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Ist der Monat schon wieder rum? Entsprechend folgt die Beglückung von der Waterkant zu Brettspielthemen und alles außerhalb davon. Was hat mich in den letzten Wochen beschäftigt und wo ist ein weiterer Sack Reis in meiner kleinen Blase umgefallen? Ihr werdet es erfahren. Und wie immer hoffe ich, dass die Kommentarspalten glühen werden, denn wenn nicht hier, wo dann? Interessiert an eurer Meinung zu besprochenen Themen bin ich eh, aber ihr könnt auch gerne selbst Themen vorschlagen.

Aufreger des Monats

Trump wirft mit Zöllen um sich. Wäre ich ein Blogger, der über Whisky oder Autos schreibt, ein Kanadier oder Grönland mein Heimatland, dann würde dieser Typ meine Tastatur wohl noch mehr „steuern“, aber dann stolperte ich über Crowdfundingkampagnen aus unserer Blase und war mittendrin im Handelskrieg. Brettspiele werden eben oft in China hergestellt und wenn dann die große Fuhre tonnenschwerer Materialschlachten des letzten Kickstarters an die US-Grenze stößt, dann gibt es Dollar-Explosionen. Blöd für die Verlage, das wusste vor einigen Jahren halt niemand. Oder nur ganz pessimistische Personen. Vielleicht die gleichen, die den Abgesang von CMON aufgrund deren Verluste schon predigen? Jetzt fehlt das Geld, denn solche Extrakosten tragen sich nicht unbedingt aus der Portokasse kleiner Verlage, die sich über Kickstarter und Gamefound finanzieren. Es ist schon doppelte Ironie, wenn der Verlag Burnt Island Games mit ihrem Spiel How to Save a World mit Nachzahlungen bei den Backer anfklopfen, weil da ein Trump eine World mal so gar nicht saved. Wir EU-Backer hatten bisher unsere „geliebte“ VAT. Die USA haben nun ihren Trump. Ein letzter Gedanke zu CMON. Haltet bitte durch! Ich habe mich doch für die Erweiterungen aka Plastikorgie von Dune: Krieg um Arrakis verschuldet.

Pad & Pinsel

Soll hier nicht zur Gewohnheit werden, aber über zwei Ausflüge in die Videospielwelt muss ich berichten. RoboCop: Rogue City ist so ein genialer, stumpfer und passend trashiger Shooter. Bei dem ganzen Weltschmerz, als Stahlkoloss durch die Level zu pflügen, mit einer Beweglichkeit eines Greises, aber der Wucht einer Dampfwalze, herzerfrischend. Höhepunkt: Strafzettel an Parksünder verteilen. Hier kann ich die Welt noch ordnen. Danke! Prince of Persia: The Lost Crown wäre dann der zweite Titel, der mich einfach nur verzaubert hat. Nicht visuell, sondern aufgrund seiner Spiel-Gene. Wie hier verschiedene Fähigkeiten in einem Sprung-Kampf-Flow verschränkt werden können, ist genial. Spektakuläre Sprungpassagen, die für nicht schaffbar gehalten wurden, lösten sich und ließen mich mit Videospielstolz und staunenden Augen zurück. Es ist ein oldschooliges Metroidvania seiner besten Art. Ansonsten habe ich endlich wieder den Pinsel geschwungen. Es wird Zeit, dass die ganzen neuen Fraktionen von Cthulhu Wars angemalt werden.

Der Sleeper kommt!

Das Kind im Herzen 2.0

Versprochen, die nächste „Waterkant“ hängt sich nicht so sehr an der alten auf, aber ich berichtete ja über Carrera Hybrid. Letzten Freitag. Fünf Kerle. Fünf Porsche 911 GT3. Eine Rennstrecke. Eine Drohne zur Aufnahme. Was war das für ein abartig toller Spaß. Monstergeil! Wir fuhren insgesamt über sechs Stunden verschiedene Rennen, drängelten uns von der Strecke und hetzten uns zu Rundenbestzeiten. Auch wenn die App immer noch ein paar Macken hat, ich bin ganz sicher ein Fanboy von Carrera Hybrid geworden. Nicht umsonst will ich nun mit Decals die Autos verzieren. Eigentlich muss ich hoffen, dass Carrera das System noch fallen lässt. Es ist sonst ein weiteres Geldgrab.

Kommentare? Lasst es raus!

Falls ihr quatschen wollt, lasst gerne einen Kommentar hier. Auch Theman für den nächsten Monat werden gerne angenommen. Da fällt mir ein, was für eine Top-Liste würde euch denn interessieren? Ich habe schon lange keine mehr gemacht.

