Lesezeit: 3 Minuten

Das Cover ist so wunderbar passend!

Agent Chris Slater gehörte die Gegenwart, aber William Washington die Vergangenheit. Tief eingetaucht sind wir in das Los Angeles der 80er Jahre. Drei Fälle galt es im Addon L.A. Crimes von Detective zu lösen, einem Spiel, das bei uns in den Top 10 seinen Platz gefunden hat. Können die drei neuen Fälle und ihre Hintergrundstory ebenso begeistern? Noch wichtiger, wie halte ich das Setting aus? Denn im Herzen trage ich die 90er. Culture Beat schlägt halt Modern Talking. Da gibt es keine zwei Meinungen!

Kurzcheck: Darum geht es in Detective: L.A. Crimes

Das Addon L.A. Crimes verändert spielmechanisch zum Hauptspiel kaum etwas, entsprechend empfehle ich meine Rezension zu Detective. Da man zwingend das Grundspiel besitzen muss, setzte ich die Begeisterung für das Spiel und die Kenntnis der Abläufe hier voraus. In L.A. Crimes erwarten dich im Vergleich zum Hauptspiel nur drei Fälle und das Spielbrett ist aus dünner Pappe. Dafür ist der Preis zum Hauptspiel fairerweise halbiert. Am Ende also die Schublade mehr vom Gleichen? Und es wirft weitere Fragen auf! Schließlich benutzt man den gleichen Antares Account und recherchiert im Internet – wie passt das zu den 80ern?

Nicht nur Optik, sondern auch der Inhalt passt.

Sinneswandel

Sobald man Detective: L.A. Crimes in der Antares Datenbank freischaltet und sich im Bereich der Erweiterung aufhält, hat man die Zeitmaschine angeworfen. Blauer Bildschirm, Menüführung über DOS-Eingabebefehle und ein passender Schriftschnitt. Herrlich! Schnell werden, wie in der Anleitung empfohlen, bei Spotify die 80er angeworfen: Smalltown Boy von Bronski Beat. Die Musik noch im Ohr, fällt mein Blick auf die schicke, wie stimmige Gestaltung der Karten. Klassische Autos in Kastenform, angegilbte Fotos, Schnauzbärte und schräge Frisuren: Die 80er Keule trifft dich hier hart! Der Punch wird verstärkt durch einen großartigen Stil bei den Beschreibungen auf den Karten und dem Inhalt der Geschichte. Sunshine Reggae von Laid Black. Cop Car Dodge Diplomat. Magnum, nein nicht das Eis, die Serie. Pegasus Spiele, ihr betreibt mit L.A. Crimes Gehirnwäsche, plötzlich mogelten sich die 80er in mein Herz!

Anders

Nein nicht Thomas, so sehr wächst die Liebe zu schriller Musik dann doch nicht. Anders heißt, dass die drei Fälle von L.A. Crimes gradliniger sind. Man fühlt sich mehr wie ein Cop auf der Straße. Man sucht weniger im Internet nach Spuren, weil das eben in den Achtzigern nicht möglich war, sondern schickt Cops zur Überwachung. Auch gibt es direkte Entscheidungen, die einen zu einem einmaligen Vorgehen zwingen. Ganz dem Setting entsprechend, kann man als Ermittler auch selber das Gesetz brechen dehnen, mit dem Risiko im Nacken, es so richtig zu verbocken. Spielerisch fühlt sich daher die Erweiterung anders an und geht Hand in Hand mit der durch die Präsentation aufgerufenen Atmosphäre.

Die Fälle sind weniger verschachtelt und zeitlich in einem engeren Rahmen. Während sich das Basisspiel wie eine Serie gibt, ist das Addon ein klassischer Kino-TV-Krimi, der das für mich spannendere Thema bereithält. Dazu sei an dieser Stelle rein gar nichts verraten. Es fehlt natürlich die Begeisterung durch die Ersterfahrung wie bei Detective. Darum fällt ein direkter Vergleich schwer und die Ermittlungen des Hauptspiels sind durch das Material pompöser aufgezogen, aber vielleicht ist L.A. Crimes im Detail trotzdem das bessere Spiel.

Mehr als die neuen Ermittler zeig ich euch nicht: Spoilergefahr!

Fazit

Der größte Kritikpunkt bei Detective: L.A. Crimes war der für mich zu früh gewählte Veröffentlichungszeitpunkt. Detective, wie auch seine Erweiterung, sind Brettspiele, die ich ausgeschlafen und mit viel Zeit in der Hinterhand, nicht nur spielen, sondern zelebrieren möchte. Entsprechend langsam war das Hauptspiel durchgespielt und da klopfte dann schon L.A. Crimes an die Tür. Diesen Umstand kann man den neuen Fällen natürlich nicht ankreiden. Sehr wohl aber, dass sie aus einem 80er-Verweigerer, einen Liebhaber von Donuts und Bronski Beat gemacht haben. Dem Charme der Aufmachung, mit der umgestalteten Antares Datenbank im DOS-Design oder der wunderbaren Gestaltung der Karten, kann sich keiner widersetzen! Das die Fälle kompakter und zusammenhängender nun eher einem packenden Politthriller im Kino, als einer Serie wie im Vorgänger entsprechen, tut dem Spielspaß keinen Abbruch. Im Gegenteil, mir haben einige Fälle sogar besser als im Hauptspiel gefallen. Klare Kaufempfehlung!

Christian Administrator
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L.A. Crimes

26,96 €
9.2

AUSSTATTUNG

8.8/10

SPIELIDEE

9.2/10

SPIELSPASS

9.5/10

Kurzfakten

  • Großartige Atmosphäre
  • Spielmaterial abgespeckt
  • Drei sehr gute kompakte Fälle
  • Neue Mechaniken (Überwachung und Entscheidungen)
  • Wieder sehr viel zu lesen

Spielinformationen

  • Genre: Krimi-Brettspiel
  • Spieler: 1 - 5
  • Alter: ab 16 Jahren
  • Dauer: 120 - 180 Minuten
  • Rezensionsexemplar erhalten

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