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Du willst wissen, ob Small World of Warcraft etwas für dich ist? Nehmen wir mit folgenden Schlagworten die erste Hürde: Versammlungsstein, Frostgram, Westfall, Murloc und natürlich more Dots. Wer nur Fragezeichen im Kopf hat, der kann vielleicht bei Small World bleiben. Vielleicht deswegen, weil die spielerischen Neuerungen auch abseits der Lizenz durchaus interessant sind. Ich zumindest besitze kein Small World mehr, aber ich habe auch einen World of Warcraft Schurken, bei dem die Spielzeit in Monaten, vielleicht sogar Jahren gemessen wird. Man war halt jung und hatte die Zeit…

Kurzcheck: Darum geht es in Small World of Warcraft

An der Grundmechanik hat sich nichts geändert. Ganz wie in Small World übernimmst du ein Volk mit zufälliger Spezialfähigkeit und versuchst Gebiete auf dem Spielbrett mit deinen Truppen zu erobern. Jedes eroberte Gebiet gibt dir ein Siegpunkt und je nach Volk und Spezialfähigkeit erhältst du weitere Extrapunkte für bestimmte Aktionen. Reihum breitet ihr euch aus, bis ihr zum Maximum der Ausbreitung kommt, weil euch die Truppen ausgehen oder weitere Eroberungen weniger sinnvoll erscheinen.

Nun kommt der Clou! Du kannst dein Volk untergehen lassen. Du verlierst zwar die Spezialfähigkeiten, erhältst aber immer noch Siegpunkte für die Gebiete im Besitz, gleichzeitig kaufst du dir aus der Auslage eine neue Kombination aus Volk und Spezialfähigkeiten, mit der die Eroberung von vorne losgeht. Der Kniff des Spiels ist es, je nach Spielsituation die richtigen Völker und Fähigkeiten zu erwischen und seine Völker in den richtigen Momenten untergehen zu lassen. Insgesamt bewegen wir uns auf Familienspielniveau, daher können Kinder im Grundschullehrer hier erste Erfahrung in Sachen Eroberung und Area-Control sammeln.

Inselhopping ist angesagt

Was macht nun die Lizenz?

Erstmal sorgt es dafür, dass sich Small World of Warcraft für jeden Fan des MMORPGs wie eine weiche Kuscheldecke anfühlt! Die Spielplanteile erinnern an bekannte Gebiete wie Westfall, das Sumpfland oder den Wald von Evelyn. Auf den zweiten Blick erkennt man Orte wie Ironforge, den Hort von Onyxia oder die Eiskronenzitadelle. Diese Liebe fürs Detail setzt sich bei den spielbaren Völkern fort, die nicht nur richtig hübsch umgesetzt wurden, sondern deren Fähigkeiten passend implementiert wurden. Ich sage nur Angeln und Käuterkunde. Dabei ist es eine gesunde Mischung aus bekannten und somit adaptieren Fähigkeiten aus dem Original und völlig neuen Fähigkeiten.

Zusätzlich gibt es Artefakte und legendäre Orte, die ich gleich spielerisch erklären werde. Vorher möchte ich aber Lob für die gute Umsetzung verteilen. Auf Fans warten unter anderem bekannte Gegenstände und Orte wie Frostgram, der Brunnen der Ewigkeit, Schlachtfelder und natürlich das Dunkle Portal. Wer Stunden um Stunden im Schlachtzug von Karazhan verbrachte oder sich aufwendig den Schicksalshammer erquestet hat, dem geht hier einfach das Herz auf, wenn er im Brettspiel diese Bezugspunkte findet. Small World of Warcraft ist keine lieblose Umsetzung, sondern atmet die Atmosphäre selbst im Detail. Allerdings nur optisch, was für mich selbstverständlich ist! Es bleibt im Kern eben Small World und ist keine Übertragung der Spielprinzipien eines MMORPGS.

Sich für die richtige Kombination zu entscheiden macht immer noch Spaß!

Spielerische Änderungen

Um eine Sache klarzustellen, ich kenne nur Small World und nicht seine Erweiterungen oder Weiterentwicklungen und ziehe auch so den Vergleich. Die erste positive und sehr offensichtliche Änderung ist das Spielbrett. Vorbei sind die Zeiten des immer gleichen starren Bretts. Small World of Warcraft besteht je nach Spieleranzahl aus unterschiedlichen vielen Kontinenten. Insgesamt sind es 6 doppelseitig unterschiedlich bedruckte Spielplanteile. Ergebnis: Erhöhte Varianz und somit mehr Abwechslung bei der Eroberung!

