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Lautstark hallte das Wort Revanche durch die Arena von Super Fantasy Brawl! Die angestachelten Zuschauer wollten mehr. Kilgore, der Oger mit Schaum vorm Mund, zitterte aufgeladen durch Adrenalin aus dem Kampf. Er hatte nicht ins Gras gebissen, wie seine Begleiter Xu Xiao, die Jadeklaue und Rath, der Assassine. Lange war der Kampf auf Messers Schneide gewesen. Vor allem die Magierin Gwaien hatten sie mehrmals vermöbelt! Diese verdammte blaue Zone mit ihrer Säule war am Ende aber zu gut verteidigt. Das Ballett aus Finten, Deckung suchen und brutalen Angriffsmanövern bot eine enorme Dynamik. Und während sich das rote Team wieder aufstellte und Rath schwor, seine Performance zu steigern, musste der verprügelte Blogger dem Autor Jochen zum wohlverdienten Sieg gratulieren. Ja, er mochte Rath mit seiner Revanche enttäuschen, aber auch Blogger müssen irgendwann Mal schlafen.

Endlich angekommen!

Die kompakte Größe der Arena sorgt für ein direktes Aufeinandertreffen.

Glücklicherweise ist Super Fantasy Brawl nun auf Kickstarter erschienen und folgt später für Freunde einer deutschen Version in der Spieleschmiede. Das heißt, ich kann meine Taktik verfeinern, um Jochen das nächste Mal in die Schranken zu weisen. Ich begleite Super Fantasy Brawl nun schon ein Stück des Weges und durfte in verschiedenen Stadien immer wieder in das Spiel hineinschnuppern. Die jetzige enorm aufgebohrte und polierte Version, mit dem potenten Verlag Mythic Games im Hintergrund, ist ein echter Arena-Knaller! Optisch erinnert es an die Schlachtfelder und Helden von World of Warcraft oder League of Legends, spielerisch ordnet es sich neben Games Workshops Underworlds ein. Hoppla? Ist da eben Underworlds aus dem Regal gefallen? Lass es liegen junger Krieger, wir spielen jetzt SUPER FANTASY BRAWL!

Schneller Einstieg

Das Grundgerüst von Super Fantasy Brawl ist sein unkomplizierter Einstieg. Aus den 12 Champions, grob untereilt in Tanks, Schadenausteiler und Plänkler, draftet jeder sein Team aus drei Figuren. Zu jedem dieser Champions gehört eine feste Anzahl von Karten, zusammengemischt ergibt das dein Deck. Zwei Missionskarten in die Auslage platziert, Figuren in die Aufstellungszone gestellt, fünf Handkarten gezogen, dem Gegner grimmig in die Augen geschaut und schon kann es losgehen. Aus der Box direkt hinein in den Spielspaß ist das Motto! Schnell merkt man, dass durch die markante und übersichtliche Gestaltung, bei Karten oder der Arena, dass man auch als Einsteiger sofort weiß, was Sache ist.

Nicht alle Figuren treffen meinen Geschmack, spielerisch interessant sind sie trotzdem.

Mit Köpfchen auf den Kopf

Die Karten erhalten alle noch ein individuelles Design.

Bevor du nun in den Wutmodus umschaltest und die mickrigen Helden des Gegenspielers in den Boden rammst, solltest du wissen, dass Super Fantasy Brawl mehr als das ist. In erster Linie ist der Kampf in der Arena ein Taktieren um Missionsziele. Zwar bringt auch das Umboxen von Figuren ein Siegpunkt, aber Missionen, zur richtigen Zeit erfüllt, doppelt so viele. Am Anfang der Partie sind zwei Missionen aufgedeckt und mit jeder weiteren Runde kommt eine dazu und schiebt die vorhandenen weiter. Auf diesem Missions-Fluss ist Platz für fünf Missionen. Wird eine auf die sechste Position geschoben, geht sie aus dem Spiel. Also Beine in die Hand nehmen!

Missionen auf dem ersten Slot können noch nicht gewertet werden, Missionen auf Position drei und vier bringen mehr Siegpunkte ein. Das Konzept fühlt sich frisch und dynamisch an! Die Missionen sind dabei nicht auf das Töten von Spielern ausgelegt, sondern auf Gebietskontrolle. Durch den stetigen Wandel muss man sich unentwegt anpassen. Einbunkern hat Hausverbot! Einen Champion aus einer Zone zu pushen, in eine Falle zu ziehen, schnell an einen relevanten Ort sprinten, das ist oft elementarer als der reine Schaden. Wann erfülle ich eine Mission, wo störe ich den Gegner? Und warte ich mit der Erfüllung einer Mission für mehr Siegpunkte? Oder haue ich doch einen Champion aus den Latschen um meine Helden aufzuleveln?

