gegen andere ins Gefecht ziehen lassen. Ist mein Charisma höher als die Willenskraft der Herausgeforderten, zieht sie sich zurück und beendet ihre Karriere. Der Spieler verliert dabei all den Ruhm und Filme. Ereigniskarten lassen einen ebenfalls höchst fies agieren. Es werden Darstellerinnen abgeworfen, rotiert, Filme oder gar Auszeichnungen geklaut. Für Red Light: A Star is Porn muss man schon Eier in der Hose haben! Gut, der war schlecht und glatt gelogen, denn auch die Frauen in den Runden waren amüsiert. Als lustiger Absacker ist es also allemal geeignet.

Einige der harmloseren Karten.

Fragen zu den Spielen?

Das war es erstmal mit meinem kleinen Rückblick und ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. Falls du detailliertere Fragen zu den aufgeführten Brettspielen hast, kannst du mir wie immer ein Kommentar hinterlassen und/oder eine E-Mail schreiben. Ich antworte ganz sicher!

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