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6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Wegen dem bisschen Zoll auf Brettspiele regst Du Dich auf?
    Mich regen hunderte Milliarden für Waffengelumpe und Militarismus auf! Und ganz im Orwellschen Neusprech „Freiheitsdienst“ genannte Zwangsarbeit bzw. Kriegsdienst. Und zig andere Dinge mehr, bevor mir nur der Gedanke an Zölle auf Brettspiele käme.

    Nix für ungut, man muss offenbar Prioritäten setzen – in einem Brettspielblog 😉

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    • Nein, darüber rege ich mich mal so gar nicht auf. Ich meine, den Typen haben die Leute ja gewählt, dann sollen sie halt gerne 20% mehr bezahlen. Mich tangiert das gar nicht. Trotzdem war und ist das ja Thema und ein Aufreger für Verlage und Menschen, die das betrifft. Ich habe gerade heute von einem Verlag die nächste Mail für US-Backer bekommen. Das ist schon ein richtiger Mist, wenn du vor zwei Jahren eine Finanzierung planst und auf einmal verändert sich das Weltgeschehen dermaßen, dass deine Kalkulation nicht passt. Das ist ja maximal uncool für Verlage und je nach Größe vielleicht auch echt schmerzhaft.

      Und das mit CMON ist auch nen dickes Ding. Wenn da wirklich die Blase platzt, dann wäre das ein ultraheftiger Einschnitt für die Welt des Crowdfundings. Ich glaube, so aus dem Bauch, die haben noch 10 offene Kampagnen mit Millionensummen am Laufen. Da würden viele Menschen ihr Geld verlieren. Aber wer weiß, vielleicht steht es ja gar nicht so schlecht um die.

      Und ja, wir sind ein Brettspielblog, ich will hier jetzt nicht das gesamte politische Weltgeschehen analysieren.

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  • Gordon Shumway
    2. April 2025 9:52

    Bis vor ein paar Jahren war die Welt gefühlt (!) noch einigermaßen in Ordnung. Durch Putin, Trump, Brexit, Corona und den erschreckend schneller werdenden Klimawandel gerät die Welt ganz schön aus den Fugen, finde ich. Zu den hunderten Milliarden für Waffengelumpe bin ich ehrlich gesagt recht ambivalent. Auf der einen Seite denke ich, dass das Geld in Bildung, Infrastruktur usw. deutlich besser investiert ist, aber auf der anderen Seite sollten wir als Europa auch eine gemeinsame militärische Abschreckung aufbauen. Bisher sind gerade wir als Deutsche sehr gut mit unserer Strategie gefahren, dass wir die Bundeswehr kaputtgespart haben und uns nicht um die Verteidigung gekümmert haben. War ja auch nicht nötig, wenn sich alle an die Regeln sprich Grenzen halten und man im Hintergrund einen großen Bruder hat, der zur Not zur Hilfe kommt.
    Wenn mein Bruder aber sagt „Du bist alt genug. Kümmer Dich um Deine eigenen Sachen!“ und jemand in meine Wohnung kommt und sagt „Das Schlafzimmer gehört jetzt mir, weil das gerne zu mir möchte.“, dann sollte man schon eine eigene Stärke aufgebaut haben, um seine Ansprüche auch durchsetzen zu können bzw. im Vorwege als Abschreckung. Und bitte nicht falsch verstehen: Ich bin absolut für Frieden und weniger Waffen insgesamt, aber die Menschheit kriegt es anscheinend seit Tausenden Jahren nicht hin…..leider.

    Aus Brettspielsicht finde ich diese Nachforderungen bei Kickstartern ehrlich gesagt „komisch“. Ich gebe einem Verlag einen Kredit für eine Ware und erwarte dann auch, dass der Verlag mir diese Ware zu dem vorher festgelegten Preis liefert. Das Risiko, dass die Preise steigen liegt aus meiner Sicht beim Verlag. Der Benefit, falls die Preise fallen, liegt ebenso beim Verlag. Hier habe ich bisher noch nicht davon gehört, dass jemand gesagt hat „Hey, Ihr Backer kriegt jetzt alle X Euro zurück.“. Warum also nur in eine Richtung? Und vor allem fühle ich mich als Backer in gewisser Weise erpresst. So nach dem Motto „Wenn Du nicht zahlst, kann es sein, dass Du gar nichts bekommst.“.