Lass die Fäuste fliegen!

Die dynamische Arena-Action wird fast ausschließlich über Karten gesteuert. Wichtigste Grundregel: In jeder Runde darf ich nur eine Karte pro Farbe spielen und das heldenübergreifend. Verschärft wird dies dadurch, dass Super Fantasy Brawl nur drei Farben kennt und mit „Runde“ der Zug von mir und meinem Gegner gemeint ist. Vor allem deshalb relevant, weil man Reaktionskarten als Verteidigung im gegnerischen Zug spielen kann. Die Farbe wäre dann für den eigenen Angriff allerdings verbraucht. Damit man immer im Bilde ist, wer schon welche Farbe gespielt hat, gibt es nun Token auf dem Spielertableau.  Einfaches System, knifflig zu spielen!

Kurzer Blick auf die ausliegenden Mission, dann die gegnerischen Helden gescannt und dann lass es los, das Kombo-Gewitter! Die Fähigkeiten sind alle einzigartig und bieten extrem viele Kombinationen. Fetter Flächenschaden, Betäubungen, weite Sprünge, Gegner wegschieben, diverse Verstärkungen, alle Möglichkeiten aufzuzählen würde den Artikel sprengen. Klingt abgedroschen, aber Super Fantasy Brawl ist leicht zu lernen und hart zu meistern. Kein Wunder, dass Mythic Games eine Turnierszene aufbauen will.

Abgeschwächter Zufall

Ich hatte in meinem Match zweimal wirklich Pech mit den Handkarten. Wer von fünf Karten vier einer Farbe hat, der guckt doof aus der Wäsche. Geht aber schlimmer! Wenn nämlich von diesen Karten auch noch Helden bedient werden müssten, die zur Spielsituation kaum passen. Da tanzt der Bluthochdruck Polka. Also alles ein Glücksspiel? Mitnichten, denn jede Karte kann man für eine Standardaktion abwerfen, so fern man nicht die Farbregel verletzt. So ist noch immer eine Bewegung oder Angriff möglich. Man kann sogar Karten planen, das heißt sie wandern nach oben auf den Nachziehstapel. Ich fühlte mich also weniger dem Glück ausgeliefert, als man bei der Mechanik befürchten könnte.

Fazit

Ich bin nicht nur Brettspieler, sondern auch Video- und Tabletopspieler. Ich habe es geliebt mir in Warmachine die Würfel um die Ohren zu hauen oder mich in World of Warcraft ins PvP zu stürzen. Aktuell im Brettspielbereich habe ich The Edge im Schrank und auch Warhammer Underworlds war schon auf meinem Tisch. Was will ich spielen? Die Antwort lautet: Super Fantasy Brawl! 

Absolut unkompliziert und schnell zu spielen, eine coole Optik und zig unterschiedliche Helden, die durch das Drafting für immer neue Synergien sorgen. Die Zugänglichkeit gepaart mit knackiger Spielzeit und taktischem Anspruch trifft den Zeitgeist! In 40 Minuten, die ich als Vorbereitung für manch anderes Spiel brauche, habe ich hier schon eine packende Partie hinter mir. Der Fokus auf Missionsziele, mit seiner frischen Ablauf-Mechanik, sorgt für ein stetiges Hin- und Herwogen der Teams. Für mich ist Super Fantasy Brawl für Spieler mit Freude an Duellen und satten Arenakämpfen ein absoluter Pflichttitel! Ich bin froh, dass die Reise nun offiziell bei Kickstarter gestartet ist!

Christian Administrator
Redakteur | Brettspieler | Fleischpöppel
Brettspieler | Videospieler | Rollenspieler | Minaturenbemaler | Würfel-Lucker | Airbrush-Anfänger | Blogger | Schönspieler | Rum-Trinker | Brettspielsammler | Crowd-Funding-Süchtig | Trockner Grübler | Pöppel-Streichler | Magic-Verweigerer | 4X-Fanboy | Sickerflopp-Liebhaber
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