Lesezeit: 2 Minuten

Meine Subline zu God of War mag aufgrund der Lobeshymnen über das Spiel um Kratos, seinen Sohn Atreus und ihrer Reise in der nordischen Mythologie irritieren. Wohl noch mehr wenn ich euch jetzt sage das ich nach dem durchspielen der Story absolut begeistert von dem Erlebten war. Vor der Erklärung ein kleiner Rückblick. Für mich stand God of War bisher für bombastische Inszenierung, epische Bosskämpfe und eine gigantische Reise durch die Götterwelt. Was ich weniger gefeiert habe war der eindimensionale Kratos und die zum Ende der Serie hin völlig überzogene Gewalt. Wenden wir uns nun der Gegenwart zu.

Ein starkes und brisantes Team, das ordentlich Lust auf mehr macht!

God of War ein schlechtes Spiel?

Ohne große Umschweife, lasst uns gleich zum Thema kommen, warum God of War vielleicht ein schlechtes Spiel ist: Es ist am Ende gefühlt einfach nur ein Prolog. Die Figuren mit denen man interagiert, kann man an einer Hand abzählen. Die epischen Bosskämpfe ebenfalls. Wobei hier sogar gewisse Muster wiederholt werden und man daher für die wirklich dramatischen Kämpfe nur drei Finger braucht. Der Aufhänger der Story ist klein und man denkt sich, da wird großes kommen. Sorry, es bleibt bei dem Aufhänger! Klar, der Weg ist das Ziel und die Beziehung von Kratos und Atreus braucht diesen Weg. Beide werden intensiv beleuchtet und die Charaktere übertreffen mit ihrem Tiefgang alles aus den vorherigen Teilen. Das gefällt, trotzdem fühle ich mich am Ende von God of War, als hätte ich nach der Hälfte des ersten Bandes vom Herr der Ringe Schluss gemacht! Das Spiel hört da auf, wo ich weiterspielen will.

Vor allem weil die letzte Stunde dann wahrhaft intensiv ist und die Entwickler einige Überraschungen fallen lassen! Dazu gibt es ein geheimes Ende das die Spekulationen zum Inhalt der Fortsetzung weiter anfeuert. God of War versteht es hervorragend den Spieler in diese Welt zu ziehen und mehr zu wollen. Nach dem Ende tauchen 100 Fragen auf und das Kopfkino springt sofort an. Das ist wirklich großartig! Allgemein wie Kratos und sein Sohn in die nordische Mythologie eingearbeitet wurden, ist beispielhaft. Auch bekommt man massig viel Lore um die Ohren gepeitscht. Man freut sich sofort auf die Zukunft dieser Reihe, weil man weiß, da kommt episches, nur blickt man kaum zurück auf das gerade Erlebte. Ist das nun ein Lob? Ich bin mir unsicher.

Wer sich dann vor Augen führt, dass diverse Inhalte in God of War ohne Bezug zur Story optional sind und man viele im Spiel befindliche Türen/Portale geschlossen vorfindet, oder dahinter winzige Welten warten, der fühlt sich immer wieder in einem groß angelegten Einstieg katapultiert. Das schreit alles nach DLC und Fortsetzung! So offensichtlich reibt einem ein Spiel das selten unter die Nase. Wer einen abgeschlossenen, ebenfalls epischen Trip in die nordische Mythologie erleben möchte, dem empfehle ich Hellblade. Trotzdem solltest du God of War spielen, denn Kratos hat endlich die Charaktertiefe, die er schon immer verdient hat. Im Sinne der längsten Praline der Welt, ist God of War für manche ein gutes Spiel, für mich bleibt es der beste Prolog der Videospielgeschichte.

Christian Administrator
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6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

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    Produktguru
    4. Januar 2019 9:17

    MEINE MEINUNG! 🙂
    Das Spiel lebt übrigens von den vielen tollen Nebenschauplätzen und den Dialogen die oft genau da stattfinden und die Beziehung weiter vertiefen. Es fühlte sich ehrlich gesagt nur die ersten Stunden so an wie ein Prolog. Wer aber größtenteils nur die Hauptstory spielt, wird vermutlich nie aus dem Prolog Gefühl entfliehen können. Mir gefallen die Rätsel und was mega stark geworden ist, ist das ganze Level Design – echt abgefahren!

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    • Also ich habe es durchgespielt inklusiver ziemlich vieler Nebenmissionen. Für mich bleibt auch nach 40 Stunden Spielzeit dieses Gefühl. Hast du es schon durch? Der Text ist so vage gehalten, weil ich hier nicht spoilern möchte. Das mache ich auch nicht im Kommentarbereich. Vorherige Titel der Serie haben einen durch den Götterolymp gebracht, hier trifft man am Ende nicht viele Leute. Du kannst so viel sammeln wie du wilst, am Weltenbaum werden manche Regionen nicht wirklich betretbar, andere führen in Arena-Areale. Es wird viel von Göttern und der Welt erzählt, den Bereich den man besucht, ist verhältnismäßig klein, zu der Welt die möglich ist und sicher in kommenden Teilen besucht werden kann. Auch gerade im Hinblick auf die Teile davor. Vielleicht hast du den Text auch zu negativ gelesen. God of War ist ein grandioses Spiel, das für mich aber auf dem Höhepunkt der Story aufhört – mit einem Paukenschlag! Wer danach noch einmal zu seiner Hütte aufbricht, erlebt noch einmal ein heftigen Paukenschlag. Ich möchte dort sofort weiterspielen und habe Gefühl, erst an der Oberfläche gekratzt zu haben. Prolog ist ja, wie im Text beschrieben, keine richtige Abwertung, sondern auch Lob. Ich will mehr und sehe diesen Teil eher als Einstieg, ohne wirkliches Ende, in eine hoffentlich folgende großartige Triologie in der nordischen Mythologie.

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    Produktguru
    4. Januar 2019 10:21

    Das Spiel hat in der Hinsicht wirklich alles richtig gemacht. Der Text liest sich so wie du ihn geschrieben hast, dazu nachher im persönlichen Dialog 😉

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    • Das freut mich für dich, ich habs dir ja nicht umsonst gerne ausgeliehen. Ist aus meiner Sicht halt auch das beste Spiel 2018.

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        Produktguru
        4. Januar 2019 11:47

        Sehr generös von dir 😀
        Hättest du es mir nicht geliehen, wenn es meiner nicht würdig gewesen wäre?

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        • Ich hätte vorher die Santa Monica Studios angeschrieben, das Sie das Spiel bitte noch einmal überarbeiten.

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