    Bzgl. Top-Listen würde mich mal interessieren, welches sind Eure Top-5 Spiele, die Ihr total gerne mal spielen würdet, die aber aufgrund von verschiedensten Gründen noch nie auf den Tisch gekommen sind und das vielleicht auch nie werden. Also: Welche Spiele sind das und warum kommen diese nicht auf den Tisch? Gedanklich habe ich hier ein „Europa Universalis: The Price of Power“ im Kopf. Mich reizt das Spiel, aber die sehr hohe Komplexität gepaart mit der unglaublichen Spielzeit und als i-Tüpfelchen alles auf Englisch…..puh…..das wird wohl nie was werden.

    So, genug Senf für heute. 🙂

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    • Nachforderungen sind absoluter Mist, das stimmt, weil es etwas von Erpressung hat. Das aktuelle Geschehen und die Zollerhöhungen sind aber trotzdem eine fiese Sache.

      Zu der Top-Liste: Sehr gute Idee. Ich habe da direkt ein paar Titel im Kopf. Mal sehen, ob das reicht.

      Zum allgemeinen Weltgeschehen. Das mit dem Militär ist das Offensichtliche und als Pazifist ein graus, aber viel viel beunruhigender empfinde ich den kulturellen Umbau der USA und wie schnell das geschieht. Verfassung, Wissenschaft (gerade jetzt der Großangriff auf die Unis), die Demokratie an sich, all das wird gerade in einem wahnsinnigen Tempo mit perfiden Mitteln umgebaut. Es zeigt, wie schnell eine Demokratie verschwinden kann, wie wenig selbstverständlich das ist, wie da ein Plan verfolgt wird und ich muss gruseligerweise an den Roman „Der Report der Magd“ (Originaltitel The Handmaid’s Tale) denken. Unfassbar!

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    • @ Christian:
      „…aber viel viel beunruhigender empfinde ich den kulturellen Umbau der USA und wie schnell das geschieht.“

      Ich finde das Geschehen direkt vor unserer Haustür – in Brüssel – noch viel beunruhigender: Im Lissabon-Vertrag, der rechtlichen Grundlage der EU, sind zwei Bereiche ausdrücklich der EU entzogen und ganz bewusst im Zuständigkeitsbereich der Nationalstaaten verblieben: Gesundheit und Militär. Und genau diese beiden hat die Kommission von der Leyen ohne jede Rechtsgrundlage an sich gezogen. Milliarden wurden per inzwischen gelöschter SMS Pharmafirmen zugeschanzt (es wird ermittelt, bis Gras darüber geachsen ist!), und gegen das, was die Rüstungskonzerne zu erwarten haben, war das nur ein feuchter Furz.

      Und zum „Erpressen von Backern“:
      Ich backe nichts – genau aus dem Grund. Wer Unternehmer sein will, finanziert sein Unternehmen dort, wo es üblich ist: bei Banken, an der Börse oder durch grosse institutionelle oder – ganz zuletzt – viele kleine private Investoren. „Backer“ sind letztere – und als solchen muss ihnen bewusst sein, dass es Risikokapital ist, das ggf. futsch ist… (nein, „futsch“ ist es ja nie, es hat dann nur irgend wer anderes).
      Wer also Unternehmern vertraut, denen Banken, Börsen und/oder institutionelle Investoren nicht vertrauen, sollte sich dessen bewusst sein und wissen, was er da tut!

      Antworten
    • @ ALF:
      „Bzgl. Top-Listen würde mich mal interessieren, welches sind Eure Top-5 Spiele, die Ihr total gerne mal spielen würdet, die aber aufgrund von verschiedensten Gründen noch nie auf den Tisch gekommen sind“

      1. „Unangenehme Gäste“ – ist auf deutsch, seit ich das gern spielen möchte, leider nicht verfügbar. Reprint wurde bereits mehrfach verschoben.
      2. „13 Indizien“ – gleicher Grund, aber noch nicht mal ein Reprint angekündigt
      3. „The THING“ – besitze ich, finde aber nicht genügend Mitspieler, die bereit wären, sich vorher mit den Regeln auseinanderzusetzen – nachfragen im Spiel geht ja schlecht, weil man damit seine Rolle ggf. spoilert.
      4. „Abgrundtief“ – gleicher Grund
      5. „Der RINGKRIEG“ – habe ich zwar vor 20 Jahren mal mit einem gespielt, der absolut regelfest war – ein neuerlicher Versuch mit der später angeschafften zweiten Edition mit anderen Mitspielern (2 Teams zu je zwei, einer immer mit Blick ins Regelheft) scheiterte kläglich am Regelwerk und wurde nach rund 7 Stunden und nahezu keinem Fortgang im Spiel entnervt von allen Beteiligten abgebrochen.

      Honorable Mention: GO – begreife einfach die Auswertung am Ende nicht. Offenbar bin ich dafür zu blöd.

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