Bei Spielbeginn werden nun die angesprochenen speziellen Orte und Gegenstände verdeckt ausgelegt, oft bewacht von Murlocs, die als einheimisches Volk von Beginn schon auf einigen Gebieten ihr Heim aufgeschlagen haben. Das erschwert die erste Eroberung! Erobert ein Volk ein Gebiet mit solch ein Plättchen zum ersten Mal, wird es umgedreht und kann fortan benutzt werden. Die Spezialfähigkeiten sind oft sehr mächtiger Natur und lassen den Kampf um diese Gebiete zusätzlich entbrennen. Mehr Pfeffer, mehr Spielspaß!

Der WoW-Fan sieht: magiesüchtige Blutelfen, Worgen die sich verwandeln, Portalmagier, ikonische Türme und Burgen und natürlich bekannte Berufe oder Reittiere.

Horde vs Allianz

Passend zum ewig währenden Krieg zwischen der Horde und der Allianz wird dieses Thema auch in Small World of Warcraft aufgegriffen. Die spielbaren Völker sind, neben einer neutralen Fraktion, den beiden verfeindeten Fraktionen zugeordnet. Wer in seinem Zug ein verfeindetes Volk angreift, erhält einen Siegpunkt zusätzlich. Greift man mehrere an, weil man als Ork z.B. Gebiete der Menschen und der Zwerge angreift, erhält man zwei Siegpunkte. Es lohnt sich also seine Eroberungen auf die Völker aufzuteilen, um so mehr Siegpunkte abzugreifen. Es spielt weiterhin eine Rolle bei der Wahl eines Volkes, denn sind gerade viele Hordler unterwegs, mache ich mit einem Volk der Allianz leichter Siegpunkte. Dieses Fraktionselement ist eine weitere Nuance die zeigt, dass das Thema der Videospielvorlage spielerisch mit Mehrwert eingebunden wurde.

Großartige Materialqualität!

Battle of Azeroth

Wenn wir schon bei Horde gegen Allianz sind, Small World of Warcraft geht noch einen Schritt weiter. Wer möchte, kann im Modus Battle of Azeroth in Teams spielen. Hierbei werden die Völker in Horde, Allianz und „Neutral“  vorsortiert und man bleibt seiner Fraktion über das gesamte Spiel hinweg treu. Die Siegpunkte bleiben auch unter den Spielern des gleichen Teams verdeckt, denn am Ende zählen die Punkte des schlechteren Spielers. Etwas weniger Abwechslung bei der Volkauswahl wird mit noch mehr World of Warcraft-Atmosphäre erkauft. Gerade mit fünf Personen macht dieser Modus extrem viel Spaß!

Der Kampf um den Geistheiler! (Gebirgsplättchen bewusst weggelassen)

Fazit

Small World of Warcraft ist das bessere Small World, weil es spielerisch an den richtigen Stellschrauben dreht. Mehr Variabilität und bessere Anpassung an die Personenanzahl durch die neuen Spielpläne, spannende Artefakte und Orte, die den Kampf weiter anheizen und die Einbindung von Fraktionen sorgen für mehr Spielspaß, ohne den Kern zu sehr zu verändern. Small World of Warcraft bleibt ein familientauglichen Eroberungsspiel, das auch durch die vorbildliche Anleitung und großzügigen Spielhilfen schnell verstanden wird. Das volle Potenzial wird aber vor allem durch die extrem liebevolle und stimmige Umsetzung der Lizenz entfacht. Als Kenner des MMORPG-Klassikers fühlt man sich hier vor allem visuell total abgeholt. Fan-Service von seiner besten Seite! Es ist natürlich zu keiner Zeit ein komplexes Eroberungsspiel oder versucht World of Warcraft direkt abzubilden, aber das muss es auch nicht, denn Small World of Warcraft macht auch so viel Spaß!

Christian Administrator
Redakteur | Brettspieler | Fleischpöppel
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Small World of Warcraft

ca. 55 €
8

AUSSTATTUNG

8.0/10

SPIELIDEE

7.8/10

SPIELSPASS

8.3/10

Kurzfakten

  • Wunderbares Spielmaterial
  • Liebevolle Lizenzumsetzung
  • Spielerischer Mehrwert zu Small World
  • Team-Variante
  • Schneller Einstieg

Spielinformationen

  • Genre: Eroberungsspiel
  • Spieler: 2 - 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: 40 - 80 Minuten
  • Rezensionsexemplar erhalten

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