Lesezeit: 4 Minuten
Leute, das kooperative Kids Chronicles wird hier heute eine schnelle Nummer. Es liefert das, was ich erwartet habe. Ich kenne schließlich den Ableger Chronicles of Crime für Erwachsene und wenn das gleiche Konzept aus Karten, Story, QR-Code und App nun für Kids angeboten wird, dann weiß man, worauf man sich einlässt. Oder? Fast. So ganz stimmt das nämlich nicht, denn in Die Suche nach den Mondsteinen lauerten zwei Dinge, die mich überrascht haben und gerade für Familien mit unterschiedlich alten Kindern nicht ganz irrelevant sein dürfte.

Kurzcheck: Darum geht es in Kids Chronicles

Ich werde euch hier nicht die Story verraten. Auch nicht unter uns Erwachsenen, denn ihr sollt ja auch noch Spaß am Mitspielen haben. Grundsätzlich geht es um zwei Königreiche, die vom weisen Zauberer Merlin beraten werden. Dieser lebt in seinem Zauberturm und sucht Lehrlinge. Da bieten sich natürlich die eigenen Kinder an! Kids Chronicles bedient sich zuerst einmal beim Einstieg seiner Vorteile der Digitalität. Die Anleitung braucht ihr nicht lesen, denn die App besitzt ein Tutorial.

In sechs Kapitel erlebt ihr dann gemeinsam Aufgaben und kleinere Rätsel, trefft ganz viele Charaktere und besucht magische Orte. Kids Chronicles ist dabei ein Hybrid-Brettspiel. Ein Spielbrett fungiert als Landkarte und Ablageort für getroffene Charaktere oder gefundene Gegenstände. Beides als Karten mit QR-Codes. Mit Hilfe der App wandern man von Ort zu Ort, scannt Karten, führt Gespräche und stellt auch Fragen zu Gegenständen. Nur wer die Orte gut erkundet, mit den richtigen Personen spricht und Gegenstände richtig kombiniert, kann das jeweilige Kapitel lösen. Wie im großen Bruder für Erwachsene ist das Smartphone oder Tablet auch hier stets präsent. Dafür erlebt man allerdings auch hier eine interaktive und toll erzählte Geschichte. Da wären wir bei der ersten Überraschung.

Kompakt und schick.

Klassisch hat Hausverbot

Das Cover zeigt, wohin die Reise  geht. Da sitzt ein Feuerball schleuderndes Mädchen auf einer Mondkatze und hält selbstbewusst die Zügel, während der Junge hinten sitzt. Die Suche nach den Mondsteinen ist kein klassisches Märchen, wo Prinzessinnen mit rosa Kleidern gerettet werden müssen. Mit der falschen Erwartungshaltung spielt Kids Chronicles eher. Wie hier Drachen, Hexen und andere bekannte Figuren aus Märchen auftreten und in Rätsel eingeflochten sind, bedarf oft anderer Denkweisen, als es die soziale Konstruktion unserer Gesellschaft produziert. Keine Sorge, alles bettet sich passend ein und das kooperative Märchenspiel ist keine verkrampfte Gesellschafts- bzw. Geschlechterkritik. Es ist einfach nur erfrischend anders an einigen Stellen. Ich habe das sehr genossen und meine Kinder haben diese kleinen Überraschungen absolut gefeiert.

Scan-Weltmeister!

Die seichte Natur

Wo Chronicles of Crime oft nicht gerade einfach ist, man gerne beim Untersuchen von Ortschaften Gegenstände übersieht und dazu Zeitdruck aufgebaut wird, ist Kids Chronicles völlig entzahnt. Zeitdruck gibt es nicht und nachdem man einen Ort untersucht hat, erzählt einem die App, welche Art und in welcher Anzahl man Charaktere und Gegenstände gefunden haben müsste. So erleben die Kinder keinen Frust, weil es irgendwo nicht mehr weitergeht. Auch sind viele Rätsel und die Storystruktur sehr offensichtlich aufgebaut. Exemplarisch findet mein 8-Jähriger diese Abenteuer wirklich klasse. Er bedient die App selbstständig und liest locker 45 Minuten am Stück die Textabschnitte selbstständig. Obwohl er gar nicht so gerne liest. Ich war am Tisch ganz schnell abgemeldet.

Ab 10 Jahren könnte dann der erlebte Spielspaß aber kippen. Mein 12-Jähriger zumindest holen die Geschichten nicht mehr ganz so ab, mehr noch aber ist die Herausforderung zu gering. Die Orte in der richtigen Reihenfolge abklappern, offensichtliche Gegenstände einsammeln und richtig kombinieren, ist ab einem gewissen Alter nicht genug. Durch den sehr stringenten Aufbau leidet zudem die Wiederspielbarkeit.

Fazit

Kids Chronicles überträgt das Spielprinzip von Chronicles of Crime passgenau für Kinder ab 7 Jahren. Eine magisch wie charmante Aufmachung garniert eine Märchenwelt, die mit Stereotypen erfrischend bricht. Bei der Bewältigung der kleinen Rätsel und dem erfolgreichen Abschließen der sechs Kapitel gibt es zudem keinen Zeitdruck und Kinder werden stets gut an die Hand genommen. Frust kommt nicht auf, dafür App- und Lesespaß. Der Anspruch des Spiels ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Für ältere und spielerfahrenere Kinder könnten der wenig verschachtelte Aufbau der Geschichte und die Hilfestellung beim Erkunden neuer Orte die Spannung zerschießen. Für alle anderen ist dieses Hypridspiel, bei dem Erwachsene ganz schnell abgemeldet sind, weil die Kinder völlig selbstständig spielen, allerdings bestens geeignet, um in Spaß magisch abzutauchen.

Kids Chronicles

24,99 €
7.8

AUSSTATTUNG

8.0/10

SPIELIDEE

7.0/10

SPIELSPASS

8.5/10

Kurzfakten

  • Schicke Gestaltung
  • Keine klassische Märchenwelt
  • Tolle Geschichten
  • Hilfestellungen eliminieren Frust
  • Ältere Kinder könnten sich langweilen
  • Wiederspielbarkeit nicht vorhanden

Spielinformationen

  • Genre: Hybrid-Spiel
  • Personen: 1 - 4
  • Alter: ab 7 Jahren
  • Dauer: 30 - 45 Minuten
  • Autor/in: David Cicurel
  • Rezensionsexemplar erhalten
Redakteur | Admin | Gründer von Brett & Pad | Website | + Letzte Artikel

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