Lesezeit: 4 Minuten

Wuahahhaharghagahgah!!!! (Einfältiges Zwergensprech für Anfänger)

Mach kaputt, was dich kaputt macht! Das wäre im Fall von Castle Rampage erst das Tor und dann die Burg des Gegners. Optik und Spielprinzip erinnern an leichtgewichtige, aber äußerst beliebte Apps. Wer kurz in die Regeln schaut merkt schnell, wir haben es hier mit einem Tower-Defense-Kartenspiel zu tun. Als reines 2-Personenspiel versucht Castle Rampage diesen unkomplizierten und kurzweiligen App-Spaß auf den Tisch zu bringen. Gelingt Castle Rampage aus dem Hause Pegasus Spiele dies und taugt es als Spiel für Kinder ab 8 Jahren?

Kurzcheck: Darum geht es in Castle Rampage

Der Spielaufbau.

Vor Spielbeginn draften die Spieler ein paar Karten, um sich daraus jeweils einen Burg- und Torkartenstapel zu bauen. Die restlichen Karten werden auf der Hand aufbewahrt. Spielaufbau: 2 Minuten. Maximal! Dann geht es auch schon rund. Zwei Karten ziehen, danach optional entweder Burg- oder Torstapel mit einer weiteren Karte von der Hand verstärken und mit weiteren Karten den Gegner angreifen. Dabei greifen die Einheiten-Karten nacheinander an, passend zum Tower-Defense-Charakter. Dabei ist zu beachten, das ich beim ersten Angriff, nie weiß, wie stark die Verteidigung ist. Liege ich mit meinem Angreifer darunter, war der Angriff umsonst und die Verteidigungskarte wird wieder auf den Stapel gepackt. Wehrmutstropfen, nun weiß ich welche Angriffstärke ich brauche. Ist mein Angriff allerdings stärker, vernichte ich nicht nur die Tor/Burg-Karte, sondern greife weiter an.

Ziel ist es, erst das Tor einzureißen und dann die Burg zu plätten. Dabei fungiert jede Karten als Tor, Burg oder Angriffskarte, je nachdem wo man sie ausspielt. Heißt: ein Nachziehstapel, ein Ablagestapel, keine Vorsortierung. Auf den Tisch knallen, sich böse angucken und losspielen. Meinem fast achtjährigen Sohn habe ich Castle Rampage in wenigen Minuten erklärt – während er schon hibbelig mit Rittern und Riesen mein Tor einreißen wollte. Kopfkino gibt es also auch!

Komplizierter im Detail

Im Detail fährt das Spiel dann aber einige Sonderregeln auf. Das geschieht durch diverse Sonderkarten. Eine klassische Karte mit einfachen Angriffsregeln ist fast die Außnahme. Manche Karten darf man in den gegnerischen Stapel legen und sich freuen, wenn sie dann bei einem späteren Angriff aufgedeckt werden. Andere erlauben das Angreifen der Burg, ohne vorherige Zerstörung des Tors, man muss für mächtige Angriffe Symbole sammeln oder darf gegnerische Karten abschmeißen. Lesen sollte man also können! Genau so ausgebildet sollte aber die Frusttoleranz sein. Denn eine fiese Karte gibt der nächsten die Hand. Du reißt mir gerade das Tor ein? Gut, mach mal weiter. Wenn mein Tor dann fast hinüber ist, tausche ich einfach unsere Tore! Eine Karte die alles auf den Kopf stellt. Nicht die einzige. Das Cover verspricht was man bekommt, fiese Kloppe, bei denen das Momentum hin- und herschwingt!

Mittig der Angriffswert, unten links der Wert falls man die Karte unter den Torstapel legt, rechts unten der Wert für die Burg. Garniert mit Texten für optionale Regeln.

Wie taktisch ist Castle Rampage?

Da wähnt man sich Gegenspieler durch ein starkes Tor in Sicherheit und dann – BÄM.

Die erzeugten Symbiosen lassen einen schön infantil grinsen und fast jede Runde, nachdem man seine Karten gezogen hat, plant man ein Stück weit anders seine Karten. Castle Rampage spielt sich deshalb abwechslunsgreich, aber eben der Zielgruppe entsprechend, ohne wirklich große strategische Möglichkeiten. Ich habe kein Deckbau und bin zu 100% davon abhängig, was für Karten ich ziehe oder eben nicht. Da kann eine Partie auch schon ziemlich gegen einen laufen, vor allem weil man sich den Kartenstapel teilt. Und gewinnt dann am Ende vielleicht doch durch eine gezogene Killerkombo. Wenn der Funke nicht überspringt, dann würde man wohl sagen, das man vom Spiel gespielt wird. Dabei sollte man aber nicht vergessen, das Castle Rampage heitere Eroberungs-Unterhaltung ab 8 Jahren bietet und das zu einem Preis von unter 10€ – das was es soll, macht also es gut!

Fazit

Ich gebe zu, ich habe mich bei Castle Rampage schon köstlich beömmelt! Manchmal reicht mir seichter Tower-Defense-Spaß wie auf dem Smartphone. Wenn eine geplante Kombo aufgeht und man eine verloren geglaubte Partie dreht, dann ist das witzig. Castle Rampage bietet vieler dieser Momente, aber öfters sind sie aus reinem Glück geboren. Ohne Deckbau und mit nur einem Nachziehstapel für beide Spieler, ist man manchmal nicht Herr des Spiels. Das stört einen achtjährigen Eroberer natürlich viel weniger. Die Comic-Optik passt zum Style angesagten Gaming-Apps, die Spielzeit kurz und die Regeln sind extrem einfach zu lernen. Am Ende also ein kleines fieses Kartenspiel, das mehr Spaß macht und einen höheren Aufforderungscharakter besitzt als die nächste Partie UNO. Selber lesen können sollte man aber schon. Wer etwas mehr Familienspiel möchte, dem empfehle ich im ähnlichen Preissegement übrigens Port Royale, wer leichtes Deckbau favorisiert greift zu Epic PvP.

Christian Administrator
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Castle Rampage

9,95 €
6.7

AUSSTATTUNG

7.0/10

SPIELIDEE

7.0/10

SPIELSPASS

6.0/10

Kurzfakten

  • Sehr schnell zu lernen
  • Ebenso schnell zu spielen
  • Viele witzige Kombos möglich
  • Jüngere Spieler lieben den Kampf um die Burg
  • Glück spielt eine größere Rolle

Spielinformationen

  • Genre: 2 Spieler
  • Spieler: 2
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: 15 - 20 Minuten

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