Lesezeit: 4 Minuten
Help!Help! I need somebody. Help! Not just anybody. Das dichteten schon die Beatles und es könnte zu dem neuen Kartenspiel aus dem Hause Amigo in Dauerschleife laufen. Hilfe ist hier nämlich unabdingbar, um das Spiel zu gewinnen. Gleichzeitig ist dein Ziel es anderen untereinander zu vermiesen. Diese witzige Idee, die locker und leichten Regeln und die echt schicke Aufmachung machten mich neugierig. Wie schlägt sich nun Help! im großen Teich der Absacker- und Familienspiele?

Kurzcheck: Darum geht es in Help!

Help! ist ein semi-kooperatives Kartenspiel, bei dem ihr zusammen Karten in aufsteigenden Kartenreihen ablegt. Bist du am Zug, musst du nur eine von deinen vier Handkarten an die letzte Position der Reihe spielen und die Zahl muss höher sein als die ausliegende Karte. Danach ziehst du eine Karte und dein Zug ist vorbei. Wurden sechs Karten hintereinander ausgelegt, werden diese abgeräumt und das Spiel geht von vorne los. Wirklich easy!

Sonderkarten ermöglichen zudem einige coole Manöver. Karten aus der Reihe abwerfen, Karten austauschen, Aussetzen und natürlich gibt es eine Jokerkarte, die jede Zahl darstellst und auch innerhalb der Kartenreihe ausgespielt werden kann. Das macht Help! jetzt aber noch nicht wirklich besonders. Der Witz entsteht, wenn du keine höhere Karte legen kannst. Dann schreist du panisch Help! und schaust mit großen Kulleraugen die Person an, die vor (!) dir dran war. Diese muss dir nun eine Karte geben, mit der du weiterspielen kannst. Geht das nicht, seid ihr beide raus! Alle anderen am Tisch freuen sich jetzt über einen Siegpunkt. Wer zuerst drei davon hat, gewinnt.

Help!

Da ist jemand früh hoch reingegangen.

Macht das Spaß?

Erste Partie mit meinen beiden Söhnen zu dritt. Ich war etwas verwirrt. Zuerst spielten wir unendlich lange. Wir schafften ständig die Zahlenreihe aus 6 Karten, dann startete man von vorne und keiner bat um Hilfe. Dann gab es Situationen, wo man sich durch die Aussetzenkarte selbst aus dem Spiel nahm. Ein eigentlich taktisch kluger Schachzug, denn so wird man auch für die Help-Aktion ignoriert, doch plötzlich spielten nur noch zwei Personen, was strange wirkte. Ebenfalls kam es vor, dass man dem Gegenüber eine hohe Karte reinknallte und dann selber natürlich um Hilfe gefragt wird und man sich so selbst ins Aus schoss. Klarer Anfängerfehler, der Rest wirkte aber nicht wirklich gelungen.

Eine folgende Partie wurde dann zu viert mit der Familie absolviert und mit der Erfahrung der ersten Partie verstand ich nun, warum Help! nicht unbedingt nur ein Glücksspiel oder endlose Aneinanderreihung von Zahlenkarten ist. Du musst einfach Karten sammeln, mit denen du die Reihenfolge extrem in die Höhe treibst, gleichzeitig aber noch eine Karte für passende Hilfe auf der Hand haben. Ganz wichtig: Die Zahlenreihe sollte bei so einem Manöver nicht bei der fünften Karte angelangt sein. Sonst wird zu schnell abgeräumt und die bewusst starke Erhöhung des Zahlenwerts wird gekontert. Timing ist hier also wichtig. Erst dann wird es für die nachfolgende Person von derjenigen, der du Hilfe angeboten hast, sehr hart, die Reihe weiterzuführen. Nur so bricht dann die Reihe und du erhältst Siegpunkte. Dieser Zustand wird emotional von Schadenfreude begleitet, was jedes Spiel besser macht. Für einige am Tisch.

Help!

So wird das Spiel eher langweilig.

Druck machen

Help! muss also aggressiv gespielt werden und gleichzeitig musst du, trotz der vorhandenen Glückskomponente beim Kartenziehen versuchen, Karten so zu sammeln, dass du einen Angriff fahren kannst. Dabei helfen natürlich auch immer die Sonderkarten, die aber auch eine aufgestellte Falle sprengen können. Wir bewegen uns von der Komplexität natürlich trotzdem nicht weit über UNO & Co hinaus, aber mit den richtigen Leuten oder mit jüngeren Kindern kann Help! für einige eingestreute Runden durchaus Spaß bereiten. Für längere Sessions ist es mir dann allerdings zu monoton, das Problem haben aber vieler dieser kleinen Kartenspiele bei mir.

Die Sonderkarten machen Spaß!

Fazit

Help! hat eine witzige Grundidee, die ich durchaus als frisch bezeichnen würde: Wer anderen nicht helfen kann, verliert! Ist bei einem semi-kooperativen Spiel, wo man ja die anderen am Tisch trotzdem in die Falle locken will, eine nicht ganz so einfache Sache, wie man sich das vorstellt. Auch wenn ich es zu dritt nicht wirklich empfehlen kann, waren die Partien innerhalb der Familie zu viert wirklich kurzweilig. Mein großer Sohn hat es sicher nicht umsonst mit auf Klassenreise genommen. Glück überlagert dieses Kartenspiel natürlich, auch wenn man mit seinen Handkarten dann durchaus taktisch agieren muss. Trotzdem ist Help! zu keiner Zeit ein abendfüllendes Spiel und reiht sich eher in die Riege der vielen soliden kleinen Kartenspiele ein, die nicht der ganz große Wurf sind.

Help!

7,99 €
7

AUSSTATTUNG

7.0/10

SPIELIDEE

7.5/10

SPIELSPASS

6.5/10

Kurzfakten

  • Schicke Gestaltung
  • Witziges Grundkonzept
  • Schnell verstanden
  • Glück gehört dazu
  • Kleine taktische Finessen vorhanden
  • ... mehr aber auch nicht.

Spielinformationen

  • Genre: Kartenspiel
  • Personen: 3 - 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: 20 Minuten
  • Autor/in: Kim Vandenbroucke
  • Rezensionsexemplar erhalten
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